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Bürobeschäftigung in Europa: KI als Akzelerator, nicht als Deakzelerator der Flächennachfrage

Eine aktuelle Analyse von Savills zeigt, dass die Konjunktur und nicht künstliche Intelligenz der primäre Treiber für die Entwicklung der Bürobeschäftigung in Europa bleibt, wobei führende KI-Unternehmen weiterhin Büromärkte in europäischen Metropolen prägen.

Bürobeschäftigung in Europa: KI als Akzelerator, nicht als Deakzelerator der Flächennachfrage

Die Diskussion um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf den klassischen Bürobereich und potenzielle Arbeitsplatzverluste hat an Intensität zugenommen. Eine von Savills durchgeführte Analyse europäischer Arbeitsmarkt-, Konjunktur- und KI-Adoptionsdaten legt jedoch nahe, dass bislang keine flächendeckende Reduktion der Bürobeschäftigung infolge dieser Technologie zu verzeichnen ist. Die Untersuchung identifiziert vielmehr das Wirtschaftswachstum als den dominanten Faktor, der die Bürobeschäftigung maßgeblich beeinflusst, während der Zusammenhang zwischen der KI-Adoption und der Beschäftigungsentwicklung als weniger signifikant eingestuft wird.

Diese Einschätzung wird durch aktuelle Arbeitsmarktdaten gestützt. Die Quote offener Stellen im Sektor der professionellen Dienstleistungen in der EU liegt, laut Savills, aktuell bei 2,4 Prozent. Dieser Wert entspricht dem Durchschnittsniveau vor der Pandemie, was gegen einen umfassenden Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften in traditionellen Bürobereichen spricht. Savills merkt jedoch an, dass dies primär auf Faktoren wie nahezu vollständige Beschäftigung, demografische Verschiebungen und bereits hohe Einkommensniveaus zurückzuführen ist, und nicht auf einen strukturellen, KI-bedingten Stellenabbau.

Konjunktur als primärer Faktor und qualitative Polarisierung

Die Untersuchung verdeutlicht, dass eine starke Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Dynamik und dem Wachstum bürobasierter Tätigkeiten besteht. Länder mit hoher KI-Nutzung, wie die nordischen Märkte oder die Benelux-Staaten, verzeichnen teilweise geringere Beschäftigungszuwächse, was die übergeordnete Rolle der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unterstreicht. Kurzfristig wird daher erwartet, dass die konjunkturelle Entwicklung die entscheidende Variable für die Entwicklung der Bürobeschäftigung in Europa bleibt. Insbesondere die schwache wirtschaftliche Dynamik in Deutschland und Frankreich übt derzeit einen stärkeren Einfluss auf die Einstellungsbereitschaft von Unternehmen aus als technologische Umbrüche.

Parallel dazu ist eine Expansion führender KI-Unternehmen in europäischen Büromärkten erkennbar. Dies manifestiert sich in signifikanten Flächenanmietungen und der strategischen Etablierung neuer Standorte. Diese Unternehmen agieren als aktive Nachfrager nach hochwertigen Büroflächen, was eine gegenläufige Tendenz zu Befürchtungen bezüglich Arbeitsplatzverlusten darstellt. Jan-Niklas Rotberg, Head of Office Agency Germany bei Savills, kommentiert, dass die aktuelle Diskussion sich häufig zu stark auf mögliche Arbeitsplatzverluste konzentriere, während die Realität zeige, dass Unternehmen mit hohen KI-Investitionen vielerorts zu den aktivsten Wachstumstreibern und Flächennachfragern gehören. Die KI verändert demnach nicht die Existenz des Büros an sich, sondern primär die Anforderungen an Qualität, Lage und Infrastruktur moderner Arbeitswelten.

Anforderungen an moderne Büroflächen

Savills prognostiziert kurzfristig keine strukturelle Schwächung der europäischen Büroflächennachfrage durch KI. Vielmehr wird eine Beschleunigung der qualitativen Polarisierung am Markt erwartet. Die Anforderungsprofile für Büroflächen entwickeln sich kontinuierlich weiter, wobei bestimmte Merkmale eine zentrale Rolle spielen. Gefragt bleiben demnach moderne, ESG-konforme und gut angebundene Flächen, die sich in zentralen, urbanen Lagen befinden.

  • Moderne Ausstattung und Infrastruktur.
  • Erfüllung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance).
  • Optimale Anbindung an die öffentliche und private Infrastruktur.
  • Zentrale und urbane Standortqualität.

Mittel- bis langfristig geht Savills davon aus, dass sich sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen sukzessive an neue Technologien anpassen und ergänzende Kompetenzen aufbauen werden. Eine Prognose von Oxford Economics antizipiert vor diesem Hintergrund ein Wachstum der bürobasierten Beschäftigung in Europa von rund vier Prozent innerhalb der kommenden zehn Jahre. Dies impliziert eine zusätzliche Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen, da Unternehmen weiterhin physische Präsenz und Kollaborationsräume benötigen.

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