In einer aktuellen Analyse des Bankhaus Herzogpark thematisiert Christian Opelt, Senior Berater für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen, die strategischen Vorteile der Langfristigkeit von Stiftungen. Der Fokus liegt auf der Fähigkeit dieser Institutionen, Marktzyklen zu überbrücken und illiquide sowie alternative Anlageformen in ihr Portfolio aufzunehmen. Dies ist unter der Prämisse einer gegebenen Transparenz und einer ausreichenden Risikotragfähigkeit möglich.
Opelt betont, dass Stiftungen gegenüber anderen Investoren einen entscheidenden strukturellen Vorteil besitzen: Zeit. Sie unterliegen keinem unmittelbaren Zwang, auf kurzfristige Marktbewegungen zu reagieren, da sie weder einem „Börsenbarometer“ noch einem Aktionärskreis, der quartalsweise Berichterstattung fordert, unterliegen. Diese Unabhängigkeit ermöglicht es ihnen, Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu überstehen, sofern dies strategisch vorbereitet und gewollt sei.
Integration illiquider und alternativer Anlagen
Die beschriebene Langfristigkeit versetzt Stiftungen in die Lage, Anlageklassen zu berücksichtigen, die für viele andere Investoren weniger geeignet erscheinen. Neben einem höheren Anteil liquider Chancen, wie er etwa durch Aktien repräsentiert wird, können hier auch Private Equity, Infrastrukturinvestitionen, Waldfonds oder Sozialimmobilien eine Rolle spielen. Zudem werden wirkungsorientierte Kreditportfolios als potenzielle Bestandteile genannt. Diese Anlageformen zeichnen sich häufig durch eine gewisse Illiquidität aus.
Trotz ihrer Illiquidität bieten diese Anlageklassen oft attraktive, stabile Erträge und eine geringe Korrelation zu den traditionellen Kapitalmärkten. Für die erfolgreiche Integration dieser Anlagen ist eine sorgfältige Prüfung der Transparenz, Risikotragfähigkeit und Diversifikation des Portfolios unerlässlich. Illiquidität kann problematisch werden, wenn Zahlungsverpflichtungen oder Projektaufwendungen fällig werden, die entsprechende liquide Mittel erfordern. Eine solide Finanzplanung ist daher entscheidend, um ausreichend Vorsorge für solche Situationen zu treffen.
Es ist nicht erforderlich, das gesamte Stiftungsvermögen liquide anzulegen. Ein operativer Puffer, der ohne wesentlichen Wertverlust verfügbar sein muss, sollte nach Opelt eine Abdeckung von etwa sechs bis 18 Monaten der geplanten Ausschüttungen und Kosten gewährleisten. Der strategische Auftrag an Stiftungen lautet demnach, ihren Zeithorizont bewusst als strategischen Vorteil zu nutzen. Anlageentscheidungen sollten sich an der eigenen, langfristigen Perspektive orientieren und nicht an den Konventionen kurzfristig agierender Kapitalmarktteilnehmer. Eine solche Ausrichtung kann langfristig zu einer substanziell größeren Wirkung führen – sowohl für die Gesellschaft als auch für den Stiftungszweck. Das Bankhaus Herzogpark bietet hierzu weitere Informationen an.




