In Taufkirchen an der Trattnach, Oberösterreich, entsteht eine neue Produktionsanlage für die Alginure GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Schaumann Group (Huelsenberg Holding, Pinneberg). Das Grazer Ingenieurbüro Lorenz Consult fungiert bei diesem Vorhaben als Generalplaner und ist für die Umsetzung sämtlicher Leistungsphasen und Fachbereiche zuständig. Ziel des Projekts ist die Herstellung von algenbasierten Präparaten, die im nährstoffoptimierten Acker- und Pflanzenbau Anwendung finden sollen. Die Fertigstellung der Anlage ist für Ende 2027 avisiert.
Der Komplex umfasst eine Produktions- und Lagerhalle, benötigte Siloanlagen sowie ein separates Büro- und Sozialgebäude. Die Bruttogrundfläche des Gesamtkomplexes wird rund 2.250 Quadratmeter betragen, der Bruttorauminhalt etwa 28.100 Kubikmeter. Innerhalb der Halle wird die Infrastruktur für die Produktion flüssiger, algenbasierter Präparate eingerichtet, ergänzt durch die zugehörigen Lager- und Silobereiche. Die Verwaltungs- und Personalflächen sind im Büro- und Sozialgebäude konzentriert. Die Konzeption der Gebäude berücksichtigt eine zukünftige Erweiterbarkeit, um dem erwarteten Wachstum der Produktionsanforderungen gerecht werden zu können. Dies war laut Martin Priehse, Leiter des Münchner Standorts von Lorenz Consult und verantwortlicher Projektleiter, bereits in den frühen Planungsphasen ein integraler Bestandteil des Konzepts.
Spezifische Anforderungen durch den Baugrund
Eine wesentliche Herausforderung für die Realisierung des Bauprojekts stellt der Baugrund dar. Dieser ist durch eine geringe Tragfähigkeit, einen hohen Grundwasserspiegel und eine begrenzte Versickerungsfähigkeit gekennzeichnet. Zusätzlich liegt der Standort in einer Hochwasserzone. Zur Bewältigung dieser Bedingungen erarbeitete Lorenz Consult gemeinsam mit Fachplanern für Geologie und Hydrologie sowie den relevanten oberösterreichischen Behörden ein umfassendes Konzept. Dieses adressiert die Oberflächenentwässerung, den Hochwasserschutz und den Schutz des Grundwassers vor potenziellen Verunreinigungen. Die benötigte Baugrundverbesserung wird vorsorglich auch auf künftigen Erweiterungsflächen ausgeführt, was eine Reduzierung nachträglicher Eingriffe, Bauzeiten und Kosten zur Folge haben soll.
Die technische Ausstattung der Anlage ist auf Effizienz ausgerichtet. Vorkehrungen für eine nachträgliche Installation einer Photovoltaikanlage wurden vollständig getroffen. Für die Intralogistik werden elektrische Antriebstechnologien eingesetzt; dies umfasst Elektrostapler sowie elektrisch betriebene Shuttle-Systeme für die Regalbedienung, welche zur Reduktion von Emissionen beitragen. Die dafür notwendige Ladeinfrastruktur ist im Gesamtkonzept integriert. Ein weiteres Merkmal ist die mehrgeschossige, teilautomatisierte Maschinenaufstellung auf einer Stahlpodestkonstruktion, die eine kompakte Flächennutzung und kurze Materialwege ermöglichen soll.
Kontinuierliche Zusammenarbeit und Planungsmethodik
Lorenz Consult und die Schaumann Group verbindet eine langjährige Partnerschaft in der Planungsabstimmung, aus der bereits verschiedene Projekte in Deutschland und Österreich resultierten, darunter an Standorten in Feuchtwangen, Eilsleben und für Lactosan in Österreich. Christian Kaspras, Leiter Konzern Technik bei der Huelsenberg Holding, betonte, dass das aktuelle Projekt in Taufkirchen aufgrund seiner spezifischen Anforderungen besondere Ansprüche an die Planung, Koordination und Umsetzung stellt. Die bewährte Zusammenarbeit mit Lorenz Consult werde hierbei als verlässliche Grundlage betrachtet, da sie fachliche Qualität, Kontinuität und ein gemeinsames Verständnis der Projektziele miteinschließt.
Für den Bau in Taufkirchen nutzt Lorenz Consult ein etabliertes Netzwerk von Partnern. Die Planung erfolgt unter Anwendung der BIM-Methodik, bei der sämtliche Komponenten der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in einem gemeinsamen 3D-Modell koordiniert werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht die frühzeitige Identifikation und Behebung von Planungskollisionen, wodurch Nacharbeiten in späteren Projektphasen vermieden werden können. Eine vorausschauende Ausschreibungsstrategie und eine enge Zusammenarbeit der Projektbeteiligten ermöglichten in diesem Fall einen Baustart drei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Termin. Dies sichert einen ausreichenden Zeitrahmen für die Fertigstellung des Rohbaus vor dem Winter und ermöglicht den Innenausbau über die Wintermonate hinweg.




