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Solarthermie & Wärmepumpe: Eine sinnvolle Kombination?

Solarthermie und Wärmepumpe lassen sich sinnvoll kombinieren: Die Solaranlage entlastet die Wärmepumpe, senkt Stromverbrauch und Heizkosten und steigert die Effizienz beider Systeme.

6 min Lesezeit
Solarthermie & Wärmepumpe: Eine sinnvolle Kombination?

Die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe gilt als eine der effizientesten Heizlösungen für moderne Einfamilienhäuser. Beide Technologien nutzen erneuerbare Energiequellen und ergänzen sich in der Praxis: Während die Wärmepumpe Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser nutzt, liefert die Solarthermie-Anlage kostenlose Wärme aus der Sonne. Gemeinsam können sie einen Großteil des Wärmebedarfs für Raumheizung und Warmwasser decken und gleichzeitig den Stromverbrauch der Wärmepumpe deutlich senken. In diesem Ratgeber wird gezeigt, wie die Kombination funktioniert, welche Vorteile und Nachteile sie bietet und unter welchen Voraussetzungen sich die Investition lohnt.

Wie funktionieren Wärmepumpe und Solarthermie?

Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung – also Luft, Erdreich oder Grundwasser – Wärme und hebt sie auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Dazu wird elektrische Energie benötigt, die sogenannte Antriebsenergie. Je höher die gewünschte Vorlauftemperatur und je kälter die Wärmequelle, desto mehr Strom verbraucht die Wärmepumpe. Typische Systeme sind Luft-Wasser-, Erdreich- und Grundwasser-Wärmepumpen, die mit Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen besonders effizient arbeiten, weil diese mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen.

Solarthermie-Anlagen bestehen aus Kollektoren auf dem Dach, die Sonnenstrahlung in Wärme umwandeln. Diese Wärme wird über ein Wärmeträgermedium in einen Speicher geleitet und dort gespeichert. Über einen Wärmetauscher im Speicher wird dann das Trinkwasser erwärmt oder das Heizungswasser vorgewärmt. Solarthermie deckt vor allem den Warmwasserbedarf und kann zusätzlich die Heizung unterstützen, insbesondere in den Übergangszeiten und im Sommer.

  • Wärmepumpe: nutzt Umweltwärme und wandelt sie mit Strom in nutzbare Heizwärme um.
  • Solarthermie: wandelt Sonnenstrahlung in Wärme und speichert sie im Pufferspeicher.
  • Beide Systeme arbeiten effizienter mit niedrigen Vorlauftemperaturen und gut gedämmten Gebäuden.

Wie ergänzen sich Solarthermie und Wärmepumpe?

Die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe basiert auf einer intelligenten Arbeitsteilung. Die Solarthermie übernimmt vor allem die Aufgaben, bei denen die Wärmepumpe am meisten Strom verbrauchen würde: die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung bei niedrigen Temperaturen. In den Sommermonaten kann eine gut dimensionierte Solarthermie-Anlage bis zu rund 60 Prozent des Warmwasserbedarfs decken, sodass die Wärmepumpe weitgehend ausgeschaltet bleiben kann. Dadurch sinkt der Stromverbrauch und die Lebensdauer der Wärmepumpe wird verlängert.

In den Übergangszeiten und im Winter liefert die Solarthermie zusätzliche Wärme, die den Speicher vorwärmt und die Wärmepumpe entlastet. Dadurch muss die Wärmepumpe weniger Energie aufwenden, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Bei Erdreich-Wärmepumpen kann die Solarwärme sogar genutzt werden, um das Erdreich rund um die Erdsonde zu erwärmen. Die Wärme wird dort gespeichert und später von der Wärmepumpe genutzt, was die Effizienz des gesamten Systems weiter steigert.

  • Solarthermie deckt im Sommer einen Großteil des Warmwasserbedarfs.
  • In Übergangszeiten entlastet sie die Wärmepumpe bei der Heizung.
  • Bei Erdreich-Wärmepumpen kann Solarwärme ins Erdreich eingespeist und später genutzt werden.

Welche Vorteile bietet die Kombination?

Die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe bietet mehrere Vorteile. Sie steigert die Energieeffizienz, senkt die Betriebskosten und reduziert die CO₂-Emissionen. Durch die Nutzung von Sonnenenergie und Umweltwärme wird der Anteil an selbst erzeugter Wärme erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert. Zudem profitieren Eigentümer von staatlichen Förderprogrammen, die sowohl Wärmepumpen als auch Solarthermie-Anlagen unterstützen.

Die Wärmepumpe wird durch die Solarthermie entlastet, was ihren Stromverbrauch senkt und die Lebensdauer verlängert. Besonders bei Gebäuden mit hohem Warmwasserbedarf oder bei Sanierungen kann die Kombination erheblich zur Reduzierung der Betriebskosten beitragen. Zudem wird die Wärmeversorgung wetter- und tageszeitunabhängig, da die Wärmepumpe auch bei wenig Sonnenschein zuverlässig arbeitet.

  • Erhöhte Energieeffizienz durch Nutzung von Sonnen- und Umweltwärme.
  • Geringere Betriebskosten durch reduzierten Stromverbrauch der Wärmepumpe.
  • Umweltfreundlich durch Nutzung erneuerbarer Energien und geringere CO₂-Emissionen.
  • Längere Lebensdauer der Wärmepumpe durch Entlastung.
  • Staatliche Fördermöglichkeiten für beide Systeme.

Welche Nachteile und Herausforderungen gibt es?

Trotz der Vorteile bringt die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe auch Nachteile mit sich. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch, da sowohl die Wärmepumpe als auch die Solarthermie-Anlage und ein Pufferspeicher angeschafft werden müssen. Zudem benötigt die Solarthermie-Anlage viel Platz auf dem Dach, was bei kleineren Gebäuden oder ungünstig ausgerichteten Dächern problematisch sein kann.

Die Planung und Installation sind komplexer als bei einzelnen Systemen, da beide Technologien optimal aufeinander abgestimmt werden müssen. Zudem ist die Effizienz der Solarthermie von der regionalen Sonneneinstrahlung abhängig. In Regionen mit wenig Sonnenschein kann der Beitrag der Solarthermie geringer ausfallen. Nicht in allen Gebäuden ist die Kombination sinnvoll oder umsetzbar, insbesondere wenn die Dämmung unzureichend oder die Dachfläche zu klein ist.

  • Hohe Anschaffungskosten für beide Systeme.
  • Großer Platzbedarf für die Solarthermie-Anlage auf dem Dach.
  • Komplexe Planung und Installation.
  • Abhängigkeit von regionaler Sonneneinstrahlung.
  • Nicht in allen Gebäuden sinnvoll oder umsetzbar.

Unter welchen Voraussetzungen lohnt sich die Kombination?

Die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe lohnt sich vor allem bei Gebäuden mit hohem Warmwasserbedarf, guter Wärmedämmung und geeigneter Dachfläche. Besonders sinnvoll ist sie bei Neubauten oder umfassenden Sanierungen, bei denen von vornherein auf eine effiziente Heiztechnik gesetzt wird. Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen und nutzen die Solarwärme besonders effizient.

Eine entsprechend größer dimensionierte Solarthermie-Anlage mit etwa 8 bis 10 Quadratmetern Kollektorfläche kann bei der Heizungsunterstützung im Schnitt eine solare Deckung zwischen 20 und 30 Prozent erreichen. Dadurch wird rund ein Viertel der elektrischen Antriebsenergie und der entsprechenden Stromkosten eingespart. Für eine genaue Einschätzung sollte ein Energieberater die individuellen Gegebenheiten prüfen und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen.

  • Hohes Warmwasserbedarf und geeignete Dachfläche.
  • Gute Wärmedämmung und Flächenheizungen.
  • Neubau oder umfassende Sanierung.
  • Region mit ausreichender Sonneneinstrahlung.

Wie lässt sich die Kombination planen und installieren?

Die Planung der Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe sollte immer von einem erfahrenen Fachbetrieb oder Energieberater durchgeführt werden. Zunächst wird der Wärmebedarf des Gebäudes ermittelt, um die passende Größe der Wärmepumpe und der Solarthermie-Anlage zu bestimmen. Ein Pufferspeicher ist in jedem Fall notwendig, um die Wärme aus beiden Systemen zu speichern und bedarfsgerecht abzurufen.

Die Kollektoren sollten so auf dem Dach angeordnet werden, dass sie möglichst viel Sonnenstrahlung erhalten. Die Ausrichtung nach Süden und ein geeigneter Neigungswinkel sind ideal. Die Hydraulik muss so ausgelegt sein, dass die Solarwärme effizient in den Speicher gelangt und die Wärmepumpe optimal unterstützt wird. Nach der Installation sollte das System regelmäßig gewartet werden, um die Effizienz und Lebensdauer zu sichern.

  • Ermittlung des Wärmebedarfs durch Energieberater.
  • Auswahl der passenden Wärmepumpe und Solarthermie-Anlage.
  • Einbau eines Pufferspeichers.
  • Optimale Ausrichtung und Neigung der Kollektoren.
  • Regelmäßige Wartung des Systems.

Beispielrechnung: Einsparpotenzial im Vergleich

Als Beispiel kann ein Einfamilienhaus mit einem Jahresheizwärmebedarf von 15.000 kWh und einem Warmwasserbedarf von 3.000 kWh betrachtet werden. Mit einer Wärmepumpe allein könnte der Stromverbrauch etwa 4.500 kWh betragen, wenn die Wärmepumpe einen Jahreszahlenwert von 3,3 erreicht. Durch die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage mit 8 Quadratmetern Kollektorfläche könnte die solare Deckung für Warmwasser und Heizung im Schnitt 25 Prozent betragen.

Das bedeutet, dass rund 4.500 kWh an Wärme aus der Sonne bereitgestellt werden und der Stromverbrauch der Wärmepumpe um etwa ein Viertel sinkt. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro kWh ergibt sich eine Einsparung von rund 337,50 Euro pro Jahr. Über die Lebensdauer der Anlage von 20 Jahren summiert sich das auf etwa 6.750 Euro, was einen erheblichen Teil der Anschaffungskosten decken kann.

  • Jahresheizwärmebedarf: 15.000 kWh.
  • Warmwasserbedarf: 3.000 kWh.
  • Stromverbrauch Wärmepumpe ohne Solarthermie: 4.500 kWh.
  • Stromverbrauch mit Solarthermie: etwa 3.375 kWh.
  • Jährliche Einsparung: rund 337,50 Euro bei 0,30 Euro pro kWh.

Fazit

Die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe ist eine sinnvolle und effiziente Lösung für moderne Heizsysteme. Sie senkt den Stromverbrauch, reduziert die Betriebskosten und schont die Umwelt. Allerdings sind die Anschaffungskosten hoch und die Planung komplex. Unter den richtigen Voraussetzungen – gut gedämmtes Gebäude, geeignete Dachfläche und hoher Warmwasserbedarf – kann sich die Investition jedoch langfristig lohnen. Ein Energieberater sollte die individuellen Gegebenheiten prüfen und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen, um die beste Lösung zu finden.

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