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Fördergelder Sanierung: Die wichtigsten Programme im Überblick

Welche Fördergelder gibt es für die energetische Sanierung? Ein Überblick über die wichtigsten Programme, Fördersätze und Antragswege für Hausbesitzer in Deutschland.

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Fördergelder Sanierung: Die wichtigsten Programme im Überblick

Wer sein Haus oder seine Wohnung energetisch sanieren möchte, steht vor einer Vielzahl an Förderprogrammen. Bund, Länder und Kommunen bieten Zuschüsse, zinsgünstige Kredite und Steuererleichterungen, die die Kosten deutlich senken können. Dieser Ratgeber gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Fördergelder für die Sanierung von Wohngebäuden in Deutschland und zeigt, wie Hausbesitzer die Programme sinnvoll kombinieren können.

Grundlagen: Was wird überhaupt gefördert?

Die meisten Förderprogramme unterscheiden zwischen Einzelmaßnahmen und umfassenden Sanierungen. Gefördert werden in der Regel Maßnahmen, die den Energieverbrauch senken, den Komfort erhöhen und die CO₂-Emissionen reduzieren. Dazu gehören unter anderem die Dämmung von Außenwänden, Dach und Kellerdecke, der Austausch von Fenstern und Türen, die Modernisierung der Heizung sowie die Installation von Lüftungsanlagen und Smart-Home-Systemen zur effizienten Steuerung.

Wichtig ist, dass die Maßnahmen bestimmte technische Anforderungen erfüllen, etwa Mindestwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) oder Effizienzklassen der Heiztechnik. Zudem müssen die Arbeiten in der Regel von zertifizierten Fachunternehmen ausgeführt und vor Beginn der Maßnahmen ein Antrag gestellt werden. Nur so gilt die Förderung als sicher und kann später nicht zurückgefordert werden.

  • Dämmung von Wänden, Dach, Kellerdecke und Fenstern
  • Austausch alter Heizungen gegen effiziente Systeme
  • Einbau von Lüftungsanlagen und Smart-Home-Systemen
  • Barrierearme oder barrierefreie Umbauten im Rahmen der Sanierung
  • Fachplanung und Baubegleitung durch Energieberater

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist das zentrale Förderprogramm des Bundes für energetische Sanierungen. Sie bündelt verschiedene Teilprogramme, die sowohl Einzelmaßnahmen als auch umfassende Sanierungen zu Effizienzhäusern abdecken. Die BEG wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt.

Für Einzelmaßnahmen an Wohngebäuden (BEG EM) werden in der Regel 15 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss gewährt. Bei umfassenden Sanierungen zu Effizienzhäusern (BEG WG) erfolgt die Förderung über zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss. Die Höhe des Tilgungszuschusses richtet sich nach der erreichten Effizienzhaus-Stufe und kann je nach Programm und Kombination von Boni bis zu 20 Prozent oder mehr betragen.

  • BEG EM: Zuschuss für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik
  • BEG WG: Kredite mit Tilgungszuschuss für umfassende Sanierungen zu Effizienzhäusern
  • Förderung von Planung und Baubegleitung bis zu bestimmten Höchstbeträgen
  • Kombination von Zuschüssen und Krediten möglich
  • Antrag vor Beginn der Maßnahmen erforderlich

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und Boni

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein detaillierter Plan, der Schritt für Schritt zeigt, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Er wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt und kann die Förderung deutlich erhöhen. Wer Maßnahmen aus einem iSFP umsetzt, erhält in vielen Programmen einen zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Fördersatz.

Darüber hinaus gibt es weitere Boni, die sich addieren können. Dazu gehören der Effizienzbonus für besonders effiziente Systeme, der WPB-Bonus für besonders ineffiziente Bestandsgebäude (Worst Performing Buildings) und der Serielle-Sanierung-Bonus für Sanierungen mit vorgefertigten Elementen. Diese Boni können den Gesamtfördersatz deutlich erhöhen und die Wirtschaftlichkeit der Sanierung verbessern.

  • iSFP-Bonus: +5 % Fördersatz bei Umsetzung von Maßnahmen aus dem Sanierungsfahrplan
  • WPB-Bonus: +10 % für besonders ineffiziente Bestandsgebäude
  • Serielle-Sanierung-Bonus: +15 % bei Sanierung mit vorgefertigten Elementen
  • Effizienzbonus für besonders effiziente Systeme
  • Kombination mehrerer Boni möglich, je nach Programm

Zuschüsse und Kredite für die Heizung

Die Modernisierung der Heizung ist ein zentraler Baustein der energetischen Sanierung. Für den Einbau neuer Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen oder Brennstoffzellen gibt es spezielle Förderprogramme. Diese kombinieren in der Regel Zuschüsse mit zinsgünstigen Krediten und können je nach System und Effizienz bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken.

Ein Beispiel: Für den Einbau einer klimafreundlichen Wärmepumpe kann eine Grundförderung von 30 Prozent gewährt werden. Zusätzlich kommen Effizienzboni und andere Programme hinzu, sodass der Gesamtfördersatz deutlich höher ausfallen kann. Wichtig ist, dass die Heizung bestimmte Effizienzkriterien erfüllt und von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert wird.

  • Zuschüsse für den Einbau neuer Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien
  • Kombination aus Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten möglich
  • Effizienzboni für besonders effiziente Systeme
  • Anforderungen an Effizienz und Installation durch Fachbetrieb
  • Förderung auch für Heizungsoptimierung ohne kompletten Tausch

Förderung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Nicht immer ist eine umfassende Sanierung zum Effizienzhaus möglich oder gewünscht. In vielen Fällen reichen einzelne Maßnahmen wie die Dämmung des Daches oder der Austausch der Fenster, um den Energieverbrauch deutlich zu senken. Für solche Einzelmaßnahmen gibt es spezielle Förderprogramme, die in der Regel 15 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss gewähren.

Ein Beispiel: Bei einer Dachdämmung mit förderfähigen Kosten von 20.000 Euro erhält der Hausbesitzer 3.000 Euro Zuschuss. Lässt er sich zusätzlich einen iSFP erstellen und setzt Maßnahmen daraus um, steigt der Fördersatz auf 20 Prozent, also 4.000 Euro. So können auch schrittweise Sanierungen wirtschaftlich werden.

  • Zuschüsse für Dämmung von Wänden, Dach und Kellerdecke
  • Fenster- und Türtausch mit bestimmten U-Werten
  • Einbau von Lüftungsanlagen und Smart-Home-Systemen
  • iSFP-Bonus erhöht den Fördersatz
  • Antrag vor Beginn der Maßnahmen erforderlich

Länder- und Kommunalförderung

Neben den Bundesprogrammen bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme für die energetische Sanierung. Diese können Zuschüsse, zinsgünstige Kredite oder Steuererleichterungen umfassen. Die Bedingungen und Fördersätze variieren je nach Region und Programm, daher lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Landes- und Kommunalprogramme.

Ein Beispiel: Ein Bundesland bietet zinsgünstige Baudarlehen in Höhe von bis zu 220.000 Euro je Wohnung oder Eigenheim an. Diese Darlehen können mit Bundesförderungen kombiniert werden, um die Gesamtkosten der Sanierung deutlich zu senken. Wichtig ist, die Programme aufeinander abzustimmen und die Anträge rechtzeitig zu stellen.

  • Zuschüsse und zinsgünstige Kredite der Länder
  • Kommunale Förderprogramme für energetische Sanierung
  • Kombination mit Bundesförderungen möglich
  • Unterschiedliche Bedingungen je nach Region
  • Beratung durch lokale Stellen empfehlenswert

Steuerliche Förderung und andere Programme

Neben den direkten Zuschüssen und Krediten gibt es auch steuerliche Fördermöglichkeiten. So können bestimmte Sanierungsmaßnahmen in der Einkommensteuer geltend gemacht werden, etwa über die Handwerkerpauschale oder spezielle Regelungen für energetische Sanierungen. Diese Programme können die Gesamtkosten weiter senken und die Wirtschaftlichkeit der Sanierung verbessern.

Darüber hinaus gibt es Programme für die Beratung und Planung, die einen Teil der Kosten für Energieberater und Fachplaner übernehmen. Diese Programme sind besonders sinnvoll, wenn ein iSFP erstellt oder eine umfassende Sanierung geplant wird. So können Hausbesitzer nicht nur finanziell, sondern auch fachlich unterstützt werden.

  • Steuerliche Förderung für energetische Sanierungen
  • Handwerkerpauschale und andere steuerliche Erleichterungen
  • Förderung von Energieberatung und Planung
  • Kombination mit anderen Förderprogrammen möglich
  • Beratung durch Steuerberater oder Energieberater empfehlenswert

Fazit

Die Fördergelder für die energetische Sanierung sind vielfältig und können die Kosten deutlich senken. Wichtig ist, die Programme sorgfältig zu prüfen, die Anträge rechtzeitig zu stellen und die Maßnahmen von zertifizierten Fachbetrieben ausführen zu lassen. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan und der Kombination verschiedener Förderungen lässt sich die Sanierung wirtschaftlich und nachhaltig gestalten.

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