Die 223. Monatsbefragung unter rund 1.000 Immobilienexperten ergab im Juli 2026 eine merkliche Verbesserung des Immobilienklimas. Das Deutsche Hypo Immobilienklima stieg gegenüber dem Vormonat um 9,1 % auf 86,6 Punkte. Diese Entwicklung positioniert den Index derzeit nur 7,5 % unter dem Jahresauftaktwert. Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima zeigten im Berichtsmonat deutliche Zuwächse. Das Investmentklima verzeichnete einen Anstieg um 10,2 % auf 82,0 Punkte, das Ertragsklima legte um 7,8 % auf 91,1 Punkte zu.
Im Jahresvergleich relativierten sich die Rückgänge: Das Investmentklima lag nur noch 9,4 % unter dem Niveau von Juli 2025, das Ertragsklima 9,6 % darunter. Diese Indikatoren weisen auf eine anhaltende Stabilisierung hin, auch wenn die Erholung in früheren Marktzyklen schneller verlaufen war und die Marktliquidität weiterhin begrenzt bleibt.
Segmentbezogene Entwicklungen und Hintergrund
Sämtliche Teilsegmente des Immobilienmarktes verzeichneten im Juli signifikante Zuwächse. Das Logistikklima zeigte mit einem Plus von 13,6 % auf 102,8 Punkte den stärksten Anstieg. Auch weitere Segmente entwickelten sich positiv: Das Handelsklima verbesserte sich um 8,7 % auf 77,3 Punkte, das Wohnklima stieg um 7,9 % auf 131,7 Punkte. Das Büroklima legte um 8,9 % auf 68,2 Punkte zu und das Hotelklima verzeichnete nach einem Plus von 7,8 % einen Wert von 98,5 Punkten.
Ingo Martin, Leiter Origination bei der Deutschen Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, kommentierte die Juli-Zahlen. Er hob hervor, dass die positive Entwicklung zu den Beobachtungen großer Maklerhäuser passt, die eine schrittweise Stabilisierung des Investmentmarktes, eine Annäherung von Preisvorstellungen sowie eine langsam steigende Transaktionsbereitschaft seit Jahresbeginn feststellen. Trotz dieser positiven Tendenzen blieben laut Martin die Kapitalmarktrenditen und kurzfristigen Zinsen tendenziell gestiegen, und geopolitische Risiken sowie eine fragile wirtschaftliche Dynamik bestehen weiterhin. Insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten könnten Hoffnungen auf sinkende Energiepreise und eine Normalisierung der globalen Handelsströme relativieren.
Die jüngsten robusteren Exportzahlen, die Aussicht auf höhere staatliche Investitionen und die angekündigten wirtschaftspolitischen Reformvorhaben der Bundesregierung könnten zwar die Erwartung eines verbesserten wirtschaftlichen Umfelds nähren. Jedoch sei abzuwarten, ob diese Entwicklung dauerhaft sei. Insgesamt deutet das Juli-Ergebnis auf eine wachsende Hoffnung der Marktteilnehmer hin, dass die Talsohle durchschritten sein könnte. Eine abschließende Entwarnung ist aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten derzeit verfrüht. Die Entwicklung in den kommenden Monaten wird zeigen, ob sich die positive Stimmung in einer nachhaltigen Belebung des Immobilienmarktes manifestiert.
- —86,6 Punkte: Gesamtimmobilienklima erholt sich signifikant.
- —+13,6 %: Logistikklima verzeichnet zweistelliges Wachstum.
- —91,1 Punkte: Ertragsklima übersteigt die 90-Punkte-Marke.




