Die Metropolitan Transportation Authority (MTA) und Bürgermeister Zohran Mamdani evaluieren hochtechnologische Optionen zur Übertragung von Wärme aus U-Bahn-Stationen in die oberirdischen Gebäude. Dieses Infrastrukturprojekt wird voraussichtlich aufwendig und kostenintensiv sein. Dennoch sind Stadtvertreter und die MTA überzeugt, dass sich die Investition lohnen könnte, um Pendlern einen angenehmeren Aufenthalt auf den Bahnsteigen zu ermöglichen. Die erzeugte Wärme soll zur Senkung des Energiebedarfs von gewerblichen und privaten Gebäuden über der Erde genutzt werden.
Janno Lieber, Vorsitzender der MTA, erklärte während einer Pressekonferenz in der Chambers Street Station, dass man zahlreiche Optionen zur Komfortsteigerung in den Stationen untersuche. Man prüfe innovative Energienetzwerke, sogenannte TENs, und geothermische Konzepte. Diese würden es ermöglichen, überschüssige Wärme in U-Bahn-Stationen zu erfassen, zu speichern und dann zu übertragen, um sie im Winter zur Beheizung der darüber liegenden Gebäude zu nutzen.
Technologische Ansätze und potenzielle Herausforderungen
Obwohl diese Technologie in Verbindung mit einem Transportsystem noch nie zuvor angewendet wurde, nutzen einige Gebäude in New York City bereits Erdwärme aus dem Untergrund. Beispiele hierfür sind die St. Patrick’s Cathedral in Midtown und 555 Greenwich Street in Hudson Square. Lieber zufolge ist die Technologie in Kanada und Europa weit verbreitet, und Proptech-Unternehmen präsentieren bereits seit mehreren Jahren Geothermiepfähle als Gebäudeinfrastruktur.
Es ist unklar, wie die Technologie im großen Maßstab genau aussehen würde oder wie viele Gebäude sie versorgen könnte. Stadtbeamte wie der New Yorker Rechnungsprüfer Mark Levine gehen davon aus, dass die Koordination zwischen Stadt, Staat und privaten Akteuren komplex werden könnte. Eine mögliche Erweiterung wäre die Nutzung von Wärme aus Kühlschränken von Lebensmittelgeschäften und kleinen Rechenzentren, die in den fünf Stadtbezirken verteilt sind.
Bürgermeister Mamdani nannte am Montag mehrere städtische Gebäude, die in Frage kämen, darunter die City Hall, das David N. Dinkins Municipal Building und das Tweed Courthouse. Er führte aus, dass man dafür Wärme in Bohrlöchern, die 500 bis 600 Fuß tief in den Untergrund reichen, einfangen und ein System aus Zirkulationspumpen und Rohren installieren würde. Dieses System würde die Wärme aus dem Untergrund nutzen, um Büros zu wärmen, in denen die städtischen Angestellten arbeiten.
Ein Aspekt, der laut Lieber zur Kühlung der Stationen nicht in Frage kommt, ist die Klimatisierung. Die Stationen sind nicht vollständig von Straßeneingängen, Lüftungsschächten oder Gittern umschlossen, sodass die kühle Luft in die Tunnel entweichen würde.




