Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die Zahlen zu den fertiggestellten Wohnungen in Deutschland für das Jahr 2025 veröffentlicht, welche einen Rückgang um 18,0 % oder 45.400 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr ausweisen. Insgesamt wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Diese Entwicklung setzt den Trend des Vorjahres fort, in dem bereits ein Rückgang von 14,4 % verzeichnet wurde. Zuvor hatten die Fertigstellungszahlen in den Jahren 2021 bis 2023 bei durchschnittlich 294.000 Wohnungen gelegen. Der Tiefststand im Jahr 2009 betrug 159.000 Wohnungen, während der Höchststand im Jahr 2020 bei 306.400 Wohnungen erreicht wurde. Der aktuelle Wert für 2025 liegt mit 206.600 Wohnungen nur geringfügig über dem Niveau von 2012 (200.500 Wohnungen). Die Erhebung umfasst sowohl Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch die Schaffung neuer Wohneinheiten in bestehenden Gebäuden durch Umbau.
Differenzierte Analyse nach Gebäudetypen und Bauherren
Der Rückgang der Fertigstellungszahlen erstreckt sich über sämtliche Wohngebäudearten. In neu errichteten Wohngebäuden wurden 2025 insgesamt 172.600 Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 20,0 % oder 43.300 Einheiten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies betrifft sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser, die primär von Privatpersonen realisiert werden, als auch Mehrfamilienhäuser, die häufig durch Unternehmen gebaut werden. Bei Einfamilienhäusern fiel die Zahl um 23,3 % auf 41.800 Einheiten. Die Fertigstellung von Wohnungen in Zweifamilienhäusern sank um 21,4 % auf 13.800 Einheiten. Mehrfamilienhäuser, die zahlenmäßig stärkste Kategorie, verzeichneten einen Rückgang von 18,9 % auf 109.800 Neubauwohnungen. Auch bei Wohnheimen war ein Rückgang festzustellen, mit einer Abnahme von 15,1 % auf 7.200 Wohnungen.
Bemerkenswert ist auch der Rückgang bei der Schaffung von Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden, wo die Zahl um 31,8 % auf 3.300 Einheiten sank. Hierzu gehören beispielsweise Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen. Bei Umbaumaßnahmen in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden 30.700 Wohnungen fertiggestellt, ein leichter Rückgang von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr.
Regionale Unterschiede und Baudauer
Die regionale Betrachtung der Neubauwohnungen in Wohngebäuden zeigt, dass der prozentuale Rückgang im Osten Deutschlands mehr als doppelt so stark ausfiel wie im Westen. Im Westen sank die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen um 16,7 % auf 145.700 Einheiten, während im Osten ein Rückgang von 34,3 % auf 26.900 Einheiten zu verzeichnen war. Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern war die Diskrepanz signifikant: Im Westen betrug der Rückgang 13,9 %, im Osten hingegen 38,3 %.
- —Unternehmen: 89.500 Neubauwohnungen (-17,8 %)
- —Privatpersonen: 72.300 Neubauwohnungen (-23,7 %)
- —Träger der öffentlichen Hand: 7.900 Neubauwohnungen (-15,6 %)
- —Organisationen ohne Erwerbszweck: 2.900 Neubauwohnungen (+1,7 %)
Die durchschnittliche Abwicklungsdauer einer Neubauwohnung in Wohngebäuden, von der Genehmigung bis zur Fertigstellung, verlängerte sich im Jahr 2025 auf 27 Monate. Im Jahr 2024 lag diese Dauer noch bei 26 Monaten, im Jahr 2020 bei 20 Monaten. Die durchschnittliche Wohnfläche einer Neubauwohnung reduzierte sich weiter auf 95,2 Quadratmeter und setzte den bereits längerfristigen Trend zu kleineren Wohnflächen fort. Im Jahr 2007 lag dieser Wert noch bei 116,4 Quadratmetern.
Obwohl die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025 um 10,6 % auf 238.100 gegenüber dem Vorjahr anstieg und somit die Zahl der Fertigstellungen übertraf, bleibt der Bauüberhang mit 760.700 Wohnungen stabil auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 759.700). Davon befanden sich 307.200 Wohnungen bereits im Bau, wobei 158.600 den Rohbau abgeschlossen hatten. Alarmierend ist die Anzahl der erloschenen Baugenehmigungen, die mit 35.700 im Jahr 2025 den höchsten Wert seit 2002 erreichte. Dies entspricht einem Anstieg von rund einem Viertel gegenüber 2024 und etwa der Hälfte gegenüber den Jahren 2022 und 2023.




