Das aktuelle Update der Cushman & Wakefield Studie „DNA of Real Estate“ offenbart eine differenzierte Entwicklung auf den europäischen Immobilienmärkten im zweiten Quartal 2026. Während das Mietpreiswachstum in den Kernsegmenten Büro, Logistik und Einzelhandel anhält, ist eine leichte Ausweitung der Spitzenrenditen zu verzeichnen. Dies signalisiert das Ende einer flächendeckenden Renditekompression. Das Marktumfeld war weiterhin von geopolitischen Unsicherheiten und einem erhöhten Zinsniveau geprägt, wobei die Anleiherenditen über weite Strecken des Quartals hoch blieben und erst gegen Ende leicht nachgaben.
Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Juni führte zu einem weiteren Rückgang der Erwartungen bezüglich zukünftiger Renditekompressionen, was sich auf die Kapitalwerte auswirkte. Simon Jeschioro, Head of Capital Markets & Investment Advisory Germany bei Cushman & Wakefield, stellt fest, dass keine breite Phase der Renditekompression bevorsteht. Er betont, dass die Performance größerer Transaktionen derzeit stark von der individuellen Standort- und Asset-Selektion abhängt. Investoren sollten sich auf potenziell höhere Finanzierungskosten einstellen, wobei Preisabschläge nicht flächendeckend zu erwarten sind. Hochwertige, nahezu vollständig vermietete Core-CBD-Assets behalten ihre Attraktivität und eine stabile Nachfrage.
Mietpreisdynamik und Renditeentwicklung
Nigel Almond, Senior Director, Global Property Research & Intelligence, EMEA bei Cushman & Wakefield, kommentiert, dass trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen mehr als drei Viertel der europäischen Märkte stabile Renditen aufwiesen, während die Anzahl der Märkte mit steigenden Renditen zunahm. Das Mietpreiswachstum setzte sich insbesondere im Bürosektor fort und unterstützt ein moderates Kapitalwertwachstum in Europa. Die CBD-Spitzen-Büromieten in Europa stiegen quartierbezogen um 1,2 Prozent und im Jahresvergleich um 4,5 Prozent, getrieben durch eine starke Flächennachfrage.
- —Benelux verzeichnete den stärksten vierteljährlichen Mietanstieg mit 2,6 Prozent.
- —In Deutschland betrug der Anstieg 1,9 Prozent.
- —Das Vereinigte Königreich und Irland zeigten ein Wachstum von 1,6 Prozent.
- —Rotterdam stach mit einem Anstieg von 13,2 Prozent auf 385 Euro pro Quadratmeter und Jahr hervor, bedingt durch jüngste Vermietungsabschlüsse und höhere Angebotsmieten bei Neubauten.
Parallel zum Mietwachstum zeigte sich eine Trendwende bei den Renditen im Bürosektor. Sieben europäische Büromärkte meldeten im zweiten Quartal Renditeausweitungen – die höchste Zahl seit zwei Jahren. Lediglich zwei Märkte verzeichneten noch eine Renditekompression. Dies führte zu einem Anstieg der durchschnittlichen europäischen Spitzenrendite für Büroimmobilien um 3 Basispunkte auf 5,39 Prozent.
Regionale Resilienz und Investorenfokus
Südeuropa sowie Zentral- und Osteuropa erwiesen sich als die widerstandsfähigsten Regionen. Beide Regionen kombinierten ein vergleichsweise starkes Mietpreiswachstum mit überwiegend stabilen oder leicht rückläufigen Renditen im zweiten Quartal. Damit konnten sie ihre Attraktivität für Investoren im aktuellen Marktumfeld behaupten. Die anhaltende Liquidität im Markt steht einem Stocken vieler Transaktionen gegenüber. Investitionsentscheidungen werden zunehmend durch die spezifische Qualität einzelner Standorte und Objekte bestimmt. Hochwertige Core-Immobilien in etablierten Top-Lagen bleiben für institutionelle Investoren die bevorzugte Wahl.




