← Ratgeber

Immobilienverrentung: So funktioniert es in der Praxis

Immobilienverrentung ermöglicht es Eigentümern, ihr Haus oder ihre Wohnung zu verkaufen, darin zu wohnen und dafür eine monatliche Rente zu erhalten – ein Weg, um Immobilienkapital in laufendes Einkommen umzuwandeln.

6 min Lesezeit
Immobilienverrentung: So funktioniert es in der Praxis

Immobilienverrentung ist ein Modell, mit dem Eigentümer ihr Eigenheim oder ihre Eigentumswohnung in eine regelmäßige Zahlung umwandeln, ohne ihr Zuhause verlassen zu müssen. Es handelt sich um eine spezielle Form des Immobilienverkaufs, bei der der Eigentümer das Haus oder die Wohnung an einen Käufer überträgt, dafür aber ein lebenslanges Wohnrecht und eine monatliche Rente erhält. Für viele ältere Menschen, die in einem wertvollen Objekt wohnen, aber über wenig liquides Vermögen verfügen, kann die Immobilienverrentung eine attraktive Option sein, um den Lebensstandard im Alter zu sichern oder größere Anschaffungen zu finanzieren. In der Praxis ist das Thema komplex und erfordert eine sorgfältige Abwägung von Chancen, Risiken und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Was ist eine Immobilienverrentung genau?

Bei der Immobilienverrentung – auch Immobilienrente oder Hausverkauf auf Rentenbasis genannt – wird eine Immobilie verkauft, der Verkäufer erhält dafür jedoch keinen Einmalbetrag, sondern eine monatliche Rente. Zusätzlich wird ihm ein Wohnrecht eingeräumt, sodass er weiterhin in der Immobilie leben kann. Der Käufer wird Eigentümer und trägt in der Regel die Kosten für Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch. Die Rente orientiert sich am Marktwert der Immobilie, der Lage, dem Zustand des Gebäudes und der örtlichen Marktverhältnisse.

Der Begriff Immobilienrente umfasst in der Regel zwei Varianten: die Leibrente und die Zeitrente. Bei der Leibrente sind Rente und Wohnrecht lebenslang, bei der Zeitrente nur für einen festgelegten Zeitraum. Beide Modelle werden vertraglich im notariellen Grundstückskaufvertrag festgehalten, sodass die Rechte und Pflichten beider Parteien klar geregelt sind.

  • Immobilienverrentung = Verkauf der Immobilie gegen monatliche Rente und Wohnrecht
  • Der Eigentümer bleibt in der Immobilie wohnen, der Käufer wird Eigentümer
  • Leibrente: lebenslange Rente und Wohnrecht
  • Zeitrente: Rente und Wohnrecht nur für einen bestimmten Zeitraum
  • Alle Details werden im notariellen Grundstückskaufvertrag festgehalten

Wie funktioniert die Immobilienverrentung in der Praxis?

In der Praxis beginnt der Prozess mit einer Immobilienbewertung, bei der der Marktwert des Objekts ermittelt wird. Darauf aufbauend wird die Höhe der monatlichen Rente berechnet. Ein Beispiel: Angenommen, eine Immobilie hat einen Marktwert von 300.000 Euro. Der Käufer berücksichtigt die statistische Lebenserwartung des Verkäufers, die ortsübliche Miete und einen Abschlag, da er die Immobilie nicht selbst nutzen kann. Aus diesen Faktoren ergibt sich die monatliche Rente.

Nach der Einigung auf die Konditionen wird ein notarieller Grundstückskaufvertrag aufgesetzt. In diesem Vertrag werden die Höhe der Rente, die Laufzeit, das Wohnrecht und eventuelle Einmalzahlungen festgelegt. Der Käufer übernimmt die Eigentumsrechte, der Verkäufer erhält das Wohnrecht und die vereinbarte Rente. Die Kosten für den Vertrag, wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren, trägt in der Regel der Käufer.

  • Immobilienbewertung zur Ermittlung des Marktwerts
  • Berechnung der monatlichen Rente auf Basis von Marktwert, Lebenserwartung und Miete
  • Notarieller Grundstückskaufvertrag mit allen Details
  • Übertragung des Eigentums an den Käufer
  • Eintragung des Wohnrechts im Grundbuch

Vorteile der Immobilienverrentung

Ein zentraler Vorteil der Immobilienverrentung ist, dass der Eigentümer weiterhin in seiner gewohnten Umgebung wohnen kann, während er zusätzliche finanzielle Mittel erhält. Dies ist besonders für Senioren attraktiv, die in einem wertvollen Objekt leben, aber über wenig liquides Vermögen verfügen. Die monatliche Rente kann dazu beitragen, den Lebensstandard im Alter zu sichern oder größere Anschaffungen zu finanzieren.

Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit, die durch den notariellen Vertrag und das grundbuchlich abgesicherte Wohnrecht entsteht. Der Verkäufer muss sich nicht um die Vermietung oder Verwaltung der Immobilie kümmern, da der Käufer die Eigentumsrechte übernimmt. Zudem kann die Immobilienverrentung eine Alternative zur Aufnahme eines Kredits sein, da keine Tilgungsraten gezahlt werden müssen.

  • Weiterhin in der gewohnten Umgebung wohnen
  • Zusätzliche finanzielle Mittel im Alter
  • Sicherheit durch notariellen Vertrag und grundbuchlich abgesichertes Wohnrecht
  • Keine Vermietung oder Verwaltung durch den Verkäufer
  • Alternative zur Aufnahme eines Kredits

Risiken und Nachteile der Immobilienverrentung

Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden sollten. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass der Eigentümer das Eigentum an der Immobilie verliert. Das bedeutet, dass die Immobilie nicht mehr als Erbe vererbt werden kann, es sei denn, dies wird im Vertrag anders geregelt. Zudem kann die Höhe der Rente im Vergleich zum Marktwert der Immobilie relativ niedrig ausfallen, insbesondere wenn der Verkäufer noch relativ jung ist.

Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit von den Zahlungen des Käufers. Sollte der Käufer finanzielle Schwierigkeiten haben, könnte dies die Zahlung der Rente beeinträchtigen. Zudem können sich die Bedingungen im Vertrag im Laufe der Zeit als nachteilig erweisen, insbesondere wenn sich die Lebensumstände des Verkäufers ändern. Daher ist eine sorgfältige Beratung durch einen Fachanwalt oder eine unabhängige Beratungsstelle unerlässlich.

  • Verlust des Eigentums an der Immobilie
  • Möglicherweise niedrige Rente im Vergleich zum Marktwert
  • Abhängigkeit von den Zahlungen des Käufers
  • Mögliche nachteilige Vertragsbedingungen
  • Notwendigkeit einer sorgfältigen Beratung

Unterschiede zwischen Leibrente und Zeitrente

Die Leibrente ist die klassische Form der Immobilienverrentung. Hier sind Rente und Wohnrecht lebenslang, was bedeutet, dass der Verkäufer bis zu seinem Lebensende in der Immobilie wohnen kann und die Rente bis dahin gezahlt wird. Bei zwei Personen, wie einem Ehepaar, kann das Recht mit beiden Personen verknüpft werden. Eine Mindestlaufzeit kann vereinbart werden, um sicherzustellen, dass die Rente über einen bestimmten Zeitraum gezahlt wird.

Die Zeitrente hingegen ist auf einen festgelegten Zeitraum begrenzt. Das Wohnrecht und die damit verbundenen Zahlungen werden nur für diesen Zeitraum vereinbart. Nach Ablauf der Zeit kann der Verkäufer die Immobilie verlassen oder mit dem Käufer eine neue Vereinbarung treffen. Die Zeitrente kann sinnvoll sein, wenn der Verkäufer nur für einen bestimmten Zeitraum zusätzliche finanzielle Mittel benötigt.

  • Leibrente: lebenslange Rente und Wohnrecht
  • Zeitrente: Rente und Wohnrecht nur für einen bestimmten Zeitraum
  • Mindestlaufzeit bei Leibrente möglich
  • Zeitrente für begrenzte finanzielle Bedürfnisse
  • Beide Varianten im notariellen Vertrag festgehalten

Rechtliche Rahmenbedingungen und Steuern

Die Immobilienverrentung unterliegt bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen, die sorgfältig beachtet werden müssen. Der Vertrag wird notariell beurkundet und im Grundbuch eingetragen, um die Rechte und Pflichten beider Parteien zu sichern. Der Käufer übernimmt die Eigentumsrechte, der Verkäufer erhält das Wohnrecht und die vereinbarte Rente. Die Kosten für den Vertrag, wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren, trägt in der Regel der Käufer.

Renten sind einkommensteuerpflichtig und werden mit dem Ertragsanteil besteuert. Die genaue Besteuerung hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit einem Steuerberater besprochen werden. Zudem können sich die rechtlichen Rahmenbedingungen je nach Bundesland unterscheiden, weshalb eine individuelle Beratung empfehlenswert ist.

  • Notarieller Grundstückskaufvertrag mit Eintragung im Grundbuch
  • Käufer übernimmt Eigentumsrechte, Verkäufer erhält Wohnrecht und Rente
  • Kosten für Vertrag in der Regel vom Käufer getragen
  • Renten einkommensteuerpflichtig mit Ertragsanteil
  • Individuelle Beratung durch Steuerberater und Fachanwalt empfehlenswert

Wann lohnt sich eine Immobilienverrentung?

Eine Immobilienverrentung kann sich lohnen, wenn der Eigentümer in einer wertvollen Immobilie wohnt, aber über wenig liquides Vermögen verfügt. Sie ist besonders für Senioren attraktiv, die in ihrem Eigenheim leben und zusätzliche finanzielle Mittel im Alter benötigen. Zudem kann die Immobilienverrentung sinnvoll sein, wenn der Eigentümer keine Lust oder Möglichkeit hat, die Immobilie zu verwalten oder zu vermieten.

Ein weiterer Aspekt ist die Lebenserwartung. Je älter der Verkäufer ist, desto höher kann die Rente ausfallen, da die statistische Lebenserwartung kürzer ist. Zudem sollte der Eigentümer bereit sein, das Eigentum an der Immobilie aufzugeben und sich auf die Zahlungen des Käufers zu verlassen. Eine sorgfältige Abwägung der persönlichen Situation und der finanziellen Bedürfnisse ist unerlässlich.

  • Wertvolle Immobilie mit wenig liquiden Mitteln
  • Senioren, die zusätzliche finanzielle Mittel im Alter benötigen
  • Keine Lust oder Möglichkeit zur Verwaltung oder Vermietung
  • Ältere Verkäufer mit kürzerer Lebenserwartung
  • Bereitschaft, Eigentum aufzugeben und sich auf Zahlungen des Käufers zu verlassen

Fazit

Die Immobilienverrentung bietet Eigentümern die Möglichkeit, ihr Eigenheim oder ihre Eigentumswohnung in eine regelmäßige Zahlung umzuwandeln, ohne ihr Zuhause verlassen zu müssen. Sie kann eine attraktive Option für Senioren sein, die in einer wertvollen Immobilie wohnen, aber über wenig liquides Vermögen verfügen. Allerdings ist das Thema komplex und erfordert eine sorgfältige Abwägung von Chancen, Risiken und rechtlichen Rahmenbedingungen. Eine individuelle Beratung durch einen Fachanwalt oder eine unabhängige Beratungsstelle ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Immobilienverrentung den persönlichen Bedürfnissen und Zielen entspricht.

Auf der Suche
nach einem
Immobilienmakler?

Michael Freitag — Gründer FREITAG® Immobilien
Michael Freitag
Gründer der FREITAG® Immobilien GmbH
Über 15 Jahre Erfahrung in Bayern & Umland
— FREITAG Immobilien

Ihr diskreter Partner für institutionelle Transaktionen im DACH-Raum.

Als Premium-Immobilienkanzlei mit Sitz in München begleiten wir Investoren, Family Offices, Bauträger und Bestandshalter bei Ankauf, Verkauf und Bewertung von Wohn-, Zins- und Gewerbeobjekten — vertraulich, marktnah und auf Augenhöhe.

3.600+
Gemeinden im Marktradar
48 h
Erst­einschätzung Ihres Objekts
Off-Market
Diskreter Käuferkreis
DACH
DE · AT · CH
— Vertraulicher Kontakt

Sprechen wir über Ihr Portfolio.

Ankaufsprofile, Off-Market-Opportunitäten, Bewertungen oder Projektentwicklungs-Anfragen — wir antworten persönlich innerhalb von 24 Stunden, NDA selbstverständlich.

Telefon
+49 (0) 89 158 90 140
E-Mail
E-Mail anzeigen
Sitz
München