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Neues Energiekonzept für Berliner Bürohochhaus „The Friedenauer“

Im Berliner Bürohochhaus „The Friedenauer“ entsteht ein Pilotprojekt für eine nachhaltige Energieversorgung, das auf ein vollständig elektrisches System mit Abwasserwärme, reversiblen Wärmepumpen und Photovoltaik setzt.

Neues Energiekonzept für Berliner Bürohochhaus „The Friedenauer“

Nahe des Innsbrucker Platzes in Berlin wird mit dem Bürohochhaus „The Friedenauer“ ein innovatives Energiekonzept umgesetzt. Dieses im Rahmen eines Neubauprojekts der OFB Projektentwicklung GmbH realisierte Vorhaben integriert eine vollständig elektrische Energieversorgung, die Wärme und Kälte ausschließlich aus erneuerbaren Quellen bereitstellt. Die GASAG Solution Plus GmbH ist für die technische Umsetzung des Konzepts verantwortlich, welches die Nutzung urbaner Energiepotenziale in den Vordergrund stellt.

Das Energiekonzept für „The Friedenauer“ basiert auf der Nutzung von Abwasserwärme aus einem Freispiegel-Mischwasserkanal. Ergänzt wird dies durch den Einsatz reversibler Wärmepumpen und großflächiger Photovoltaikanlagen. Eine weitere Besonderheit stellt die Integration der Abwärme aus den Serverräumen des Gebäudes in das Heizsystem dar, die durch einen Power-to-Heat-Kessel gesichert wird.

Technologische Details der Energieversorgung

Die vollständige erneuerbare Versorgung des Gebäudes wird durch drei reversible Wärmepumpen gewährleistet, die sowohl für die Beheizung als auch für die Kühlung der Flächen zuständig sind. Die Primärenergie wird mittels zweier im Mischwasserkanal installierter Wärmetauscher gewonnen, die das Temperaturniveau des Abwassers erschließen. Ein Kaltnetz stellt die Verbindung zwischen den Abwasserkanälen und den Büroflächen her.

Zur Sicherstellung der Versorgung, insbesondere bei Schwankungen in Abwassermenge und -temperatur, sind vier Pufferspeicher mit einem Volumen von jeweils 5.000 Litern vorgesehen. Für außergewöhnliche Betriebszustände steht ein 600-kW-Power-to-Heat-Elektrokessel als Backupsystem zur Verfügung. Die Kühlung der Serverräume erfolgt ebenfalls über das Abwassersystem, ergänzt durch einen Rückkühler und eine Option für ein zweites Serversystem. Im Winter wird die dabei anfallende Abwärme zur Beheizung der Büroräume genutzt. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage Eigenstrom für den Betrieb der Energiezentrale, wobei Überschüsse in das Stromnetz eingespeist werden.

Kontext und weitere Entwicklung

Die Nutzung der Abwasserwärme wird als verlässliche und klimafreundliche Energiequelle mit einem konstanten Temperaturniveau von 12 bis 23 °C charakterisiert. Die Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben ermöglicht die erstmalige Anwendung dieser Technologie in einem großmaßstäblichen Büroprojekt in Berlin. Matthias Trunk, Vertriebsvorstand der GASAG, betonte, dass der Erfolg eines Energiekonzepts an der Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit des Versorgungssystems im Alltag gemessen werde. Dr. Bernd Schade, Vorsitzender der Geschäftsführung der OFB Projektentwicklung GmbH, hob hervor, dass mit „The Friedenauer“ ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung fossiler Energieträger und zur energetischen Unabhängigkeit des Objekts geleistet werde.

Das elfgeschossige Bürohochhaus „The Friedenauer“ umfasst rund 21.000 Quadratmeter Mietfläche für Büros, Gastronomie und Einzelhandel. Es bildet den weitgehenden Abschluss der Quartiersentwicklung Friedenauer Höhe, die bereits mehr als 1.100 Wohnungen umfasst. Das Gebäude strebt eine DGNB Zertifizierung in Gold an. Das vorliegende Energiekonzept knüpft an das Gesamtkonzept des Areals an, welches bereits über ein Biomethan Blockheizkraftwerk und ergänzende Erdgaskessel verfügt und gezielt erneuerbare Komponenten nutzt. Ein Ankermieter des Objekts ist das Unternehmen Kieback & Peter. Die Implementierung der Energieversorgung für den Büroneubau ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme der Anlagen parallel zur Gesamtfertigstellung des Gebäudes im dritten Quartal 2027.

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