Die Aareal Bank hat das erste Halbjahr mit einem bereinigten Betriebsergebnis von 208 Millionen Euro abgeschlossen. Das tatsächliche Betriebsergebnis, unter Berücksichtigung von Einmalkosten für Effizienzmaßnahmen und Investitionen in die IT-Infrastruktur, belief sich auf 199 Millionen Euro. Diese Zahlen spiegeln die Stärke des Geschäftsmodells der Bank wider, das sich auf zwei wesentliche Kundenbereiche konzentriert: die Immobilienfinanzierung und die Einlagen aus der Wohnungswirtschaft.
Dr. Christian Ricken, Vorstandsvorsitzender der Aareal Bank, kommentierte, dass die Halbjahreszahlen die Robustheit des ausbalancierten Geschäftsmodells belegen. Er hob hervor, dass sowohl das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung als auch die Entwicklung der Einlagen aus der Wohnungswirtschaft positive Ergebnisse zeigten. Der Zinsüberschuss erreichte 474 Millionen Euro und stieg somit trotz eines im Vorjahresvergleich niedrigeren Zinsumfelds. Dieser Anstieg resultierte aus einem höheren Kreditportfolio und einem deutlich gewachsenen durchschnittlichen Einlagenvolumen der Bank.
Die Gesamtrisikovorsorge bewegte sich mit 127 Millionen Euro im Rahmen der Erwartungen für die Gesamtjahresentwicklung. Das globale makroökonomische Umfeld war im Berichtszeitraum von geopolitischen Spannungen geprägt, erwies sich jedoch als widerstandsfähig. Die Aareal Bank prognostiziert weiterhin eine volatile Entwicklung der geopolitischen und makroökonomischen Lage. Das aktive Management leistungsgestörter Kredite (NPLs) wurde konsequent fortgesetzt. Das NPL-Volumen blieb per 30. Juni 2026 mit 1,17 Milliarden Euro annähernd konstant. Die Bank verfolgt weiterhin das Ziel, das NPL-Volumen bis Ende 2026 auf unter eine Milliarde Euro zu reduzieren.
Kostenmanagement und Kapitalausstattung
Dank einer effizienten Kostenkontrolle und positiven Effekten aus umgesetzten Effizienzmaßnahmen konnte der bereinigte Verwaltungsaufwand auf 155 Millionen Euro gesenkt werden. Die anfallenden Einmalkosten beliefen sich im ersten Halbjahr auf 9 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio der Bank, bereinigt um Sonderaufwendungen, lag bei 31 Prozent, ein Wert, der auch im internationalen Vergleich als niedrig einzustufen ist. Das Ergebnis aus den sonstigen Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung, welches Bewertungsveränderungen und Rückzahlungen umfasst, betrug 23 Millionen Euro. Das Nettoergebnis nach Steuern und Verzinsung der AT1-Anleihe belief sich auf 126 Millionen Euro. Die bereinigte Eigenkapitalrendite nach Steuern erreichte 8,3 Prozent.
Die Kapitalausstattung der Aareal Bank verbleibt auf einem soliden Niveau. Die harte Kernkapitalquote (Basel IV CET1 Quote fully-phased) betrug zum 30. Juni 2026 15,6 Prozent, die Gesamtkapitalquote (Basel IV fully-phased) 21,1 Prozent. Im ersten Halbjahr war die Aareal Bank zudem aktiv in der Refinanzierung am Kapitalmarkt und konnte insgesamt 1,7 Milliarden Euro platzieren. Dies umfasste unter anderem drei Pfandbrief-Benchmark-Transaktionen, darunter der erste grüne Pfandbrief der Bank mit einem Volumen von 625 Millionen Euro. Die Liquiditätsquoten LCR und NSFR lagen bei 201 respektive 115 Prozent und unterstreichen die robuste Liquiditätsposition.
Entwicklung der Geschäftssegmente
Im Segment Banking & Digital Solutions (BDS) überschritt das Einlagenvolumen von Kunden aus der Wohnungs- und Energiewirtschaft im Juni erstmals die 15-Milliarden-Euro-Marke. Das durchschnittliche Volumen im zweiten Quartal stieg auf 14,8 Milliarden Euro, im gesamten ersten Halbjahr betrug es durchschnittlich 14,7 Milliarden Euro. Einschließlich der Retail-Einlagen belief sich das durchschnittliche Gesamteinlagenvolumen im ersten Halbjahr auf 17,5 Milliarden Euro. Das starke Einlagengeschäft stärkt die Refinanzierungsbasis der Bank und etabliert BDS zunehmend als bedeutenden Ertrags- und Stabilitätsanker der Gruppe. Der Zinsüberschuss in diesem Segment verbesserte sich um 10 Prozent auf 125 Millionen Euro. BDS expandiert weiterhin international und erschließt neue Wachstumschancen außerhalb des deutschen Kernmarktes, unter anderem durch den Markteintritt in den Niederlanden.
Im Segment Strukturierte Immobilienfinanzierungen (SPF) entwickelten sich das Neugeschäft und das Portfolio strategiekonform. Das Volumen von Prolongationen und neu ausgereichten Krediten belief sich im ersten Halbjahr auf 4,7 Milliarden Euro. Ein Fokus lag dabei auf länderübergreifenden Portfolien und dem Hospitality-Sektor. Auf die Erstkreditvergabe entfielen 2,9 Milliarden Euro bei stabilen Margen und niedrigen Beleihungsausläufen. Die durchschnittliche Bruttomarge lag bei 242 Basispunkten, die durchschnittlichen Beleihungsausläufe betrugen konservative 55 Prozent. Neue Kredite wurden primär in Europa vergeben, während in den USA vornehmlich Prolongationen getätigt wurden. Das Portfoliovolumen erreichte per 30. Juni 2026 34,4 Milliarden Euro, was dem Zielwert für das Gesamtjahr entspricht. Die Portfoliokennzahlen, mit einem durchschnittlichen Beleihungsauslauf von 56 Prozent und einem durchschnittlichen Yield-on-debt von 9,9 Prozent, signalisieren ein konservatives Risikoniveau.




