Städte und ihre Gebäudebestände stehen angesichts zunehmender Hitzewellen, längerer Trockenperioden sowie häufigerer Starkregenereignisse vor wachsenden Herausforderungen. Folglich etabliert sich die Klimaanpassung zu einer Kernaufgabe für die Immobilienbranche. Während in den vergangenen Jahren primär die Energieeffizienz von Objekten im Vordergrund stand, gewinnen heute verstärkt Aspekte wie Außenflächengestaltung, Begrünungsmaßnahmen und die Entwicklung von klimaresilienten Bewirtschaftungskonzepten an Relevanz.
Mit dem kürzlich veröffentlichten White Paper GEFMA 984-5 „Klimaanpassung als Aufgabe des Facility Management“ präsentiert der gefma – Deutscher Verband für Facility Management – erstmals eine umfassende Übersicht zur Rolle der Klimaanpassung im Immobilienbetrieb. Die Erarbeitung dieser Publikation erfolgte durch ein interdisziplinäres Expertenteam des gefma-Arbeitskreises Nachhaltigkeit. Ausschlaggebend für diese Initiative war das Fehlen einheitlicher Kennzahlen für die Bewirtschaftung klimaangepasster Bestandsimmobilien. Insbesondere für Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen oder die Entsiegelung von Flächen existierten bisher keine belastbaren Grundlagen für Ausschreibungen und ökonomische Bewertungen im Kontext des Gebäudebetriebs.
Das neue gefma White Paper richtet sich an einen breiten Kreis von Akteuren der Immobilienwirtschaft, darunter Investoren, Eigentümer, Betreiber, Asset- und Property-Manager sowie Facility-Management-Dienstleister. Es erläutert die fundamentalen Prinzipien der Klimaanpassung und stellt die Auswirkungen des Klimawandels auf Quartiere, einzelne Immobilien und alle betroffenen Parteien dar. Exemplarisch werden die ökologischen und sozialen Vorzüge aufgezeigt, aber ebenso die notwendigen Investitions- und Bewirtschaftungskosten dargelegt, welche mit Klimaanpassungsmaßnahmen verbunden sind.
Die Rolle des Facility Managements
Die Publikation unterstreicht die Schlüsselrolle des Facility Managements bei der praktischen Umsetzung von Klimaanpassungsstrategien. Diese Bedeutung wird durch zwei prägnante Praxisbeispiele verdeutlicht. Ein Beispiel illustriert die Organisation eines digitalen Hochwasserschutzes im Gebäudebetrieb. Ein weiteres Beispiel, „Rasen versus Wildblumenwiese“, demonstriert, mit welcher Detailtiefe Ausschreibungen zukünftig formuliert werden müssen, um einen validen ökonomischen Vergleich zwischen konventionellen und klimaangepassten Maßnahmen zu ermöglichen.
Regina Zeitner, die Leiterin des Autorenteams und Mitglied des gefma-Arbeitskreises Nachhaltigkeit, führte aus, Klimaanpassung sei keine zukünftige, sondern eine aktuelle betriebswirtschaftliche, gesellschaftliche und versicherungsrelevante Notwendigkeit. Sie betonte weiterhin, das Facility Management nehme dabei eine zentrale Rolle ein, da es den Gebäudebestand bewirtschaftet und weiterentwickelt, die internen und externen Prozesse der Immobilien kennt und somit die Klimaanpassung vom Konzept in den konkreten Betrieb überführen kann. Das White Paper bietet folglich eine umfassende Orientierungshilfe für alle Beteiligten der Immobilienwirtschaft. Es fasst die wesentlichen Aspekte der Klimaanpassung im Gebäudebestand zusammen und legt dar, welche fachlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Grundlagen für eine erfolgreiche Implementierung im Betrieb erforderlich sind.
- —Umfassende Orientierungshilfe für die Klimaanpassung im Gebäudebestand.
- —Darstellung ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte.
- —Praxisbeispiele zur Umsetzung von Maßnahmen.
- —Bezugsquelle: gefma-Onlineshop, für Mitglieder kostenfrei, für Externe 59,- EUR zzgl. USt.




