Es liegt nahe anzunehmen, dass Los Angeles den größten Beitrag zur Verteidigungsindustrie und zu Kriegsanstrengungen durch die Produktion von Filmen leistet, die den Heldenmut im Kampf zelebrieren. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Instabilität, der Kampfeinsätze, die entscheidende Waffenbestände aufbrauchen, und der fortgesetzten Bemühungen, das US-Militär an die modernen Anforderungen der High-Tech-Kriegsführung anzupassen, steigen die Verteidigungsausgaben jedoch rapide. Nirgendwo profitiert man davon mehr als in Südkalifornien, insbesondere in der South Bay. Diese Ansammlung kleiner Städte angrenzend an Los Angeles, darunter Torrance, Hawthorne, Long Beach und El Segundo, hat ihre hafennah gelegenen Lagerflächen in Zentren militärischer Fertigungsaktivitäten verwandelt.
„Die Wachstumskurve, die wir derzeit für die South Bay sehen, ist beispiellos“, sagte Mac Burridge, Managing Director bei JLL und Leiter des Teams für fortschrittliche Fertigung. Er verglich die Situation mit dem Inland Empire während COVID, wo es einen „Frenzy“ um verfügbaren Raum gab.
Historische Prägung und aktuelle Dynamik
Historisch war die South Bay ein Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnologie. Viele der größten traditionellen Verteidigungsunternehmen, die sogenannten „Primes“, agieren aus dem Großraum L.A. SpaceX, das Anfang des Jahres seinen Börsengang hatte, wurde in der kleinen Stadt El Segundo gegründet. Diese Stadt, ein Knotenpunkt für Start-ups und Innovationen südlich des Los Angeles International Airport, ist ein Beispiel für die hohe Technologiedichte. Diese Technologieaktivität hat sich jüngst stark beschleunigt, eine Mobilisierung, die zu den Lichtblicken der südkalifornischen Wirtschaft zählt. Im vergangenen Jahr wurden in Kalifornien rekordverdächtige 366 Mrd. $ in Start-ups investiert, angetrieben durch den KI-Boom. Der Boom im Bereich Verteidigungstechnologie könnte jedoch noch ausgeprägter sein.
Der „One Big Beautiful Bill Act“ vom letzten Sommer bewilligte 153 Mrd. $ an zusätzlichen Verteidigungsausgaben, zusätzlich zu Rekordbudgets des Pentagons, mit vorgeschlagenen 1,5 Billionen $ für das nächste Jahr. Die nationalen Risikokapitalinvestitionen in US-Verteidigungstechnologie beliefen sich laut Pitchbook in den letzten vier Quartalen auf rund 70 Mrd. $, ein Anstieg von 63 Prozent gegenüber den vier Quartalen zuvor. Im Jahr 2025 erhielt Los Angeles County die meisten direkten Verträge des US-Verteidigungsministeriums in den USA, so Chad Tredway, Global Head of Real Estate bei J.P. Morgan Asset Management. Die US-Regierung stellte dem Großraum L.A. insgesamt 8,9 Mrd. $ an Bundesmitteln zur Verfügung, was ein historisches Wachstum von Start-ups und Rüstungsunternehmen katalysierte.
Spezifische Anforderungen und Marktengpässe
„Los Angeles hat die bedeutendste Fertigungsbasis des Landes“, erklärte Tredway, der seit langem Investitionen in hochleistungsfähige Industrieanlagen lenkt. Er ergänzte, dass der „Rust Belt“ die alten Fertigungsmethoden mit vielen Menschen in einer Fabrik repräsentiere, während die Industrie sich hin zu hochspezialisierten, technologiegetriebenen Verteidigungsunternehmen entwickle, die sich alle in Südkalifornien ansiedeln würden. Start-ups suchen gezielt nach bestimmten Arten von Arbeitsplätzen der nächsten Generation, insbesondere nach großen Industriehallen mit ausreichend Grundfläche für schwere Maschinen, Klimaanlagen, Böden mit Vibrationskontrolle, vielen Parkplätzen für große Belegschaften und ausreichender Stromversorgung.
Diese Expansion hat die gesamte Lagervermietung in der Region angekurbelt. CBRE berichtete, dass der Industriemarkt in Los Angeles im zweiten Quartal 2026 eine Nettoabsorption von 2,8 Millionen Quadratfuß verzeichnete, was nahezu dem Dreifachen des Vorquartals entspricht. Burridge schätzte, dass die Nachfrage nach fortschrittlichen Fertigungsflächen in der South Bay das Vierfache des derzeitigen Angebots beträgt, was zu einem enormen Boom und einer Reihe großer Deals führt, ohne dass ein Nachlassen in Sicht ist. El Segundos Bürgermeister Chris Pimentel bemerkte, das konstante Wachstum der Branche bedeute eine ständige Nachfrage nach Inkubationsflächen, da sich mit der technologischen Entwicklung immer neue Start-up-Wellen bilden und wachsen.
Die Nachrichten über Finanzierungen und Mietverträge kommen schnell. Der in Torrance ansässige Waffenhersteller Hadrian sammelte Anfang August 1,7 Mrd. $ in einer Serie-D-Finanzierungsrunde ein. Diesen Sommer unterzeichnete das Nuklear-Start-up Valar Atomics einen Mietvertrag über 512.000 Quadratfuß in Torrance, während Divergent Tech, Hersteller von Tomahawk-Raketenteilen, einen Mietvertrag über 415.000 Quadratfuß in Long Beach unterzeichnete. Hermeus, ein Luftfahrt-Start-up, das Hyperschall-Jets herstellt, gab im April seinen Umzug von Atlanta nach El Segundo bekannt.
„Die größte Herausforderung ist die Stromversorgung“, sagte Bob Dougherty, Chief Investment Officer bei Luminous Capital Management, das ein Industrieparkportfolio in Südkalifornien betreibt. Er betonte, dass man es mit Versorgungsunternehmen zu tun habe, die durch die Nachfrage von Rechenzentren und anderen großen Stromverbrauchern stark belastet seien. Obwohl Kritiker den Golden State oft wegen seiner hohen Kosten und strengen Regulierung anprangern, sehen Start-ups hier einen großen Vorteil. Wie Burridge und andere bestätigen, erkennen all diese Gruppen die Notwendigkeit, ihr Unternehmen in Südkalifornien anzusiedeln – eine Wahl, die ausschließlich durch das einzigartige Talentangebot der Region bestimmt wird.














