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Immobilien unter Marktwert kaufen

Immobilien unter Marktwert zu erwerben, ist der Traum vieler Investoren. Erfahren Sie, wie Sie diese oft verborgenen Gelegenheiten finden und erfolgreich nutzen können.

6 min Lesezeit
Immobilien unter Marktwert kaufen

Der Kauf einer Immobilie unter Marktwert verspricht nicht nur die Möglichkeit einer überdurchschnittlichen Rendite, sondern birgt auch ein geringeres Risiko, da ein "eingebauter" Gewinn bereits beim Erwerb realisiert wird. Doch scheinen solche Objekte in einem dynamischen Immobilienmarkt nur selten verfügbar zu sein. Dieser Ratgeber beleuchtet Strategien und Herangehensweisen, wie man potenzielle Schnäppchen identifizieren, bewerten und letztlich erfolgreich erwerben kann. Wir erklären, welche Faktoren den Preis beeinflussen und wo sich die besten Chancen auf einen Kauf unter Marktwert ergeben.

Was bedeutet "unter Marktwert kaufen"?

Bevor man Immobilien unter Marktwert kaufen kann, ist es entscheidend, den Begriff "Marktwert" zu verstehen. Der Marktwert, auch Verkehrswert genannt, ist der Preis, der zum Zeitpunkt der Bewertung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für eine Immobilie zu erzielen wäre. Hierbei werden alle wertrelevanten Faktoren berücksichtigt, wie Lage, Zustand, Größe, Ausstattung, Mieteinnahmen und aktuelle Marktbedingungen. Unter Marktwert kaufen bedeutet demnach, eine Immobilie zu einem Preis zu erwerben, der objektiv unter diesem ermittelten Verkehrswert liegt. Dies kann entweder durch ein Schnäppchen im klassischen Sinne geschehen oder durch den Erwerb einer Immobilie, deren Wertpotenzial durch geschickte Maßnahmen gehoben werden kann.

Die Differenz zwischen Kaufpreis und Marktwert stellt den direkten Gewinn dar, der oft als "Einkaufsgewinn" bezeichnet wird. Dieser Gewinn kann für eine schnellere Amortisation der Investition sorgen oder als Puffer für unvorhergesehene Kosten dienen.

Warum werden Immobilien unter Marktwert verkauft?

Verkäufer haben in der Regel ein Interesse daran, den höchstmöglichen Preis für ihre Immobilie zu erzielen. Es gibt jedoch bestimmte Situationen oder Rahmenbedingungen, die dazu führen können, dass eine Immobilie auch unter ihrem objektiven Marktwert veräußert wird. Diese Gründe zu kennen und zu identifizieren, ist der erste Schritt zur erfolgreichen Schnäppchenjagd.

  • Finanzieller Druck: Scheidung, drohende Zwangsversteigerung, Erbschaftssteuer oder Liquiditätsprobleme können Verkäufer dazu zwingen, schnell zu handeln und Preiskonzessionen zu machen.
  • Mangelndes Wissen oder schlechte Bewertung: Einige Verkäufer kennen den tatsächlichen Wert ihrer Immobilie nicht und setzen den Preis zu niedrig an, oder Makler haben den Wert nicht optimal eingeschätzt.
  • Zeitdruck: Ein schneller Umzug, ein neuer Job in einer anderen Stadt oder der Wunsch, die Sache schnell hinter sich zu bringen, kann zu Verkaufsbereitschaft unter Marktwert führen.
  • Reparatur- oder Sanierungsbedarf: Immobilien mit erheblichem Sanierungsstau oder offensichtlichen Mängeln schrecken viele Käufer ab, was den Preis drückt. Für handwerklich Begabte oder Investoren mit einem guten Netzwerk kann dies eine Chance sein.
  • Unattraktive Lage oder ungewöhnlicher Grundriss: Objekte, die nicht dem Massengeschmack entsprechen oder in einer als weniger attraktiv wahrgenommenen Lage liegen, tun sich schwerer beim Verkauf.
  • Unklare Rechtsverhältnisse: Nießbrauchrechte, Wegerechte oder altrechtliche Lasten können den Verkauf erschweren und den Preis mindern.

Strategien zur Identifizierung von Unter Marktwert-Immobilien

Um solche Gelegenheiten zu finden, ist eine proaktive und systematische Vorgehensweise notwendig, denn die besten Angebote werden selten prominent beworben. Es erfordert Detektivarbeit, Geduld und oft auch den Aufbau von Netzwerken.

  • Off-Market-Deals: Direkte Ansprache von Eigentümern, die vielleicht über einen Verkauf nachdenken, aber noch nicht aktiv inseriert haben. Dies kann durch lokale Kontakte, Mundpropaganda oder Initiativanschreiben geschehen.
  • Zwangsversteigerungen: Hier werden Immobilien unter gerichtlicher Aufsicht versteigert. Oft liegen die Verkehrswerte deutlich über den erzielbaren Mindestgeboten. Eine sorgfältige Prüfung der Objektunterlagen im Vorfeld ist hier unerlässlich.
  • Insolvenzverkäufe: Bei Unternehmensinsolvenzen werden manchmal Immobilien zu günstigen Konditionen veräußert, um Liquidität zu schaffen. Kontakte zu Insolvenzverwaltern können hier hilfreich sein.
  • Sanierungsbedürftige Objekte: Die Suche nach Immobilien mit hohem Renovierungs- oder Sanierungsstau, da diese oft von der breiten Masse der Käufer gemieden werden und preislich attraktiver sein können.
  • Regionale Makler und Banken: Der Aufbau guter Beziehungen zu Maklern, die auf den lokalen Markt spezialisiert sind, und zu Banken, die vielleicht Immobilien aus Zwangsversteigerungen oder notleidenden Krediten zu veräußern haben.
  • Auktionen: Neben Zwangsversteigerungen gibt es auch freiwillige Immobilienauktionen, bei denen Objekte oft zu attraktiven Startpreisen angeboten werden.

Die Bedeutung einer gründlichen Due Diligence

Gerade beim Kauf unter Marktwert ist eine umfassende Immobilienprüfung, die sogenannte Due Diligence, von größter Bedeutung. Ein tieferer Preis rechtfertigt keine Nachlässigkeit bei der Überprüfung des Objekts. Im Gegenteil, oft sind es gerade die unklaren Punkte oder versteckten Mängel, die den Preis drücken. Es ist entscheidend, diese potenziellen Risiken zu identifizieren und finanziell zu bewerten.

  • Standortanalyse: Überprüfung der Makro- und Mikrolage, Infrastruktur, demografische Entwicklung und zukünftige Bauvorhaben.
  • Bauzustandsanalyse: Beauftragung eines Sachverständigen zur Bewertung der Bausubstanz, potenziellen Mängeln, Sanierungsbedarf und Schätzung der Kosten.
  • Rechtliche Prüfung: Einsicht in Grundbuch, Baulastenverzeichnis, Mietverträge (falls vermietet), Teilungserklärung (bei Wohnungseigentum) und Prüfung auf dingliche Belastungen oder Dienstbarkeiten.
  • Wirtschaftliche Analyse: Ermittlung des tatsächlichen Verkehrswertes durch unabhängige Gutachter, Erstellung eines detaillierten Finanzierungsplans und Untersuchung der Renditechancen.
  • Marktwertermittlung: Nicht alleine auf den Angebotspreis verlassen, sondern den echten Marktwert durch verschiedene Methoden (Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren) selbst ermitteln oder ermitteln lassen.

Preisverhandlungen und Angebotsstrategie

Die Fähigkeit, effektiv zu verhandeln, ist ein Schlüsselelement beim Kauf unter Marktwert. Ein zu niedriges Eigenangebot kann den Verkäufer abschrecken, während ein zu hohes Angebot die Chance auf einen guten Deal verringert. Es gilt, eine fundierte Verhandlungsbasis zu schaffen.

  • Gründliche Vorbereitung: Alle Informationen über das Objekt, mögliche Mängel, sanierungsnotwendige Bereiche und Vergleichsobjekte sammeln, um Argumente für einen niedrigeren Preis zu haben.
  • Emotionaler Abstand: Während der Verhandlung sachlich bleiben und sich nicht von Emotionen leiten lassen. Eine "Das-oder-nichts"-Haltung kann kontraproduktiv sein.
  • Flexibilität des Verkäufers verstehen: Versuchen Sie herauszufinden, warum der Verkäufer unter Marktwert verkauft. Kenntnis über dessen Beweggründe kann in der Verhandlung genutzt werden.
  • Klar kommunizieren: Den eigenen Preisvorschlag transparent und nachvollziehbar begründen, z. B. durch Angabe der geschätzten Sanierungskosten.
  • Finanzierungsnachweise: Eine gesicherte Finanzierung im Rücken stärkt die eigene Verhandlungsposition und signalisiert dem Verkäufer Ernsthaftigkeit und schnelle Abwicklungsfähigkeit.
  • Ganzheitliches Angebot: Manchmal sind nicht nur der reine Kaufpreis, sondern auch weitere Konditionen wie eine schnelle Kaufabwicklung, die Bereitschaft zur Übernahme von bestimmten Lasten oder eine Abwicklung "as is" (wie besichtigt) für den Verkäufer von Vorteil.

Risiken und Fallstricke beim Kauf unter Marktwert

Obwohl der Kauf unter Marktwert verlockend ist, birgt er auch spezifische Risiken, die man kennen und minimieren sollte. Nicht jeder scheinbare Schnäppchen ist am Ende auch wirklich ein gutes Geschäft.

  • Versteckte Mängel: Gerade bei sanierungsbedürftigen Objekten können die Kosten für die Behebung von Mängeln das Ersparte schnell übersteigen. Eine umfassende Begutachtung ist daher unerlässlich.
  • Unrealistische Erwartungen: Der Wert nach einer Sanierung wird oft zu optimistisch eingeschätzt. Realistische Kosten- und Zeitschätzungen sind entscheidend.
  • Fehlende Marktakzeptanz: Auch nach einer Sanierung muss eine Immobilie ihren Wert am Markt beweisen. Eine ungünstige Lage oder ein ungewöhnlicher Schnitt können den Weiterverkauf oder die Vermietbarkeit erschweren.
  • Rechtliche Fallstricke: Ungeklärte Grundbuchlasten, wegerechte Dritter oder veraltete Baurechte können zu langwierigen und kostspieligen Auseinandersetzungen führen.
  • Finanzierungsherausforderungen: Banken bewerten oft den Beleihungswert, der nicht immer dem potenziellen Marktwert nach Sanierung entspricht. Dies kann die Höhe der Finanzierung beeinflussen.

Fazit

Der Kauf einer Immobilie unter Marktwert ist eine anspruchsvolle, aber potenziell sehr lukrative Strategie. Er erfordert ein hohes Maß an Marktkenntnis, eine akribische Due Diligence, Verhandlungsgeschick und oft auch ein wenig Glück. Wer die genannten Strategien beherzigt, sich nicht von emotionalen Faktoren leiten lässt und die potenziellen Risiken sorgfältig abwägt, kann auf dem Immobilienmarkt tatsächlich echte Schnäppchen finden und sein Portfolio erfolgreich erweitern. Es ist ratsam, bei dieser komplexen Materie die Unterstützung von erfahrenen Sachverständigen und Rechtsberatern in Anspruch zu nehmen, um die Chancen zu maximieren und die Risiken zu minimieren.

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Gründer der FREITAG® Immobilien GmbH
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