Die Finanzierung des 1,3 Billionen Dollar umfassenden Marktes für Datenzentren entwickelt sich zu einem prägenden Thema in der gewerblichen Immobilienbranche. Nach Milliarden, die in diesen Sektor investiert wurden, manifestiert sich das Volumen nun in Billionen Dollar. Dieser Sektor, dessen Vokabular und Funktionsweise vielen noch unbekannt sind, rückt zunehmend in den Fokus. Die KI-Analysefirma Atrium aus San Diego hat kürzlich eine interaktive Datenplattform namens „Who Finances America’s Data Centers“ vorgestellt, welche die Finanzierungsströme hinter diesem boomenden Markt transparent macht.
Atriums Plattform bietet detaillierte Einblicke in einzelne Transaktionen, wie beispielsweise die 23 Milliarden Dollar umfassende Kreditfazilität von Coreweave, die von 38 verschiedenen Kreditgebern bereitgestellt wurde. Ebenso wird die Finanzierung von DigitalBridge und IFM in Höhe von 20 Milliarden Dollar durch 24 Kreditgeber beleuchtet. Gleichzeitig analysiert die Plattform das umfassende Engagement von Non-Bank-Lendern wie PIMCO, das Ursprungsfinanzierungen in Höhe von 23 Milliarden Dollar getätigt hat, sowie das der großen Unternehmen wie Amazon, Microsoft, Google, Meta und Oracle. Diese fünf Firmen allein sind für 223 Milliarden Dollar an langfristigen Schulden und Kreditfazilitäten verantwortlich.
Baumarkt und geografische Verschiebungen im Technologiesektor
Die expansive Aktivität im Datenzentren-Sektor erfolgt zu einer Zeit steigender Baukosten. Während in anderen Bereichen der Bausektor möglicherweise eine Verlangsamung erlebt, kompensiert das explosive Wachstum der Datenzentren dies offenbar, wie ein aktueller Bericht von Skanska hervorhebt. Tom Park von Skanska bemerkte, dass der Markt derzeit gemischte Signale sende, jedoch eine hohe Projektaktivität im Bereich Datenzentren, Halbleiter und Biowissenschaften zu beobachten sei. Er führte aus, dass eine beispiellose Nachfrage in den Bereichen Mechanik, Elektrik, Sanitär und Stahl die Lieferzeiten und Kosten in die Höhe treibe.
Gleichzeitig beobachten wir eine starke Zunahme von KI-Unternehmen, die zunehmend außerhalb des Silicon Valley expandieren. Ein CBRE-Bericht bestätigt, dass New York City San Francisco erstmals als größten Technologiestandort in Nordamerika überholt hat. Obwohl Technologie in San Francisco 10 Prozent der Gesamtbelegschaft ausmacht und in New York City lediglich 4,2 Prozent, bedeuten die jeweiligen Größenordnungen der Metropolen, dass New York mit 394.300 Arbeitsplätzen San Francisco mit 375.730 Arbeitsplätzen übertrifft. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Büromarkt wider, wo KI-Firmen im zweiten Quartal 2026 laut Colliers etwa 800.000 Quadratfuß Bürofläche in New York angemietet haben.
Erneutes Interesse am Büromarkt und breite Markterholung
Der Büromarkt, der lange Zeit als weniger attraktiv galt, erlebt eine bemerkenswerte Renaissance. Noch im zweiten Quartal 2025 betrachteten nur 4 Prozent der Immobilieninvestoren Büros als bevorzugte Anlage. Aktuelle Daten von SitusAMC zeigen jedoch, dass dieser Anteil auf fast 11 Prozent angestiegen ist. Im ersten Quartal 2026 erreichte er sogar 16 Prozent. Peter Muoio, Leiter von SitusAMC Insights, stellte fest, dass sich die Investitionsbedingungen im Bürosektor im letzten anderthalb Jahr verbessert haben und ein erneutes Interesse erkennbar ist. Diese Entwicklung erklärt, warum die REIT-Ergebnisse im zweiten Quartal robuster ausfielen als erwartet.
Ein Bericht von Hoya Capital sprach von überraschend starken REIT-Ergebnissen, die eine der klarsten Berichtsperioden der jüngeren Geschichte darstellten, mit ungewöhnlich breiten Prognoseerhöhungen, verbesserten Fundamentaldaten auf Objektebene und relativ wenigen Enttäuschungen. Dies manifestiert sich in erfolgreichen Transaktionen. Thor Equities erwarb kürzlich 1359 Broadway von Empire State Realty Trust für 218 Millionen Dollar, nur einen Monat nach Markteinführung. Ebenso erwarben Lincoln Property Company, Saber-Hightower und Waterfall Asset Management vier National Resources Objekte, darunter einen 270 Hektar großen Businesspark in East Fishkill, N.Y., mit insgesamt etwa 4 Millionen Quadratfuß für 450 Millionen Dollar.
Auch andere Sektoren zeigen positive Entwicklungen, insbesondere Einzelhandel und Multifamily. Im Einzelhandel verzeichnet Williamsburg, Brooklyn, eine Reihe bedeutender Anmietungen: Players Club International mietete 1.875 Quadratfuß in Yosef Beers 17 Kent Avenue, Bylt Basics 2.085 Quadratfuß in L3 Capitals 108 North Sixth Street, und Zara sicherte sich beeindruckende 22.060 Quadratfuß in L3s geplanter Entwicklung in 184-192 Bedford Avenue. Auch Südflorida ist aktiv, wo ein Konsortium 125 Millionen Dollar für die Finanzierung eines Mixed-Use-Gebäudes in einem Luxus-Einkaufszentrum im Miami Design District erhielt. Und Vivienne Westwood reichte Pläne für ihre neue Boutique in South Beach ein.














