Die europäischen Core-Immobilienmärkte könnten eine wachstumsgetriebene Erholungsphase erleben. Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, erhöhter Energiepreise und wiederaufkommender Inflationsrisiken, die eine zinsbedingt verlängerte Stabilisierungszeit für Kapitalwerte zur Folge haben, zeichnen sich neue Wachstumsimpulse ab. Ein entscheidender Faktor hierbei ist Europas Bestreben nach einer verstärkten Eigenständigkeit, welches erhebliche Chancen für Immobilieninvestoren eröffnet.
Justin Curlow, Global Head of Research & Strategy bei BNPP AM Alts, hebt hervor, dass Europas verstärkte Investitionen in Verteidigungs- und Energieinfrastrukturen zur Stärkung der Souveränität einen erheblichen zusätzlichen Flächenbedarf auf den Immobilienmärkten generieren werden. Parallel dazu erweisen sich die Fundamentaldaten in allen bedeutenden europäischen Immobiliensektoren als robust. Insbesondere bei herausragend gelegenen, hochwertig ausgestatteten und zertifizierten Flächen ist der Leerstand weiterhin gering, da die Nachfrage der Nutzer in diesen Segmenten merklich zunimmt.
Aktuelle Marktdynamiken
Die aktuelle Analyse von BNPP AM Alts identifiziert mehrere Kernpunkte, die die Entwicklung der europäischen Immobilienmärkte prägen. Die Kapitalwerte europäischer Immobilien haben sich stabilisiert und verzeichnen in den erfolgreichsten Sektoren bereits wieder Zuwächse. Diese Steigerungen resultieren aus steigenden operativen Nettoerträgen und Marktmieten, nicht aus einer Renditekompression. Curlow prognostiziert, dass die bevorstehende Phase der Erholung vorwiegend ertragsgetrieben sein wird.
Kontinentaleuropa weist weiterhin eine vorteilhafte relative Bewertung auf. Erstklassige Immobilien bieten sektorübergreifend Transaktionsrenditen von etwa 5 %, was einen deutlichen Aufschlag gegenüber langfristigen Staatsanleihen darstellt. Besonders attraktiv sind die Renditeaufschläge im Logistik- und Einzelhandelssegment im internationalen Vergleich, da der europäische Markt Korrekturen schneller vollzogen hat als der US-amerikanische Markt.
Die Erholungsdynamik umfasst mittlerweile nicht mehr nur Wohn- und Logistiksegmente. Auch die Nutzermärkte für Einzelhandel, Büros und Hotels haben sich signifikant verbessert. In einigen südeuropäischen Märkten ist das Angebot an hochwertigen Einkaufszentren aufgrund der starken Mieternachfrage bereits verknappt. Allerdings vergrößert sich die Differenz zwischen modernen, stark nachgefragten Objekten und älteren Beständen. Curlow betont, dass Qualität, Lage und Nachhaltigkeitseigenschaften entscheidend für die Bewertung und die Ergebnisse sind. Eine selektive Kapitalallokation und ein aktives Asset Management werden in der kommenden Erholungsphase maßgebliche Treiber für die Portfolioentwicklung darstellen.
Strategische Implikationen
- —Kontinuierliche Bedeutung von Qualität und Nachhaltigkeit bei Investitionsentscheidungen.
- —Potenzieller Flächenbedarf durch Infrastrukturinvestitionen in Verteidigung und Energie.
- —Ertragsgetriebenes Wachstum als primärer Faktor für Kapitalwertsteigerungen.
- —Attraktive relative Bewertung europäischer Immobilien im internationalen Kontext.




