Europäische Anleger positionieren ihre Portfolios derzeit vorsichtiger und reduzieren das Aktienexposure zugunsten breiterer Allokationsstrategien und alternativer Anlagen. Nach dem aktuellen „Portfolio Portrait“-Bericht des Teams „Portfolio Construction and Strategy“ (PCS) von Janus Henderson spiegelt dies einen selektiveren Umgang mit Risiken vor dem Hintergrund erhöhter makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit wider.[1][2][3]
Die Analyse basiert auf mehr als 30.000 Modellportfolios von 6.700 Kunden weltweit. Für Europa ohne Großbritannien wurden 111 Modellportfolios ausgewertet und der Zeitraum vom 1. September 2025 bis zum 28. Februar 2026 mit dem Vorzeitraum vom 1. März 2025 bis zum 31. August 2025 verglichen; ergänzend flossen Erkenntnisse aus der Analyseplattform Janus Henderson Edge ein.[1][2]
Im Durchschnitt bleibt Aktien mit 46,8 % zwar der größte Baustein moderat diversifizierter Portfolios, doch die Gewichtung ist gegenüber dem Vorzeitraum deutlich zurückgegangen. Festverzinsliche Wertpapiere kommen auf rund 32,1 %, Multi-Asset-Strategien auf 19,3 %, was die fortgesetzte Bedeutung einer breiteren Streuung trotz defensiverer Tendenzen unterstreicht.[1][2][3]
Verschiebung innerhalb der Assetklassen
Im Aktienbereich senkten europäische Anleger ihr Gesamtexposure von rund 53 % auf 46,8 %, während sie gleichzeitig Engagements in Schwellenländern und den übrigen Industrieländern ausbauten. Das Exposure in den USA ging im Vergleich zur vorherigen Positionierung von 50 % auf 43 % zurück; zugleich wurden die Anlagen über das gesamte Marktkapitalisierungsspektrum breiter verteilt.[1][2][3]
Auf Sektorebene bleibt Technologie die größte Allokation, ist gegenüber den Benchmarks jedoch am stärksten untergewichtet, um etwa 5,17 %. Weitere Untergewichtungen wurden bei Energie mit 2,27 % und Kommunikationsdienstleistungen mit 1,68 % festgestellt. Übergewichtet waren dagegen Industrie mit 5,72 %, Grundstoffe mit 3,09 % und Gesundheitswesen mit 2,95 %.[1][2]
Im Fixed-Income-Bereich blieben die Allokationen weitgehend stabil, doch die Duration wurde reduziert und die laufende Verzinsung erhöht. Die durchschnittliche Portfolioduration sank von 3,38 Jahren auf 2,32 Jahre, während die Erträge bis zur Fälligkeit von 3,55 % auf etwa 4,00 % stiegen. Zugleich verschoben sich die Anteile innerhalb des Segments: Staatsanleihen machten 17,3 % der Exposure aus, Unternehmensanleihen 38,7 %, Cash und Geldmarkt rund 31,5 %.[1][2][3]
Mehr Multi-Asset und Alternatives
Zur Steuerung der Volatilität setzten Anleger verstärkt auf Multi-Asset-Strategien. Deren Anteil stieg von 14,6 % auf 19,3 %, während Alternatives ebenfalls leicht zunahmen und nun bei etwa 1,8 % liegen; finanziert wurde dies vor allem aus Aktienpositionen.[1][2]
Matthew Bullock, Head of Portfolio Construction and Strategy, EMEA & APAC bei Janus Henderson, ordnete die Ergebnisse dahingehend ein, dass Portfolios mit größerer Selektivität bei Aktien und einem gezielteren Ansatz beim Zinsrisiko verwaltet würden. Europäische Anleger reduzierten ihr Aktienexposure, diversifizierten globaler und nutzten Allokationsstrategien zunehmend zur Steuerung von Volatilität und Marktunsicherheit.[1][2]




