Nach einer Marktanalyse von Savills ist eine signifikante Erholung des Ankaufsvolumens durch grenzüberschreitende Investoren im europäischen Büroimmobilienmarkt festzustellen. Insbesondere französische SCPIs zeigen weiterhin Präsenz in regionalen Städten des Vereinigten Königreichs und haben ihre Investitionen in Zentral- und Osteuropa (CEE) ausgedehnt. Zudem richten diese ihren Fokus auf die nordischen Länder, um dort höhere Renditen zu erzielen.
Verschiedene Nationen haben im Jahr 2025 ihr Engagement in europäischen Büroimmobilien im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre deutlich gesteigert. Norwegische Investoren verzeichneten eine Zunahme von 297 %, japanische Investoren von 264 % und tschechische Investoren von 61 %. Spanische Investoren erhöhten ihre Investitionen um 27 %, und Käufer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten steigerten diese um 51 %. Diese Daten unterstreichen die wieder wachsende Attraktivität europäischer Büromärkte für internationale Kapitalgeber.
Marktbelebung und Finanzierungsbereitschaft
Savills hebt hervor, dass Banken weiterhin bereit sind, die Finanzierung von hochwertigen und zentral gelegenen Büroliegenschaften zu unterstützen. Dies trägt zu einer schrittweisen Verbesserung der Liquidität bei Transaktionen mit höheren Losgrößen bei. Ein Beispiel hierfür ist der spanische Markt, wo die Büroinvestitionen im ersten Quartal 2026 auf über 1 Mrd. Euro anstiegen. Dies wurde unter anderem durch den Verkauf des Bürogebäudes Edificio Estel in Barcelona von Bain Capital und der Freo Group an InmoCaixa maßgeblich beeinflusst, eine Transaktion, bei der Savills beratend tätig war.
Ein weiteres Indiz für eine verbesserte Marktliquidität stellt der Verkauf der Immobilie 83–85 Avenue Marceau in Paris an Hines für 243 Mio. Euro dar. Diese Transaktionen spiegeln eine insgesamt positive Entwicklung in größeren europäischen Metropolen wider. Die Spitzenrenditen für europäische Büroimmobilien blieben im ersten Quartal 2026 mit durchschnittlich 4,9 % stabil. Während Bukarest eine Anziehung von 20 Basispunkten erlebte und Barcelona, Madrid sowie Manchester jeweils 25 Basispunkte zulegten, verzeichnete Prag ein leichtes Nachgeben um 10 Basispunkte.
Fundamentale Attraktivität und deutsche Marktentwicklung
Mike Barnes, European Office Research Director bei Savills, kommentiert, dass die fundamentalen Rahmenbedingungen für Investitionen attraktiv bleiben. Die durchschnittlichen Spitzenmieten für Büros stiegen im vergangenen Jahr um über 4 %, und für das laufende Jahr wird ein weiteres Wachstum von 3,7 % prognostiziert. Dies reflektiert eine bestehende Unterversorgung mit hochwertigen Büroflächen. Es wird erwartet, dass der Druck auf die Margen der Projektentwickler zu einer Verzögerung zahlreicher Projekte führen könnte.
James Burke, Director, Global Cross Border Investment bei Savills, ergänzt, dass laut RCA-Daten im Jahr 2025 Büroflächen in Kontinentaleuropa im Wert von über 3 Mrd. Euro für Revitalisierungs- beziehungsweise Umnutzungszwecke erworben wurden. Dies markiert das stärkste Jahr seit 2021 in diesem Segment. Für den deutschen Büroinvestmentmarkt stellt Karsten Nemecek, Deputy CEO Germany und Head of Capital Markets Germany bei Savills, fest, dass die Marktaktivität zunimmt. Er beobachtet eine steigende Anzahl an Immobilien in Verkaufsprozessen, gepaart mit realistischeren Preisvorstellungen und erhöhter Verhandlungsbereitschaft aufseiten der Verkäufer. Dies deutet auf eine moderat steigende Transaktionszahl in einem weiterhin von selektiver Nachfrage geprägten Umfeld hin. Insbesondere private Investoren und Family Offices tragen derzeit signifikant zur Marktliquidität bei, indem sie vermehrt Büroimmobilien in Deutschland ankaufen.




