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Infrastrukturinvestments: Selektive Betrachtung statt pauschaler Megatrend-Folge

Bertrand Cliquet von Lazard Asset Management unterstreicht die Notwendigkeit einer selektiven Herangehensweise bei Infrastrukturinvestitionen, da globale Investitionsprogramme allein nicht ausreichen, um nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten.

KI-generiertInfrastrukturinvestments: Selektive Betrachtung statt pauschaler Megatrend-Folge – KI-generiertes Symbolbild
Infrastrukturinvestments: Selektive Betrachtung statt pauschaler Megatrend-Folge. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Weltweit profitieren Infrastrukturinvestitionen von langfristig angelegten Programmen in den Bereichen Energie, Digitalisierung und Verkehr. Bertrand Cliquet, Lead-Portfoliomanager und Analyst im Global Listed Infrastructure-Team bei Lazard Asset Management, betont jedoch, dass dieser allgemeine Trend für sich genommen keine Garantie für attraktive Investments darstellt. Anleger sind demnach gut beraten, Infrastruktur nicht als homogenes Segment zu betrachten, sondern eine dezidiert selektive Anlagestrategie zu verfolgen.

Cliquet hebt hervor, dass die Qualität der zugrundeliegenden Geschäftsmodelle sowie eine realistische Bewertung die entscheidenden Kriterien für erfolgreiche Investitionen sind. In diesem Kontext bieten insbesondere stabile, regulierte Infrastrukturunternehmen attraktive Opportunitäten, da deren Geschäftsmodelle planbare Einnahmen generieren können. Die globalen Wachstumstreiber für Infrastruktur, wie der steigende Investitionsbedarf in Stromnetze, Wasserversorgung, Verkehrswege und Kommunikationsnetze, bleiben bestehen. Zusätzlich forcieren Digitalisierung, Elektrifizierung und der Ausbau erneuerbarer Energien den Kapitalbedarf, wodurch sich das Spektrum der Investitionsfelder diversifiziert.

Risikobewertung und Konzentration auf Qualität

Bertrand Cliquet warnt ausdrücklich davor, Infrastrukturinvestitionen ausschließlich anhand von einzelnen Hype-Themen wie Künstlicher Intelligenz oder Rechenzentren zu definieren. Obwohl solche Entwicklungen eine zusätzliche Nachfrage generieren können, sind sie nicht automatisch mit attraktiven Investitionsmöglichkeiten gleichzusetzen. Als Beleg hierfür führt Cliquet den Aufstieg und anschließenden Einbruch vieler Aktien im Bereich erneuerbarer Energien an, der verdeutlicht, dass ein langfristiger Trend nicht zwangsläufig ein nachhaltig gutes Investment darstellt.

Für Cliquet beginnt ein erfolgreiches Infrastrukturinvestment nicht mit der Verfolgung von Megatrends, sondern mit einer umfassenden Analyse der potenziellen Risiken. Infrastruktur sei keineswegs risikofrei; regulatorische Eingriffe, politische Entscheidungen, technologische Veränderungen oder Fehlentwicklungen einzelner Projekte können die Erträge signifikant beeinflussen. Der Fokus bei der Titelauswahl liegt demnach auf der Bewertung, da der gezahlte Preis ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Das Team von Lazard Asset Management konzentriert sich daher auf börsennotierte Aktienunternehmen, deren Geschäftsmodelle langfristig planbare und hoch sichtbare Einnahmen ermöglichen.

  • Monopolähnliche Strukturen
  • Regulierte oder langfristig vertraglich abgesicherte Erlöse
  • Eine weitgehende Inflationsbindung der Cashflows

Beispiele für derartige Investitionsfelder sind regulierte Strom-, Gas- und Wassernetze, Mautstraßen, Flughäfen, monopolartige Schienennetze und Telekommunikationsinfrastruktur. Cliquet merkt hierzu an, dass solche Investments zwar als „langweilig“ empfunden werden könnten, jedoch profitabel seien. Anstatt eine breite Abdeckung verschiedener Infrastruktursegmente anzustreben, präferieren Cliquet und sein Team einen konzentrierten Auswahlprozess, bei dem Fundamentaldaten und Bewertung ausschlaggebend sind. Dies kann zeitweise zu deutlichen regionalen Abweichungen von Branchenindizes führen. Aktuell identifiziert der Portfoliomanager insbesondere in Europa attraktive Chancen bei regulierten Versorgern, die trotz steigender Investitionen in Stromnetze und Elektrifizierung weiterhin mit Bewertungsabschlägen gehandelt werden. Diese Unternehmen, so Cliquet, wachsen und investieren massiv, während sie gleichzeitig attraktive Bewertungen aufweisen.

Die Relevanz aktiven Managements

Angesichts der Heterogenität des Infrastruktur-Anlageuniversums ist ein aktiver Investmentansatz unerlässlich, so Cliquet. Das primäre Ziel ist nicht die uneingeschränkte Partizipation an jedem Aufschwung, sondern der Kapitalerhalt über Marktzyklen hinweg sowie die Generierung attraktiver risikoadjustierter Erträge. Dies erfordert eine hochselektive Vorgehensweise und eine präzise Unterscheidung, welche Infrastrukturunternehmen dauerhaft stabile Erträge liefern können.

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