Der deutsche Kaufmarkt für Wohnimmobilien verzeichnete im März eine signifikante Zunahme der Aktivität. Der von Sprengnetter und ImmoScout24 entwickelte Marktaktivitätsindex erreichte einen neuen Höchststand seit dem Referenzjahr 2023. Diese Entwicklung basiert auf der preisbereinigten Analyse der Baufinanzierungsvolumina, wobei die nominalen Neugeschäfte bei privaten Wohnungsbaukrediten laut Deutscher Bundesbank ebenfalls eine deutliche Steigerung aufwiesen. Dies deutet auf eine Belebung des Marktes hin, die sich bereits im WohnBarometer des ersten Quartals 2026 abzeichnete.
Der Marktaktivitätsindex bildete im März mit 193,8 Punkten den stärksten Anstieg ab. Dies entspricht einer Zunahme von 29 Prozent gegenüber dem Vormonat Februar. Gegenüber dem Ausgangswert vom Januar 2023 stellt dies eine reale Steigerung der Marktaktivität von 94 Prozent dar. Parallel dazu erhöhte sich auch das nominale Volumen privater Wohnungsbaukredite. Im März wurden private Wohnungsbaukredite im Wert von 24,165 Milliarden Euro neu vergeben, was einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Februar (18,710 Milliarden Euro) entspricht.
Zunahme der Baufinanzierungen und Nachfrage
Die gestiegene Marktaktivität korrespondiert mit einer erhöhten Nachfrage nach Kaufobjekten. Dies wurde durch den Anstieg der Baufinanzierungen bestätigt und spiegelt die im ImmoScout24 WohnBarometer Q1 2026 beschriebene Nachfragebelebung wider. Nach einem verhalteneren Jahresbeginn stieg die Anzahl der Anfragen nach Wohneigentum in den fünf größten deutschen Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main – im März um rund 7 Prozent. Die verstärkte Kreditaufnahme deutet darauf hin, dass Kaufinteressenten die zu diesem Zeitpunkt geltenden Zinskonditionen nutzten.
- —Marktaktivitätsindex steigt auf 193,8 Punkte, plus 29 Prozent zum Vormonat.
- —Nominales Volumen privater Wohnungsbaukredite erreicht 24,165 Milliarden Euro im März, ebenfalls plus 29 Prozent.
- —Reale Marktaktivität 94 Prozent über dem Ausgangswert vom Januar 2023.
Diese Entwicklung der Marktaktivität fand in einem Kontext steigender Finanzierungskosten statt. Während der Baufinanzierungszins mit zehnjähriger Bindung im März noch bei circa 3,6 Prozent lag, stabilisierte er sich im April bei rund 3,9 Prozent. Für die kommenden Monate wird die weitere Entwicklung der Baufinanzierungszinsen und die daraus resultierende Leistbarkeit von Wohneigentum entscheidend für die Dynamik des Kaufmarktes sein.
Die Analyse der Daten von Sprengnetter und ImmoScout24 sowie der Deutschen Bundesbank zeigt somit eine deutliche Erholung der Marktaktivität in den frühen Monaten des Jahres. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich von den geldpolitischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden, die direkte Auswirkungen auf die Baufinanzierungskonditionen und die allgemeine Nachfrage haben. FREITAG® Immobilien beobachtet diese Entwicklungen weiterhin präzise, um ihren Kunden fundierte Einblicke in den Immobilienmarkt zu ermöglichen.




