Die VIB Vermögen AG hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 den Erwartungen entsprechend abgeschlossen. Dies betrifft sowohl die strategische Ausrichtung als auch die operativen Kennzahlen des Unternehmens. Die Bruttomieteinahmen lagen im Berichtszeitraum bei 46,8 Millionen Euro. Dies stellt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 50,2 Millionen Euro dar, der auf Immobilienverkäufe in den Jahren 2025 und 2026 zurückzuführen ist.
Die Funds from Operations (FFO) erreichten 24,1 Millionen Euro, während sie im Vorjahr noch 47,8 Millionen Euro betragen hatten. Dieser Rückgang resultiert primär aus dem Wegfall von Zinserträgen aus einem Darlehen, das der Branicks Group AG gewährt worden war. Ein signifikanter Anstieg zeigte sich hingegen bei den Erträgen aus dem Immobilienmanagement im Segment Institutional Business, welche auf 19,1 Millionen Euro stiegen, verglichen mit 3,3 Millionen Euro im Vorjahr.
Dirk Oehme, Vorstandssprecher der VIB Vermögen AG, konstatierte, dass das Unternehmen trotz der anhaltenden Marktunsicherheiten, geopolitischer Spannungen und volatiler Zinsentwicklungen im ersten Halbjahr auf Kurs liege. Er betonte, dass die aktuelle Transaktionspipeline weitere Erträge im Jahresverlauf erwarten lasse und das kürzlich abgeschlossene Joint Venture im Projektentwicklungsgeschäft als weiterer Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des VIB-Konzerns anzusehen sei. Der Vorstand bestätigt die Gesamtjahresprognose eines FFO von 60 bis 70 Millionen Euro.
Immobilienbestände und Geschäftsbereiche
Zum Stichtag 30. Juni 2026 beliefen sich die Assets under Management (AuM) auf 9,7 Milliarden Euro, eine Reduzierung gegenüber den 10,1 Milliarden Euro vom 31. Dezember 2025. Diese Summe umfasst sowohl den Eigenbestand (Commercial Portfolio) als auch die von der VIB betreuten Immobilien im Institutional Business. Im Berichtszeitraum wurden zwei Objekte aus dem Eigenbestand und fünf Objekte aus dem Segment Institutional Business veräußert, wodurch sich die Gesamtzahl der betreuten Immobilien auf 240 reduzierte.
Das Commercial Portfolio wies einen unveränderten Marktwert von 1,8 Milliarden Euro auf. Die Bruttomieteinnahmen dieses Segments reduzierten sich transaktionsbedingt um 6,8 Prozent auf 46,8 Millionen Euro, die Nettomieteinnahmen lagen bei 40,9 Millionen Euro. Die EPRA-Leerstandsquote im Eigenbestand erhöhte sich auf 11,5 Prozent. Im Segment Institutional Business betrug der Marktwert verwalteter Immobilien 7,9 Milliarden Euro. Die Erträge aus Immobilienverwaltungsgebühren stiegen hier deutlich auf 19,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Vorstand erwartete Einnahmen aus der Immobilienverwaltung von 53 bis 63 Millionen Euro, bedingt durch prognostizierte Transaktionsgebühren im zweiten Halbjahr.
Strategische Ausrichtung und Finanzierung
Die VIB verfügt über eine stabile Finanzierungsstruktur. Der durchschnittliche Finanzierungszinssatz für Bankdarlehen lag zum 30. Juni 2026 bei 2,5 Prozent pro Jahr. Der Loan-to-Value (LTV) reduzierte sich auf 41,2 Prozent. Eine bedeutende Entwicklung stellt die Sicherstellung der Refinanzierung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 58 Millionen Euro dar, welche im September 2026 und März 2027 fällig werden. Eine gemeinsam mit der Branicks Group AG unterzeichnete Lock-up-Vereinbarung schafft hier Planungssicherheit.
Strategisch konzentriert sich die VIB auf den Ausbau des Geschäfts mit institutionellen Investoren, um eine weitere wichtige Ertragsquelle neben dem eigenen Immobilienbestand zu etablieren. Christian Fritzsche ist seit Mitte des Jahres als verantwortlicher Vorstand für den Bereich Institutional Business tätig. Ebenso soll das Projektentwicklungsgeschäft im Logistikbereich intensiviert werden, sowohl durch hochprofitable Entwicklungen im eigenen Portfolio als auch durch das im ersten Halbjahr 2026 geschlossene Joint Venture mit Tristan Capital. Diese Kooperation soll durch die Finanzkraft von Tristan und die Entwicklungskompetenz der VIB einen signifikanten Beitrag zur Unternehmensentwicklung leisten.














