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Kontrolliertes Wachstum im Rechenzentrumsmarkt: Frankfurt bleibt strategischer Knotenpunkt

Der globale Rechenzentrumsmarkt tritt 2026 in eine Phase des kontrollierten Wachstums ein, wobei die Nachfrage nach digitalen Kapazitäten hoch bleibt, jedoch durch Faktoren wie Stromverfügbarkeit und Regulierung neue Entwicklungen gelenkt werden.

Kontrolliertes Wachstum im Rechenzentrumsmarkt: Frankfurt bleibt strategischer Knotenpunkt

Der globale Rechenzentrumsmarkt, gekennzeichnet durch eine Phase beschleunigter Expansion, orientiert sich laut der aktuellen Analyse „Global Data Center Market Comparison 2026“ von Cushman & Wakefield ab 2026 an einem kontrollierten Wachstum. Die anhaltende Nachfrage nach Cloud-, KI- und Computerkapazitäten trifft auf zunehmende Restriktionen. Insbesondere Stromverfügbarkeit, Netzanschlüsse, regulatorische Anforderungen, Genehmigungsverfahren und die lokale Akzeptanz determinieren fortan die Standorte neuer Rechenzentrumskapazitäten.

Während Amerika seine Dominanz mit einer operativen Kapazität von 43,4 GW, 25,3 GW im Bau und 191,3 GW an geplanten Kapazitäten behauptet, verzeichnet die EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) ein kontrollierteres, aber stetigesKapazitätswachstum. Die Studie weist für EMEA eine operative Kapazität von 11,4 GW, 2,7 GW im Bau und 12,1 GW an geplanten Kapazitäten aus. Dies entspricht einer Verdopplung der Rechenzentrumskapazität in EMEA, verglichen mit einer Versechsfachung in Amerika.

Frankfurt: Hohe Nachfrage trifft auf begrenzte Verfügbarkeit

Frankfurt gilt neben London, Dublin und Amsterdam als einer der zentralen europäischen Rechenzentrumsstandorte. Martin Belik, Head of Valuation & Advisory Germany bei Cushman & Wakefield, konstatiert, dass der europäische Markt ein integraler Bestandteil der globalen digitalen Infrastruktur ist, jedoch zunehmend von Energie-, Flächen- und Regulierungsfragen beeinflusst wird. In Frankfurt, dem größten deutschen Standort, ist die Nachfrage weiterhin hoch, während verfügbare Kapazitäten knapp sind. Zukünftige Entwicklungen werden verstärkt von Standortfaktoren wie Energieversorgung, Genehmigungsfähigkeit und Nachhaltigkeitsanforderungen geprägt.

Die Analyse zeigt, dass Frankfurt im internationalen Standortwettbewerb nicht primär durch großflächige Expansionsmöglichkeiten punktet, sondern durch seine etablierte Marktstärke, fortgeschrittene Netzwerkinfrastruktur und eine stabile Nachfragebasis. Im globalen Ranking der Märkte mit geringer kurzfristiger Verfügbarkeit belegt Frankfurt den dritten Rang. Die Vorvermietungsquote bei geplanten Rechenzentren ist hier besonders hoch, was Frankfurts Position als strategischen Nachfrage-Hotspot in Europa unterstreicht.

Gleichwohl zeigt die Studie, dass andere EMEA-Standorte in der Präferenzliste der Primary Markets vor Frankfurt rangieren. Dazu zählen unter anderem Helsinki, Oslo, Abu Dhabi, Mailand, Madrid, Stockholm, Zaragoza, Dubai, Zürich und Paris. Diese Verschiebung im Wettbewerb innerhalb Europas hebt die Bedeutung alternativer Standorte hervor, welche verbesserte Bedingungen hinsichtlich Stromverfügbarkeit, Flächen, Kostenstrukturen oder Genehmigungsfähigkeit bieten.

Energieversorgung und der Wandel zu „Clean Energy“

Ein signifikanter Engpass bleibt die Energieversorgung. Die durchschnittliche Anschlusszeit für große Lastanfragen beträgt weltweit 4,4 Jahre. In EMEA liegt diese Wartezeit mit 5,2 Jahren sogar über dem globalen Durchschnitt. Dies übertrifft die Werte für APAC (2,7 Jahre) und liegt leicht über Amerika (5,0 Jahre).

Ein weiterer identifizierter Trend ist die erweiterte Betrachtung von Energiequellen. Der Fokus verschiebt sich von reiner „Renewable Energy“ hin zu einem umfassenderen Konzept der „Clean Energy“. Dies impliziert, dass neben Solar-, Wind-, Wasser- und Geothermie nun auch Kernenergie sowie zukünftige saubere Technologien in die langfristige Energieperspektive integriert werden. Für europäische Märkte ist diese Entwicklung von besonderer Relevanz, da Rechenzentrumsbetreiber zunehmend belastbare, skalierbare und regulatorisch tragfähige Energieoptionen suchen. In Märkten mit hoher Nachfrage und begrenzter Netzkapazität, wie Frankfurt, wird die Kombination aus Energieverfügbarkeit, Nachhaltigkeitsanforderungen und Genehmigungsfähigkeit zu einem primären Standortfaktor. Belik fasst zusammen, dass zukünftiges Wachstum weniger durch reine Nachfrage, sondern stärker durch die Realisierbarkeit von Projekten bestimmt wird.

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