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Quartiersentwicklung Kleinbruggen in Chur: Einbindung in den alpinen Lebensraum

In Chur, der Kantonshauptstadt Graubündens, entsteht mit Kleinbruggen bis 2029 ein neues Quartier mit beinahe 600 Wohneinheiten, das urbane Strukturen mit naturnaher Umgebung verbindet.

Quartiersentwicklung Kleinbruggen in Chur: Einbindung in den alpinen Lebensraum

In der Bündner Kantonshauptstadt Chur wird mit dem Projekt Kleinbruggen bis zum Jahr 2029 ein neues Quartier realisiert. Dieses umfasst nahezu 600 Wohneinheiten und bildet eine Verbindung zwischen der städtischen Bebauung und den angrenzenden Grünflächen. Das Architekturbüro Ritter Schumacher ist maßgeblich an der Gestaltung beteiligt und verantwortet die Bebauung von fünf der insgesamt dreizehn Baufelder, was einem Anteil von 40 Prozent entspricht. Das Konzept sieht eine vielfältige Mischung aus Wohn- und Lebensformen vor, die von Micro Apartments über gemeinnützigen Wohnungsbau bis hin zu Genossenschafts- und Eigentumswohnungen sowie Service-Wohnungen reicht. Die ergänzende Infrastruktur mit Gewerbeflächen, Gastronomie, Gemeinschaftsräumen, einer Kindertagesstätte, einem Kindergarten und einem Fitnessstudio ist auf die Förderung sozialer Durchmischung und einer lebendigen Nachbarschaft ausgerichtet.

Chur, im Alpenrhein-Tal gelegen, verfügt über eine lange Siedlungsgeschichte und verzeichnet als Kantonshauptstadt Graubündens mit etwa 42.000 Einwohnern ein kontinuierliches Wachstum. Das Quartier Kleinbruggen entsteht auf einer der letzten zusammenhängenden Bauzonen der Stadt, die eine Fläche von 11 Hektar umfasst. Die Baurechtnehmerin Kleinbruggen AG vergab die dreizehn Baufelder nach Investorenwettbewerben, die ab 2019 durchgeführt wurden, an einzelne Unterbaurechtnehmer. Ritter Schumacher erhielt aufgrund überzeugender Konzepte, die in Kooperation mit Investoren entwickelt wurden, den Zuschlag für mehrere Baufelder. Der Baubeginn erfolgte im Sommer 2020. Die Realisierung ist in drei Etappen unterteilt, wobei die zweite Etappe kürzlich abgeschlossen wurde und die dritte Etappe mit Fertigstellung im Jahr 2029 geplant ist.

Städtebauliches Konzept und Nachhaltigkeitsaspekte

Das städtebauliche Konzept wurde von den Zürcher Büros office haratori und Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau entwickelt. Der Entwurf sieht vor, dass sich die Baukörper fächerförmig von der Rheinfelsstraße in den Landschaftsraum des ehemaligen Rheinschwemmgebiets erstrecken. Diese Anordnung ermöglicht zur Straße hin eine dichte, städtische Bebauung, während sich die Struktur zur Landschaft hin öffnet und die Gebäude mit dem angrenzenden Grünraum und Naherholungsgebiet verzahnt. Hierdurch entsteht ein fließender Übergang von urbanem Wohnen über private Gärten zu einem gemeinschaftlichen Landschaftsraum.

Das gesamte Areal Kleinbruggen wird als erstes in Graubünden die 30 Nachhaltigkeitskriterien des SNBS-Areals (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz) erfüllen. Dies gewährleistet hohe Qualitätsstandards in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Zu den implementierten Kriterien zählen die Schaffung von Begegnungsräumen zur Förderung sozialer Interaktion sowie die Anlage durchlässiger Grünräume zur Verbesserung des Mikroklimas im Außenbereich. Des Weiteren sind Strategien zur Reduktion des Energiebedarfs und der Einsatz nutzungsflexibler Grundrisse Teil des Nachhaltigkeitskonzepts.

Vielfältige Wohnkonzepte und Realisierungsbeispiele

Für die Einhaltung der Kriterien durch die zahlreichen Akteure sind klare Vorgaben definiert. Die Gebäude sind primär drei- bis viergeschossig, teilweise ergänzt durch ein- bis zweigeschossige Attiken in Leichtbauweise. Positionierung und Ausführung der Attiken, die maximale Tiefe der Balkone sowie die Zulässigkeit von Loggien sind festgelegt. Ein Farbspektrum mit verwandten Tönen ohne starke Kontraste soll zur Ensemblewirkung und einer ruhigen Quartiersatmosphäre beitragen. Das raumhohe Sockelgeschoss wird betont und soll eine „murale“ Anmutung erhalten. Die Gestaltungsfreiheit konzentriert sich auf die Grundrisse und die Ermöglichung unterschiedlicher Wohnkonzepte. Das übergeordnete Kriterium dabei ist die soziale Vielfältigkeit.

Dies spiegelt sich in der Existenz von Miet- und Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größen sowie in der aktiven Förderung generationenübergreifenden Wohnens wider. Beispiele für Projekte von Ritter Schumacher umfassen Mikroapartments für temporäre Aufenthalte im Projekt „Durabel“ (Baufeld 3.2), das im April 2023 fertiggestellt wurde. Ferner sind Service-Wohnungen im Projekt „Churavita“ (Baufeld 7.2, Fertigstellung Dezember 2025) sowie ein gemeinnütziges Projekt für kostengünstiges Wohnen, „Utilita/Caviva“ (Baufeld 7.1, Fertigstellung Dezember 2025), in Planung oder bereits in Realisierung.

  • Durabel (Baufeld 3.2): Mikroapartments, Genossenschafts- und Eigentumswohnungen, fertiggestellt April 2023.
  • Churavita (Baufeld 7.2): Service-Wohnungen, Fertigstellung Dezember 2025.
  • Utilita/Caviva (Baufeld 7.1): Gemeinnütziges, kostengünstiges Wohnen, Fertigstellung Dezember 2025.
  • Wohnoase (Baufeld 2.1): Flexible Eigentumswohnungen, Fertigstellung September 2029.

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