Der Niedersächsische Umweltminister Christian Meyer hat in seinem aktuellen Energiewendebericht auf einen erneuten leichten Anstieg der CO2-Emissionen im vergangenen Jahr in Niedersachsen hingewiesen. Als Hauptursachen für diese Entwicklung wurden die Bereiche Heizung und Verkehr identifiziert.
Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw), äußerte sich kritisch zu den Schlussfolgerungen des Berichts, insbesondere hinsichtlich der Wärmeversorgung von Wohngebäuden. Sie betonte, dass der Ansatz, Klimaschutzziele primär über Effizienzhausstandards zu erreichen, sich als ineffektiv erwiesen habe.
Kosten-Nutzen-Analyse der Effizienzhausförderung
Frau Dr. Schmitt verwies darauf, dass für jede durch eine EH-40-Sanierung vermiedene Tonne CO2 Fördermittel von über 2.000 Euro eingesetzt wurden. Sie hob hervor, dass die Förderung klimagerechter Einzelmaßnahmen als wesentlich kostengünstiger einzustufen sei. Zudem sei die tatsächliche Endenergieeinsparung bei Energieeffizienzhäusern um 38 Prozent geringer als ursprünglich theoretisch berechnet.
Diese Erkenntnisse wurden bereits im März 2025 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in seinem Evaluationsbericht zur Bundesförderung effizienter Gebäude veröffentlicht. Der Bericht zeige zudem auf, dass diese Art der Förderung überdurchschnittlich oft Zuwendungsempfängern mit höherem Haushaltseinkommen zugutekomme.
Forderungen nach Neuausrichtung der Förderpolitik
Die Direktorin des vdw forderte die Landesregierung auf, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu berücksichtigen und zukünftig keine Energieeffizienzhäuser mehr zu fördern. Es sei offensichtlich, dass die Klimaschutzziele, wie im Energiewendebericht beschrieben, unter den aktuellen Bedingungen nicht erreicht werden können. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft erwarte eine zielgerichtete Förderung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion.
Als zielführend werden dabei die maßvolle Dämmung älterer Bestandsgebäude in Kombination mit der Versorgung durch CO2-neutrale Energieträger angesehen. Dies ziele darauf ab, eine sozial verträgliche und klimagerechte Bestandssanierung zu stärken und somit den Fokus auf vermietete Wohnungen zu legen.




