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Rücklagenrechner

Berechnen Sie die empfohlene Instandhaltungs­rücklage (Peters'sche Formel) für Ihre Immobilie pro Quadratmeter und Jahr.

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Ergebnis
Empfohlen pro m² / Jahr41,25 €
Empfohlen pro Monat205 €
Empfohlen pro Jahr2.454 €
Peters'sche Formel: 1,5 × Herstellungskosten / 80 Jahre. Wohnungs­eigentümer­anteil ca. 70 %.
— Hintergrund

So funktioniert dieser Rechner

Jede Immobilie altert — Dach, Heizung, Fenster, Bad und Fassade haben begrenzte Lebensdauern. Wer für diese Sanierungen nicht vorsorgt, gerät in der Mitte der Nutzungs­dauer in finanzielle Engpässe. Der Rücklagen­rechner ermittelt die empfohlene Instandhaltungs­rücklage nach der Peters'schen Formel — der gängigsten Schätzmethode der Immobilien­wirtschaft.

Die Peters'sche Formel

Friedrich Peters entwickelte die Formel als Faustregel: Pro Quadratmeter Wohnfläche entstehen über 80 Jahre Instandhaltungs­kosten in Höhe des 1,5-fachen der ursprünglichen Herstellungs­kosten. Daraus ergibt sich die jährliche Rücklage pro Quadratmeter: (1,5 × Herstellungs­kosten) / 80.

Für Eigentums­wohnungen wird der Anteil des Sondereigentums ausgenommen — typisch werden 70 % der so ermittelten Summe als Beitrag zur gemeinschaftlichen Rücklage angesetzt. Die übrigen 30 % entfallen auf das Sondereigentum (Innenausbau der Wohnung) und liegen in der eigenen Verantwortung.

Bei Herstellungs­kosten von 2.500 €/m² und 85 m² Wohnfläche ergeben sich rund 47 € pro m²/Jahr × 85 m² × 70 % = ca. 2.800 € pro Jahr für die Gemeinschafts­rücklage. Hinzu kommen rund 1.200 € für individuelle Modernisierungen — insgesamt rund 4.000 € jährlich.

Gesetzliche Mindestrücklagen — und warum sie zu niedrig sind

Nach § 19 Abs. 2 Nr. 4 WEG müssen Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften eine angemessene Rücklage bilden. »Angemessen« wird in der Praxis oft mit 0,80 bis 1,50 €/m²/Monat ausgelegt — ein Bruchteil dessen, was die Peters'sche Formel ausweist.

Folge: Viele Eigentümer­gemeinschaften sind chronisch unter­dotiert. Bei großen Sanierungen (Dach, Heizung, Fassade, Aufzug) müssen Sonderumlagen beschlossen werden, die im fünf- oder sechsstelligen Bereich liegen können.

Beim Kauf einer Bestands­wohnung in einer WEG immer den Stand der Instandhaltungs­rücklage prüfen — und nicht nur die Höhe, sondern auch den Sanierungs­stau. Eine WEG mit hoher Rücklage und gepflegter Substanz ist viel mehr wert als die mit der formal billigsten Wohnung.

Glossar — die wichtigsten Fachbegriffe

Instandhaltungs­rücklage
Vorsorgekapital der WEG für künftige Reparaturen am Gemeinschafts­eigentum.
Peters'sche Formel
Faustregel für angemessene Rücklage: 1,5 × Herstellungs­kosten / 80 Jahre × 70 %.
Gemeinschafts­eigentum
Alle Bauteile, die nicht ausschließlich einer Wohnung dienen — Dach, Treppenhaus, Fassade, Heizung.
Sondereigentum
Räumlich abgeschlossene Wohnung selbst — Innenausbau, Bodenbelag, Sanitär in der Wohnung.
Sonderumlage
Zusätzliche Zahlung der Eigentümer für unvorhergesehene oder große Sanierungen.
Sanierungsstau
Aufgeschobene Instandhaltungs­maßnahmen, die früher oder später schlagartig nachgeholt werden müssen.
WEG
Wohnungs­eigentümer­gemeinschaft — alle Eigentümer einer Wohnanlage gemeinsam.