Die Grunderwerbsteuer für den Kauf einer durchschnittlichen Immobilie in Großbritannien ist in den letzten zehn Jahren um über 100 % gestiegen. Dies geht aus einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Blick Rothenberg hervor. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Immobilienpreise lediglich um 28 %.
Die Untersuchung von Blick Rothenberg offenbart, dass die eingefrorenen Steuerschwellen einen fiskalischen Effekt erzeugt haben, der als 'Fiscal Drag' bekannt ist. Dieser Mechanismus bewirkt, dass ein größerer Anteil jeder Transaktion in höhere Steuerklassen fällt, auch wenn die realen Preissteigerungen moderat ausfallen. Diese Entwicklung bedeutet eine erhebliche zusätzliche Belastung für Käufer auf dem britischen Immobilienmarkt.
Die Auswirkungen des 'Fiscal Drag'
Der sogenannte 'Fiscal Drag' tritt auf, wenn Einkommens- oder, wie in diesem Fall, Transaktionsschwellen für die Steuerberechnung über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben, während Inflation und moderate Preissteigerungen die Nennwerte der Vermögenswerte erhöhen. Infolgedessen werden immer mehr Transaktionen oder Einkommen automatisch in höhere Steuerstufen verschoben, ohne dass sich die tatsächliche Kaufkraft oder der Wert der Vermögenswerte in gleichem Maße erhöht hat. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies, dass selbst bei einem Anstieg der Immobilienwerte um nur 28 % die Käufer eine verdoppelte Steuerlast tragen müssen.
Diese Diskrepanz zwischen dem Anstieg der Immobilienpreise und der Grunderwerbsteuerbelastung hat weitreichende Konsequenzen für die Erschwinglichkeit von Immobilien in Großbritannien. Trotz des vergleichsweise moderaten Anstiegs der Immobilienwerte wurden Transaktionen durch die fixierten Steuersätze überproportional verteuert. Die Studie legt nahe, dass diese steuerliche Entwicklung ein maßgeblicher Faktor für die Gesamtfinanzierung von Immobilienkäufen geworden ist und weitere Analysen dieser Dynamik notwendig sind.
Experten von Blick Rothenberg weisen darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger die Struktur der Grunderwerbsteuer überprüfen sollten, um eine faire und nachhaltige Belastung für Immobilienkäufer zu gewährleisten. Eine Anpassung der Steuerschwellen an die aktuellen Marktbedingungen könnte dazu beitragen, den 'Fiscal Drag'-Effekt abzumildern und die Hürden für den Immobilienerwerb zu senken. Andernfalls wird die Kluft zwischen Immobilienwertzuwachs und Steuerlast weiterhin wachsen.














