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Wie hoch sind die Grundstückspreise in Hannover?

Die Grundstückspreise in Hannover variieren stark je nach Lage und weiteren Faktoren. Erfahren Sie, welche Aspekte den Bodenwert beeinflussen und wo in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit welchen Kosten zu rechnen ist.

7 min Lesezeit
Wie hoch sind die Grundstückspreise in Hannover?

Für viele Menschen ist der Traum vom Eigenheim untrennbar mit dem Besitz eines eigenen Grundstücks verbunden. Doch gerade in größeren Städten wie Hannover stellt der Erwerb eines Baugrundstücks eine erhebliche Investition dar. Die Preise werden dabei von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die es zu verstehen gilt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte, die zur Preisbildung von Grundstücken in Hannover beitragen, und gibt einen Überblick über die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt der niedersächsischen Landeshauptstadt. Wir zeigen auf, welche Stadtteile besonders begehrt sind, welche Rolle die Bodenrichtwerte spielen und welche weiteren Kosten beim Grundstückserwerb anfallen können, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Was ist ein Grundstück und welche Arten gibt es?

Ein Grundstück ist ein abgegrenzter Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch als eigenständige Einheit verzeichnet ist. Es handelt sich um eine unbewegliche Sache, die im Gegensatz zu Gebäuden oder anderen Aufbauten nicht ohne Weiteres versetzt werden kann. Für die Immobilienbewertung und den Kaufpreis ist es wichtig, zwischen verschiedenen Arten von Grundstücken zu unterscheiden, da diese unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und damit verbundene Werte aufweisen.

Die primäre Einteilung erfolgt oft nach ihrer baulichen Nutzbarkeit. Ein Baugrundstück ist für die Bebauung vorgesehen und in der Regel bereits erschlossen oder kann leicht erschlossen werden. Dies ist die häufigste Form, die Interessenten für den Bau eines Eigenheims suchen. Daneben gibt es landwirtschaftliche Flächen, Forstgrundstücke, Grünflächen oder auch Gewerbegrundstücke, deren Wert sich aus ihrer spezifischen Nutzung ergibt. Auch die Unterscheidung zwischen erschlossenen und unerschlossenen Grundstücken ist entscheidend für den Preis. Ein erschlossenes Grundstück ist bereits an das öffentliche Versorgungsnetz (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation) angeschlossen und verfügt über eine Anbindung an das Straßennetz. Bei einem unerschlossenen Grundstück müssen diese Anschlüsse noch hergestellt werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

  • Bauland: Grundstücke, die für die Bebauung vorgesehen sind.
  • Ackerland: Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden.
  • Forstflächen: Grundstücke, die mit Wald bestanden sind.
  • Gewerbegrundstücke: Flächen für gewerbliche Nutzung.
  • Erschlossenes Grundstück: Mit Versorgungsanschlüssen und Straßenanbindung.
  • Unerschlossenes Grundstück: Ohne vorhandene externe Versorgungsanschlüsse.

Der Bodenrichtwert: Ein wichtiger Indikator in Hannover

Der Bodenrichtwert ist ein zentraler Begriff, wenn es um die Bewertung von Grundstücken geht. Er ist ein durchschnittlicher Lagewert für den Boden unter Berücksichtigung des Zustand des Erschließungszustandes, der Art und des Maßes der baulichen Nutzung und weiterer wertrelevanter Merkmale. Der Bodenrichtwert wird von den Gutachterausschüssen für Grundstückswerte in der Regel alle zwei Jahre neu ermittelt und veröffentlicht. Diese Werte sind nicht der tatsächliche Kaufpreis, sondern dienen als Orientierungshilfe für die Marktwerte vergleichbarer unbebauter Grundstücke innerhalb einer »Bodenrichtwertzone«.

In Hannover ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte für die Ermittlung zuständig. Die Bodenrichtwerte werden zonal, also für bestimmte Gebiete, ausgewiesen und auf Euro pro Quadratmeter beziffert. Sie basieren auf der Auswertung tatsächlich realisierter Kaufpreise dieser Zonen. Ein höherer Bodenrichtwert deutet auf eine begehrtere Lage und damit tendenziell auf höhere Grundstückspreise hin. Es ist wichtig zu beachten, dass individuelle Grundstücksmerkmale wie Größe, Zuschnitt, Bebauungsmöglichkeiten oder besondere Lärmemissionen den tatsächlichen Verkehrswert vom Bodenrichtwert abweichen lassen können. Eine professionelle Wertermittlung durch einen Sachverständigen ist daher oft ratsam.

  • Durchschnittlicher Lagewert des Bodens.
  • Wird vom Gutachterausschuss ermittelt und veröffentlicht.
  • Dient als Orientierungshilfe, nicht als fester Kaufpreis.
  • Basis sind tatsächliche Kaufpreise.
  • Ausgewiesen in Euro pro Quadratmeter.

Faktoren, die die Grundstückspreise in Hannover beeinflussen

Die Preisgestaltung für Grundstücke in Hannover ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Jeder dieser Aspekte trägt dazu bei, ob ein Quadratmeterpreis im unteren oder oberen Bereich der Preisskala anzusiedeln ist. Ein tiefgehendes Verständnis dieser Einflussfaktoren ist entscheidend für die realistische Einschätzung eines Kaufangebotes.

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Lage. Innerhalb Hannovers gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Zentrale Lagen, Gebiete mit guter Infrastruktur, viel Grün und geringer Lärmbelastung sind in der Regel deutlich teurer. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die Nähe zu Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und medizinischer Versorgung spielt eine große Rolle. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Bodenbeschaffenheit und Topografie des Grundstücks. Ein Baugrundstück auf felsigem Untergrund oder mit hohem Grundwasserspiegel kann höhere Baukosten verursachen als ein Grundstück auf leicht zu bebauendem Boden. Auch die Art der geplanten Nutzung und die darauf abgestimmten Bebauungsvorschriften, wie sie im Bebauungsplan festgelegt sind (z.B. Geschossflächenzahl, Grundflächenzahl, Haustyp), beeinflussen den Wert. Und nicht zu vergessen: Die allgemeine Marktentwicklung, also Angebot und Nachfrage, haben einen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung.

  • Lage im Stadtgebiet (zentral vs. Randlage, beliebter Stadtteil).
  • Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Einkauf, Schulen, Ärzte).
  • Bodenbeschaffenheit und Topographie (Bebaubarkeit).
  • Bebauungsplan (Art und Maß der Bebauung).
  • Angebot und Nachfrage auf dem Immobilienmarkt.

Grundstückspreise in verschiedenen Stadtteilen Hannovers (Beispiele)

Wie bereits erwähnt, variieren die Grundstückspreise in Hannover erheblich zwischen den einzelnen Stadtteilen. Während innerhalb des Stadtrings und in den bevorzugten Lagen von Stadtteilen wie der List, Kleefeld, Bult oder der Südstadt mit höheren Preisen gerechnet werden muss, sind die Quadratmeterpreise in den Randlagen oder in Stadtteilen mit weniger zentraler Anbindung tendenziell moderater. Diese Preisunterschiede spiegeln die Attraktivität und die Entwicklung der jeweiligen Gebiete wider.

Ein Beispiel: In Top-Lagen, etwa in der Oststadt oder Teilen der Südstadt, können die Bodenrichtwerte für Wohnbauland oft deutlich über dem Durchschnitt liegen und sich in den hohen dreistelligen, mitunter auch vierstelligen Euro-Bereich pro Quadratmeter bewegen. In mittleren Lagen, wie Oberricklingen oder Linden, liegen die Preise meist im mittleren dreistelligen Bereich. In den äußeren Stadtteilen oder Lagen mit eher ländlichem Charakter, wie beispielsweise Teilen von Ahlem oder Davenstedt, sind die Preise tendenziell niedriger, können aber bei guter Anbindung immer noch einen beachtlichen Wert aufweisen. Es ist ratsam, sich für den spezifischen Stadtteil, der ins Auge gefasst wird, die aktuellen Bodenrichtwerte genau anzusehen. Diese Informationen sind öffentlich zugänglich, beispielsweise über das Geoinformationsportal des Gutachterausschusses der Region Hannover.

Zusätzliche Kosten beim Grundstückserwerb

Der Kaufpreis für das Grundstück ist nur ein Teil der gesamten Investition. Beim Erwerb eines Grundstücks fallen diverse Nebenkosten an, die zwischen 10 % und 15 % des Kaufpreises ausmachen können und unbedingt in die Finanzierungsplanung einbezogen werden sollten. Die wichtigsten dieser Kostenpunkte sind die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Gerichtskosten sowie gegebenenfalls Maklerprovisionen.

Die Grunderwerbsteuer ist in Deutschland eine länderspezifische Steuer. In Niedersachsen, wo Hannover liegt, beträgt der Satz derzeit 5 % des Kaufpreises. Für ein Grundstück im Wert von 300.000 Euro wären das beispielsweise 15.000 Euro an Grunderwerbsteuer. Hinzu kommen die Notar- und Gerichtskosten, die für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ins Grundbuch anfallen. Diese liegen in der Regel bei circa 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises. Sollte ein Makler involviert sein, fällt in vielen Fällen eine Maklerprovision an. Die Höhe dieser Provision kann variieren und wird üblicherweise zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, wobei die genaue Aufteilung gesetzlich geregelt ist. Oftmals liegt der Anteil für den Käufer bei ca. 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer vom Kaufpreis. Weitere mögliche Kosten können für eine Vermessung, ein Bodengutachten oder die Erschließung (falls das Grundstück noch nicht voll erschlossen ist) anfallen. Diese Kosten sind oft nicht pauschal bezifferbar und müssen im Einzelfall geprüft werden.

  • Grunderwerbsteuer (in Niedersachsen derzeit 5 % des Kaufpreises).
  • Notar- und Gerichtskosten (ca. 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises).
  • Maklerprovision (falls ein Makler involviert ist, teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision).
  • Kosten für Vermessung und Bodengutachten.
  • Erschließungskosten (falls noch nicht vorhanden).

Tipps für den Grundstückskauf in Hannover

Der Kauf eines Grundstücks ist eine weitreichende Entscheidung. Um Fallstricke zu vermeiden und das passende Grundstück in Hannover zu finden, sind eine sorgfältige Vorbereitung und eine strukturierte Vorgehensweise unerlässlich. Mit den richtigen Informationen und einer strategischen Planung können Sie böse Überraschungen vermeiden und Ihre Investition langfristig sichern.

Beginnen Sie mit einer gründlichen Recherche. Ermitteln Sie die Bodenrichtwerte für die von Ihnen bevorzugten Stadtteile und informieren Sie sich über die dort geltenden Bebauungspläne. Diese geben Auskunft über die mögliche Art der Bebauung (z.B. Einfamilienhaus, Doppelhaus), die Geschosshöhe und die maximal zulässige Grundfläche. Stellen Sie sicher, dass das Grundstück Ihren individuellen Vorstellungen und dem geplanten Bauvorhaben entspricht. Es ist ratsam, einen unabhängigen Sachverständigen für ein Bodengutachten zu beauftragen, um eventuelle Risiken wie Altlasten, eine ungünstige Bodenbeschaffenheit oder hohe Grundwasserstände frühzeitig zu erkennen. Verhandeln Sie den Kaufpreis nicht nur, sondern berücksichtigen Sie auch sämtliche Nebenkosten, die anfallen. Die Finanzierung sollte ebenfalls auf einer soliden Basis stehen, idealerweise mit einer realistischen Einschätzung aller anfallenden Gesamtkosten – inklusive eines Puffers für unerwartete Ausgaben.

  • Umfassende Recherche zu Bodenrichtwerten und Bebauungsplänen.
  • Prüfung der Eignung des Grundstücks für die individuellen Bauabsichten.
  • Einholung eines Bodengutachtens durch einen Sachverständigen.
  • Berücksichtigung aller Nebenkosten bei der Finanzplanung.
  • Prüfung der Erschließung und eventuell anfallender Erschließungskosten.
  • Sorgfältige Lektüre des Kaufvertrags und gegebenenfalls Hinzuziehung eines Juristen.

Fazit

Die Grundstückspreise in Hannover unterliegen einer dynamischen Entwicklung und sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Von der spezifischen Lage über die Infrastruktur bis hin zu den Bebauungsmöglichkeiten und der allgemeinen Marktlage spielen viele Aspekte eine Rolle bei der Preisbildung. Eine eingehende Recherche der Bodenrichtwerte, das Verständnis der Nebenkosten und eine professionelle Beratung sind unerlässlich, um einen erfolgreichen und nachhaltigen Grundstückskauf in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu realisieren. Wer diese Aspekte berücksichtigt, schafft eine solide Grundlage für den Traum vom Eigenheim.

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