Marktanalyse··3 min

Invesco Real Estate: Marktchancen im Fokus

Chase Bolding, Chief Investment Officer und Leiter des Nordamerika-Geschäfts bei Invesco Real Estate, äußert sich zu Marktchancen im privaten Vermögensmanagement und in ausgewählten Asset-Klassen.

KI-generiertInvesco Real Estate: Marktchancen im Fokus – KI-generiertes Symbolbild
Invesco Real Estate: Marktchancen im Fokus. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Chase Bolding ist Chief Investment Officer und Leiter des Nordamerika-Geschäfts bei Invesco Real Estate, einer globalen Tochtergesellschaft von Invesco, die ein Vermögen von 90 Mrd. $ verwaltet. Invesco als Gesamtunternehmen managt ein Vermögen von 2 Bio. $. Von New York City aus betreut Bolding mehrere Portfolios, die gewerbliche Immobilien im Wert von rund 40 Mrd. $ umfassen. Seit seinem Eintritt bei Invesco vor 16 Jahren hat Bolding seine Expertise in allen Asset-Klassen und Märkten ausgebaut. Heute nutzt er dieses Wissen, um das institutionelle Investmentgeschäft des Unternehmens, welches nahezu jeden Sektor berührt, sowie das seit 2019 wachsende Geschäft für privates Vermögen zu leiten. Letzteres priorisiert Core-Plus- und einkommensorientierte Strategien.

Im Bereich des privaten Vermögensmanagements verantwortet Bolding die Anlagestrategie für den Invesco Real Estate Income Trust (INREIT), ein nicht-gehandeltes REIT-Vehikel mit einem Volumen von 1,3 Mrd. $, das in stabilisierte Immobilien verschiedener Sektoren investiert. Ebenso betreut er den Invesco Commercial Real Estate Finance Trust (INCREF), einen Perpetual Life REIT, der aus Darlehen und Vorzugsaktienbeteiligungen besteht, die durch gewerbliche Immobilien gesichert sind. Zusätzlich verwaltet er kleinere Portfolios für vermögende Privatkunden und Family Offices, die effiziente, steuerlich optimierte Strategien suchen.

Karrierebeginn und Lehren aus der Finanzkrise

Bolding begann seine Karriere im Jahr 2007 bei Greenfield Partners in Connecticut, wo er nach dem Studium als einziger Analyst an einem 1 Mrd. $ schweren Closed-End Opportunity Fund mitwirkte. Er beschreibt diese Zeit als äußerst lehrreich, da sie unmittelbar vor der globalen Finanzkrise (GFC) lag. Er erhielt eine intensive Einführung in das Finanzsystem und erlebte eine dynamische Investitionsumgebung, die ihn auf die Herausforderungen des Marktes vorbereitete. Nach seiner Tätigkeit bei Greenfield Partners wechselte er 2010 zu Invesco Real Estate.

Bei Greenfield Partners spezialisierte sich Bolding auf die Arbeit mit gestressten und notleidenden Vermögenswerten. Diese Erfahrung sei über seine gesamte Karriere hinweg wertvoll gewesen, da sie ein dreidimensionales Denken über Investitionen erfordere. Dabei gehe es nicht nur um Fundamentaldaten, sondern auch um die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Zusammenarbeit mit Kreditgebern und Partnern. Er betont die Bedeutung von Verhandlungs- und Kompromissfähigkeit, die sowohl in starken als auch in angespannten Märkten von hohem Wert sei.

Die GFC lehrte ihn, ein risikobasiertes Mindset zu entwickeln. Personen, die ihre Karriere nach der GFC begannen, hätten erst nach vielen Jahren ihrer beruflichen Laufbahn vergleichbare Kapitalverluste oder Prinzipalsrisiken in dem Ausmaß erlebt, wie sie es während der GFC gab. Der Start seiner Karriere inmitten von Asset-Abschreibungen und Workouts habe ihn gelehrt, kreativ und lösungsorientiert zu handeln, um erfolgreich zu sein – eine Fähigkeit, die ein gesamter Zyklus erfordere, um sie zu vermitteln.

Der Wechsel zu Invesco und die Post-GFC-Strategie

Sein Wechsel zu Invesco wurde durch die damalige Zusammenarbeit der US-Regierung mit dem Privatsektor unter dem Troubled Asset Relief Program motiviert. Im Rahmen des Public-Private Investment Program (PPIP) wurden acht oder neun Manager ausgewählt, um durch die Bereitstellung von Kapital an Banken die Liquidität im System zu stärken, primär im verbrieften Bereich (CMBS, RMBS). Invesco Real Estate verfolgte dabei einen einzigartigen Ansatz: Das Unternehmen zielte zusätzlich auf private Immobilien ab. Bolding schloss sich dem Team an, das diesen opportunistischen Geschäftsbereich aufbaute, was er als chancenreichen Schritt in seiner Karriere empfand.

In dieser Post-GFC-Ära fokussierte sich Invesco Real Estate auf alle gewerblichen Immobilienbereiche. Anfangs standen insbesondere Darlehensverkäufe im Vordergrund, die von verschiedenen Akteuren wie Versicherungsgesellschaften, Conduit-Schuldnern und Banken angeboten wurden. Invesco kaufte diese Darlehen, wobei sie manchmal in Immobilien umgewandelt wurden, manchmal auch nicht. Die Flexibilität beim Erwerb von Krediten ermöglichte es, Darlehen zu modifizieren oder bei Bedarf Rechtsmittel einzulegen, die in den Darlehensdokumenten vorgesehen waren. Dies umfasste Hotels, Einzelhandel, Büros und Wohnungen.

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