Projektentwicklung··2 min

Konzeptstudie für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes präsentiert

Eine Initiative hat ein neues Konzept zur Teilbebauung des Tempelhofer Feldes in Berlin vorgestellt, das die Schaffung von rund 21.400 bezahlbaren Wohnungen sowie die dauerhafte Sicherung des zentralen Freiraums vorsieht.

Konzeptstudie für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes präsentiert

Die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ hat ein detailliertes Konzept für die zukünftige Nutzung und Entwicklung des Tempelhofer Feldes in Berlin publiziert. Der Entwurf sieht die Entwicklung von circa 21.400 neuen Wohneinheiten für etwa 50.000 Menschen vor, ergänzt durch Handelsflächen, soziale Infrastruktur und einen dauerhaft geschützten inneren Freiraum. Dieses Vorhaben wird als Reaktion auf die anhaltend angespannte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt verstanden und plädiert für eine objektivierte Diskussion über die Nutzung eines der signifikantesten innerstädtischen Entwicklungsareale Europas.

Das entwickelte Konzept fokussiert sich auf die Bebauung von etwa 100 Hektar am äußeren Rand des Tempelhofer Feldes, welche für Wohnbau und urbane Nutzungen vorgesehen sind. Die umfangreiche zentrale Grünfläche von rund 200 Hektar, die nach Angaben der Initiative die Dimension des Londoner Hyde Parks übertrifft, soll als öffentliche Freifläche erhalten und langfristig durch eine gemeinnützige Stiftung vor jeglicher Bebauung gesichert werden. Diese Herangehensweise zielt darauf ab, die Bedürfnisse nach zusätzlichem Wohnraum mit dem Erhalt wichtiger Freiflächen in Einklang zu bringen.

Städtebauliches Design und Nutzungsmix

Das städtebauliche Konzept wurde von den Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer erarbeitet. Es orientiert sich an etablierten Berliner Quartieren wie dem Schillerkiez oder Bergmannkiez. Vorgesehen sind circa 2.000 individuell gestaltete Stadthäuser, kombiniert mit unterschiedlichen Nutzungsarten, kurzen Distanzen innerhalb des Quartiers und einem nennenswerten Anteil an bezahlbarem Wohnraum. Von den avisierten 21.400 Wohnungen sollen etwa 30 Prozent im öffentlich geförderten Sektor realisiert werden, um die soziale Wohnraumversorgung zu gewährleisten.

Die Entwicklung wird um circa 10 Prozent Gewerbeflächen ergänzt, wobei ein wesentlicher Teil dieser Flächen vor übermäßigen Mieterhöhungen dauerhaft geschützt werden soll. Des Weiteren sind etwa 15 Prozent der Fläche für öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und weitere soziale Infrastruktur vorgesehen. Die verbleibenden Flächen sind für frei finanzierte Wohnungen eingeplant, welche beispielsweise von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften realisiert werden könnten. Ein weiterer Fokus liegt auf einer klimaneutralen Energieversorgung, einer seriellen und kosteneffizienten Bauweise sowie einem Verkehrskonzept, das einen neuen S-Bahnhof inkludiert.

Ein Kernelement des Entwurfs ist die „Tempelhofer Promenade“, ein urbaner Ring, der das zentrale Feld als Freiraum fasst und eine räumliche Trennung sowie Verbindung zu den umliegenden Quartieren schafft. Diese Promenade ist vorgesehen, um vielfältige Anbindungen an die existierenden Stadtstrukturen zu gewährleisten und die neuen Wohnkieze eng zu verknüpfen. Die Initiatoren betonen, keinen monetären Eigennutz zu verfolgen, das Konzept sei ehrenamtlich entwickelt worden, um einen substanziellen Beitrag zur Lösung der Wohnraumproblematik in Berlin zu leisten.

Realisierungsoptionen und Investitionsvolumen

Die Initiative schätzt die potenzielle Realisierungszeit des Projekts auf sechs Jahre und beziffert die Investitionskosten auf rund neun Milliarden Euro. Die Initiatoren beabsichtigen nun, den Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft zu suchen, um eine fundierte Debatte über die zukünftige Nutzung des Tempelhofer Feldes anzuregen. Hamid Djadda, Gründer der OHDE Stiftung, äußerte seine Ansicht, dass Berlin dringend bezahlbaren Wohnraum benötige und eine Überwindung von traditionellen Denkweisen vonnöten sei, um solche innerstädtischen Flächen effektiv zu nutzen. Auch Yiğit Muk unterstützt die pragmatische Neubaupolitik und fordert proaktive Zukunftsentscheidungen.

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