Die REALOGIS Unternehmensgruppe analysierte den Kölner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt für das erste Halbjahr 2026. Der registrierte Flächenumsatz aller Marktteilnehmer belief sich auf 175.800 Quadratmeter. Davon entfielen 165.800 Quadratmeter, entsprechend 94 Prozent, auf Hallenflächen. Büroflächen machten 7.700 Quadratmeter (5 Prozent) aus, Mezzaninflächen 2.300 Quadratmeter (1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die umgesetzte Hallenfläche mit einem Zuwachs von 105 Prozent auf 85.100 Quadratmeter mehr als verdoppelt. Dieser Wert übertrifft den Fünf-Jahres-Durchschnitt der Hallenfläche von 124.440 Quadratmetern um 33 Prozent.
Drei Großabschlüsse durch ID Logistics, Goodcang Logistics und Westmax Consulting generierten zusammen 128.800 Quadratmeter, was 73 Prozent des gesamten Flächenumsatzes entspricht. Bülent Alemdag, Geschäftsführer der REALOGIS Immobilien Düsseldorf GmbH, die für die Region Köln zuständig ist, stellte fest, dass der hohe Flächenumsatz nicht auf eine breite Marktbelebung hindeutet, sondern primär das Ergebnis weniger großer Abschlüsse in Bestandsimmobilien ist. Er betonte, dass das Ausbleiben von Anmietungen auf der Grünen Wiese zeige, dass kurzfristig verfügbare Neubauflächen im Kölner Markt kaum eine Rolle spielen. Dies führe zu einer anspruchsvollen Suche für Nutzer mit größerem Flächenbedarf.
Mietpreisentwicklung und Flächenverteilung
Die Mietpreise im Kölner Markt für Industrie- und Logistikimmobilien verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 keine Veränderungen. Die Spitzenmiete blieb konstant bei 8,00 Euro pro Quadratmeter und die Durchschnittsmiete bei 6,85 Euro pro Quadratmeter. Das Mietniveau konnte somit trotz der veränderten Umsatzdynamik gehalten werden.
Mietabschlüsse konzentrierten sich fast ausschließlich auf Bestandsobjekte, die 170.600 Quadratmeter oder 97 Prozent des Marktvolumens ausmachten. Die genannten drei Großabschlüsse trugen 75 Prozent zu diesem Bestandsflächenumsatz bei. Weit abgeschlagen folgten Abschlüsse in Neubauobjekten auf ehemaligen Brownfields mit 5.200 Quadratmetern (3 Prozent). Anmietungen in Neubauflächen auf der Grünen Wiese wurden im Berichtszeitraum nicht registriert. Der Kölner Markt war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ein reiner Mietmarkt, da keine Eigennutzerabschlüsse zu verzeichnen waren.
Dominante Segmente und Nutzergruppen
Big-Box-Flächen dominierten die Marktstruktur nach Gebäudeart mit 161.200 Quadratmetern oder 92 Prozent. Sonstige Objekte, die weder Big-Box-Flächen noch klassischen Gewerbeparks zuzuordnen sind, folgten mit 10.100 Quadratmetern (6 Prozent). Gewerbeparks spielten mit 4.500 Quadratmetern (2 Prozent) eine geringere Rolle.
Die Logistik- und Speditionsbranche stellte die stärkste Nutzergruppe dar, mit einem Flächenumsatz von 152.700 Quadratmetern, was einem Marktanteil von 87 Prozent entspricht. Die drei größten Abschlüsse des ersten Halbjahres entfielen auf diese Branche und vereinten 84 Prozent des Branchenumsatzes. Der Handel belegte mit 15.500 Quadratmetern (9 Prozent) den zweiten Rang, wobei der E-Commerce mit 11.900 Quadratmetern (77 Prozent des Handelsumsatzes) dominierte. Der stationäre Handel erreichte 3.600 Quadratmeter (23 Prozent). Sonstige Branchen machten 7.600 Quadratmeter (4 Prozent) aus, während keine Anmietungen durch Industrie- und Produktionsunternehmen registriert wurden.
- —Großflächen ab 10.001 Quadratmeter bestimmten den Markt mit 152.700 Quadratmetern und 87 Prozent des Gesamtumsatzes.
- —Der Umsatz in dieser Kategorie wurde zu 84 Prozent durch die Top-Abschlüsse von ID Logistics, Goodcang Logistics und Westmax Consulting erzielt.
- —Größere Flächen zwischen 5.001 und 10.000 Quadratmeter belegten den zweiten Platz mit 14.500 Quadratmetern (8 Prozent).
- —Mittlere Flächen von 3.001 bis 5.000 Quadratmeter trugen 7.000 Quadratmeter (4 Prozent) bei. Kleinstflächen unter 1.000 Quadratmeter spielten mit 1.600 Quadratmetern (1 Prozent) keine nennenswerte Rolle, und Anmietungen kleinerer Flächen zwischen 1.001 und 3.000 Quadratmeter wurden nicht beobachtet.




