Die jüngste Umfrage von Sprengnetter unter Immobilienmaklerinnen und Immobilienmaklern beleuchtet die aktuelle Haltung bezüglich der Weiterbildung im Sektor. Die Ergebnisse zeigen, dass die Meinungen zum Wegfall der gesetzlichen Weiterbildungspflicht divergieren. Trotz dieser Uneinigkeit besteht branchenweit Konsens über die Bedeutung einer kontinuierlichen freiwilligen Weiterbildung. Die Untersuchung wurde initiiert, um die Reaktionen auf das geplante Bürokratieentlastungsgesetz zu erfassen, welches die Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler annullieren soll.
Es wird deutlich, dass 49 Prozent der Befragten die Abschaffung der Pflicht positiv oder eher positiv beurteilen. Demgegenüber äußerten sich 47 Prozent kritisch oder eher kritisch. Diese gespaltene Einschätzung reflektiert unterschiedliche Perspektiven innerhalb der Branche. Ein Viertel der Makler befürchtet eine mögliche Qualitätseinbuße ohne die gesetzliche Vorschrift, während weitere 22 Prozent den Wegfall grundsätzlich als Rückschritt betrachten. Unabhängig von diesen Bedenken ist die Bereitschaft zur Weiterbildung evident: 98 Prozent der Teilnehmer beabsichtigen, sich auch künftig regelmäßig fortzubilden.
Kontinuierliche Fachkompetenz als Branchenstandard
Christoph Barniske, Geschäftsführer von Sprengnetter, kommentierte die Befunde: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Meinungen zur gesetzlichen Weiterbildungspflicht auseinandergehen. Bemerkenswert ist jedoch, dass nahezu alle Befragten unabhängig davon ihre fachliche Weiterbildung fortsetzen wollen. Das unterstreicht, welchen Stellenwert Qualifikation inzwischen im Maklerberuf hat.“ Diese Aussage bekräftigt die intrinsische Motivation vieler Makler, ihren fachlichen Standard aufrechtzuerhalten und zu erweitern.
Ein Großteil der Makler, konkret 96 Prozent, plant, sich zukünftig in fachlichen und rechtlichen Belangen fortzubilden. Zusätzlich streben jeweils 60 Prozent eine persönliche Weiterentwicklung an, um die Beratungsqualität für ihre Kunden zu optimieren. Für 42 Prozent spielt die Abgrenzung vom Wettbewerb eine Rolle bei der Entscheidung für eine Weiterbildung. Dies deutet auf einen hohen Anspruch an die eigene Professionalität und Marktpositionierung hin.
Schwerpunkte der Weiterbildung
Bei den bevorzugten Weiterbildungsthemen rücken klassische Fachkompetenzen in den Vordergrund. Rechtsthemen werden von 88 Prozent der Befragten als besonders relevant eingestuft. Dies unterstreicht die Komplexität und die Bedeutung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Immobiliengeschäft. Darauf folgen Energie, Sanierung und Gebäudestandards mit 63 Prozent, ein Bereich, dessen Relevanz angesichts aktueller Umweltauflagen und Energieeffizienzstandards stetig zunimmt.
- —Wertermittlung und Bewertung (51 Prozent)
- —Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (51 Prozent)
- —Vermarktung, Akquise und Vertrieb (51 Prozent)
- —Datenschutz, Geldwäsche und Verbraucherschutz (42 Prozent)
Themen wie Unternehmensführung und Prozessoptimierung (22 Prozent) sowie Finanzierung und Finanzierungsberatung (19 Prozent) werden nachrangig genannt. Die hohe Priorität von Rechtsthemen und energetischer Sanierung reflektiert die aktuellen Herausforderungen und Anforderungen an den modernen Immobilienmakler. Die Umfrage belegt, dass die Branche auch ohne gesetzliche Vorgaben einen hohen Wert auf Kompetenzerhalt und -ausbau legt.




