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Welche Versicherungen braucht man als Vermieter?

Als Vermieter trägt man Verantwortung und Risiken. Welche Versicherungen wirklich wichtig sind, um sich vor finanziellen Schäden zu schützen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

7 min Lesezeit
Welche Versicherungen braucht man als Vermieter?

Die Vermietung einer Immobilie stellt für viele eine attraktive Kapitalanlage dar oder dient der Altersvorsorge. Doch mit der Entscheidung, eine Immobilie zu vermieten, gehen auch bestimmte Pflichten und Risiken einher. Unerwartete Ereignisse können schnell zu hohen Kosten führen und die finanzielle Situation des Vermieters erheblich belasten. Um sich vor diesen Eventualitäten zu schützen und die Vermögenswerte langfristig zu sichern, ist der Abschluss passender Versicherungen unerlässlich. Dieser Ratgeber beleuchtet die wichtigsten Versicherungen für Vermieter in Deutschland, erklärt deren Nutzen und gibt praktische Hinweise zur Auswahl.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung: Absicherung gegen Personen- und Sachschäden

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist für jeden Vermieter eine der essenziellsten Versicherungen. Sie schützt Vermieter vor finanziellen Ansprüchen Dritter, die durch die Immobilie oder das Grundstück entstehen. Dies umfasst sowohl Personen- als auch Sachschäden, für die der Vermieter als Eigentümer oder Beauftragter verantwortlich gemacht werden kann. Die Pflicht zur Verkehrssicherung obliegt dem Vermieter, was bedeutet, dass er dafür sorgen muss, dass von seiner Immobilie keine Gefahren für Dritte ausgehen. Ein klassisches Beispiel ist der Winterdienst: Rutscht eine Person auf einem nicht geräumten oder gestreuten Gehweg vor dem Mietobjekt aus und verletzt sich, kann der Vermieter haftbar gemacht werden.

Diese Versicherung springt ein, wenn beispielsweise ein Dachziegel herabfällt und ein geparktes Auto beschädigt, oder wenn Besucher im Treppenhaus stolpern und sich verletzen. Sie prüft die gegen den Vermieter erhobenen Ansprüche, wehrt unberechtigte Forderungen ab und begleicht berechtigte Ansprüche bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Ohne eine solche Absicherung müssten Vermieter im Schadensfall mitunter hohe Schadensersatzforderungen aus eigener Tasche bezahlen, was schnell existenzbedrohend werden kann. Es empfiehlt sich, die Versicherungssumme ausreichend hoch anzusetzen, da Personenschäden, insbesondere bei bleibenden Folgeschäden, schnell in die Millionen gehen können.

  • Unabdingbar für jeden Vermieter, schützt vor Haftungsrisiken.
  • Deckung von Personen-, Sach- und oft auch kleineren Vermögensschäden.
  • Prüft Ansprüche, wehrt unbegründete ab und zahlt berechtigte.
  • Beispiele: Stürzende Passanten, herabfallende Gebäudeteile, Schäden durch Bäume.

Wohngebäudeversicherung: Schutz vor immensen Schäden am Bauwerk

Die Wohngebäudeversicherung ist für Immobilienbesitzer elementar, da sie das Bauwerk selbst vor einer Vielzahl von Risiken schützt. Sie deckt Schäden ab, die an der fest mit dem Grund und Boden verbundenen Immobilie entstehen und durch Naturereignisse oder andere spezifische Ursachen hervorgerufen werden. Dazu zählen in der Regel Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Diese Risiken können zu verheerenden Zerstörungen und einem immensen finanziellen Verlust für den Eigentümer führen. Ein Wasserschaden durch einen Rohrbruch oder ein Brand kann den Wert einer Immobilie binnen weniger Stunden empfindlich mindern oder sie sogar unbewohnbar machen.

Des Weiteren lassen sich die Standardleistungen oft durch zusätzliche Bausteine erweitern, um spezifische Risiken abzudecken, die je nach Lage und Beschaffenheit der Immobilie relevant sein können. Dazu gehören beispielsweise Elementarschäden wie Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen. Insbesondere in Regionen mit erhöhtem Risiko für solche Naturkatastrophen ist die Ergänzung um eine Elementarschadenversicherung ratsam. Die Kosten für die Wiederherstellung oder den Wiederaufbau eines Gebäudes nach einem Großschaden sind enorm und können ohne adäquaten Versicherungsschutz den Ruin bedeuten. Die Wohngebäudeversicherung sichert diese Investition ab und ermöglicht den Wiederaufbau in den Ursprungszustand.

  • Schützt das Gebäude an sich vor Schäden.
  • Grunddeckung umfasst meist Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
  • Erweiterbar um Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben etc.).
  • Trägt Kosten für Reparatur oder Wiederaufbau.

Mietverlustversicherung: Schutz bei Mietausfällen nach Schäden

Die Mietverlustversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung und tritt genau dann in Kraft, wenn unvorhergesehene Schäden an der Immobilie zu einem Mietausfall führen. Angenommen, nach einem Brandschaden oder einem größeren Wasserschaden ist die vermietete Wohnung unbewohnbar und muss aufwendig saniert werden. Während dieser Zeit kann der Mieter keine Miete zahlen, und der Vermieter hat einen Einnahmeausfall. Ohne eine Mietverlustversicherung würde der Vermieter in solchen Fällen nicht nur die Reparaturkosten tragen, sondern auch noch auf die Mieteinnahmen verzichten müssen.

Diese Versicherung gleicht den entstandenen Mietausfall für einen im Vorfeld festgelegten Zeitraum aus. Dies ist besonders wichtig für Vermieter, die auf die regelmäßigen Mieteinnahmen zur Deckung eigener finanzieller Verpflichtungen, wie beispielsweise Kreditraten für die Immobilie, angewiesen sind. Die Laufzeit der Leistungsdauer sollte so bemessen sein, dass sie die realistisch zu erwartende Dauer von Sanierungsarbeiten und gegebenenfalls die Neuvermietung abdeckt. Die Mietverlustversicherung kann auch Kosten für vorübergehende Unterbringung von Mietern oder die Mehrkosten für eine schnellere Sanierung übernehmen, um den Mietausfall zu minimieren.

  • Sichert Mieteinnahmen bei Unbewohnbarkeit nach versichertem Schaden.
  • Fängt finanzielle Lücke bei Reparatur- und Renovierungszeit ab.
  • Wichtig bei Abhängigkeit von Mieteinnahmen zur Kreditbedienung.
  • Deckt Mietausfälle für einen definierten Zeitraum ab.

Rechtsschutzversicherung für Vermieter: Unterstützung bei rechtlichen Auseinandersetzungen

Trotz sorgfältiger Mieterauswahl können im Vermietungsverhältnis Rechtsstreitigkeiten entstehen. Von Meinungsverschiedenheiten über Betriebskostenabrechnungen bis hin zu Kündigungsklagen oder Streitigkeiten über Schönheitsreparaturen – rechtliche Auseinandersetzungen sind oft langwierig und kostenintensiv. Eine spezialisierte Rechtsschutzversicherung für Vermieter übernimmt die Kosten für Anwälte, Gerichtsverfahren, Gutachten und Zeugenentschädigungen, die im Rahmen von Mietstreitigkeiten anfallen können. Dies nimmt Vermietern nicht nur eine erhebliche finanzielle Last ab, sondern auch den Stress, rechtliche Auseinandersetzungen aus eigener Tasche bestreiten zu müssen.

Wichtig ist, die genauen Leistungen der Rechtsschutzversicherung zu prüfen. Nicht jeder Tarif deckt alle denkbaren Streitigkeiten ab. Insbesondere Forderungen aus nicht gezahlten Mieten oder die Kosten einer Zwangsräumung sind oft nur in speziellen, erweiterten Tarifen oder gar nicht enthalten. Eine Wartezeit ist bei Abschluss einer Rechtsschutzversicherung üblich; dies bedeutet, dass die Versicherung erst nach einer bestimmten Frist (oft drei Monate) für neu auftretende Fälle eintritt. Es ist daher ratsam, diese Versicherung präventiv abzuschließen, statt erst im akuten Streitfall.

  • Übernimmt Kosten bei Rechtsstreitigkeiten mit Mietern.
  • Deckung für Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten.
  • Schützt bei Themen wie Betriebskosten, Kündigungen, Schönheitsreparaturen.
  • Oft mit Wartezeit, nicht immer für Mietforderungen oder Räumungsklagen nutzbar.

Mietausfallversicherung oder Mietnomadenversicherung: Zusatzschutz bei Zahlungsunfähigkeit des Mieters

Die klassische Mietverlustversicherung, die oben beschrieben wurde, deckt Mietausfälle, die durch einen Sachschaden am Gebäude entstehen. Die Mietausfallversicherung (oft auch als Mietnomadenversicherung bezeichnet) hingegen schützt Vermieter vor finanziellen Verlusten, die durch die Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunwilligkeit der Mieter entstehen. Dieses Risiko ist nicht zu unterschätzen, da Mietrückstände schnell hohe Summen erreichen können. Im schlimmsten Fall ziehen Mieter aus, hinterlassen eine verwüstete Wohnung und sind nicht mehr greifbar, was erhebliche finanzielle und zeitliche Aufwände für den Vermieter bedeutet.

Diese spezielle Versicherung springt in der Regel für die ausbleibenden Mietzahlungen ein und übernimmt unter Umständen auch die Kosten für eine notwendige Renovierung oder Reinigung der Wohnung, falls der Mieter diese in schlechtem Zustand hinterlassen hat. Auch die Kosten für eine Räumungsklage können je nach Tarif abgedeckt sein. Die genaue Ausgestaltung und der Leistungsumfang variieren stark zwischen den Anbietern. Es ist ratsam, die Konditionen genau zu prüfen, insbesondere die Karenzzeiten, die maximale Dauer der Leistungsübernahme und die Höchsterstattungssumme.

  • Sichert Mieteinnahmen bei Zahlungsrückständen des Mieters ab.
  • Kann auch Kosten für Räumung und Renovierung übernehmen.
  • Schützt vor finanziellen Folgen von Mietnomaden.
  • Variabler Leistungsumfang, genaue Prüfung der Bedingungen erforderlich.

Weitere nützliche Versicherungen und Überlegungen

Neben den genannten Kernversicherungen gibt es weitere Absicherungsoptionen, die je nach individuellem Bedarf und dem spezifischen Mietobjekt sinnvoll sein können. Eine gesonderte Glasversicherung ist beispielsweise empfehlenswert, wenn das Mietobjekt große Glasflächen hat (etwa Schaufenster, Wintergärten oder große Fensterfronten in Lofts). Die Hausratversicherung ist in der Regel Sache des Mieters, aber bei möbliert vermieteten Objekten oder in Gemeinschaftsräumen eines Mehrfamilienhauses kann eine Vermieter-Hausratversicherung notwendig sein, um das eigene Inventar zu schützen.

Vermieter sollten ebenfalls prüfen, ob ihre private Haftpflichtversicherung eine sogenannte Vermieterhaftpflicht-Klausel enthält. Häufig tun dies reguläre Privathaftpflichtversicherungen nur für kleine Objekte wie Einliegerwohnungen. Für größere Wohneinheiten oder Mehrfamilienhäuser ist eine eigenständige Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung zwingend erforderlich. Ein regelmäßiger Check der bestehenden Verträge und eine Anpassung an sich ändernde Lebensumstände oder Objekte ist essenziell. Auch eine professionelle Beratung durch einen Versicherungsmakler kann helfen, den individuellen Bedarf zu ermitteln und passende Angebote zu finden.

  • Glasversicherung für große oder schützenswerte Glasflächen.
  • Vermieter-Hausratversicherung bei möblierter Vermietung oder Gemeinschaftseigentum.
  • Überprüfung der privaten Haftpflichtversicherung auf enthaltene Vermieterhaftpflicht.
  • Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Versicherungen ratsam.

Fazit

Die Vermietung einer Immobilie ist eine lohnende Aufgabe, die jedoch mit verschiedenen Risiken verbunden ist. Eine umfassende Absicherung durch die richtigen Versicherungen ist für jeden Vermieter unerlässlich, um das eigene Vermögen zu schützen und finanzielle Schäden durch unvorhergesehene Ereignisse oder rechtliche Auseinandersetzungen zu minimieren. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung, die Wohngebäudeversicherung und die Mietverlustversicherung sind dabei die Grundpfeiler des Versicherungsschutzes. Ergänzungen wie eine Rechtsschutz- oder Mietausfallversicherung können je nach individueller Situation sinnvoll sein. Eine sorgfältige Auswahl der Policen und eine regelmäßige Überprüfung des Versicherungsschutzes stellen sicher, dass Vermieter langfristig auf der sicheren Seite stehen.

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