Das Statistische Landesamt meldete für das Jahr 2025 eine Fertigstellung von 5.976 Wohnungen in Hamburg. Diese Zahl repräsentiert einen Rückgang von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Schleswig-Holstein wurden 8.942 Wohnungen als fertiggestellt ausgewiesen, was einem Minus von 19 Prozent entspricht.
Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Landesverband Nord, bezeichnete diese Entwicklung als dramatisch. Der Verband vertritt die privatwirtschaftliche Wohnungswirtschaft im Mittelstand der Regionen Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.
Auswirkungen auf Wohnungsmarkt und Standortattraktivität
Kay Brahmst, der Vorstandsvorsitzende des BFW Landesverbands Nord, betonte, dass die vorliegenden Zahlen keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt erwarten lassen. Dies habe primär Auswirkungen auf wohnungssuchende Menschen sowie auf Unternehmen, deren Fähigkeit zur Mitarbeitergewinnung durch fehlenden Wohnraum beeinträchtigt wird. Er hob hervor, dass ein unzureichender Wohnungsneubau die Basis für wirtschaftliches Wachstum entziehe und ein gravierender Standortnachteil sei.
Die aktuelle Entwicklung sei laut BFW nicht überraschend, da Befragungen der Mitgliedsunternehmen in den vergangenen drei Jahren einen deutlichen Rückgang bei den Baubeginnen aufgezeigt hätten. Als primäre Ursachen wurden zu hohe Baukosten identifiziert, die unter anderem durch komplexe Verfahren und eine fortlaufende Einführung neuer Vorschriften bedingt seien. Zusätzlich hätten externe geopolitische Faktoren zu einem weiteren Anstieg der Preise geführt, was die wirtschaftliche Umsetzbarkeit von Wohnungsbauprojekten erheblich erschwere.
Forderungen zur Belebung des Wohnungsbaus
Der BFW Landesverband Nord fordert daher grundlegende Veränderungen, um den Wohnungsbau wieder zu stimulieren. Dazu gehöre eine Reduzierung der Vorschriften, eine Beschleunigung der Verfahren sowie die Gewährung von mehr Freiräumen für den Neubau von Wohnungen. Bestehende Initiativen wie der „Bauturbo“ oder der „Hamburg-Standard“ seien zwar positive Ansätze, jedoch sei deren Umsetzungsgeschwindigkeit unzureichend, um spürbare Effekte zu erzielen.
Ferner wird die Debatte um eine weitere Verschärfung des Mietrechts, einschließlich der Einführung eines Mietpreisdeckels, als trügerisch kritisiert. Kay Brahmst wies darauf hin, dass steigende Kosten für Eigentümer und Unternehmen bei gleichzeitiger Begrenzung der Einnahmen und einer Inflationsbedingten Wertminderung die wirtschaftliche Grundlage des Wohnungsbaus weiter untergraben würden. Dies würde voraussichtlich zu dauerhaft niedrigen Fertigstellungszahlen in den kommenden Jahren führen.




