One Raven, ein Smart-Home-System, das von den Köpfen hinter SmartRent entwickelt wurde, hat am Dienstag seine Gründung mit einer Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 5 Millionen US-Dollar angekündigt. Das Proptech-Venture-Capital-Unternehmen Fifth Wall führte die Runde für das in Scottsdale, Arizona, ansässige Startup an. One Raven wurde von Lucas Haldeman, dem heutigen CEO, und Sarah Roudybush, der Präsidentin, mitbegründet und bezeichnet sich selbst als die erste datenschutzorientierte Smart-Home-Plattform, die Hausbesitzern die Kontrolle über ihre Daten vor Ort ermöglicht, anstatt sie über die Cloud zu verbinden. Haldeman und Roudybush waren zuvor das Team hinter der erfolgreichen Smart-Apartment-Plattform von SmartRent.
One Raven hat hierfür einen eigenen Tablet-basierten Server und proprietären Code entwickelt. Die Server ermöglichen den lokalen Betrieb aller Geräte, wodurch die Daten der Hausbesitzer im Heimnetzwerk gespeichert bleiben. Hausbesitzer können sicher und remote auf das System zugreifen und es verwalten, ohne Abonnements, versteckte Gebühren oder die Monetarisierung von Verhaltensdaten im Hintergrund, so das Unternehmen. Lucas Haldeman erklärte, man habe Smart-Home-Ökosysteme betrachtet und festgestellt, dass eine Lücke bestehe, da alle im eigenen Zuhause generierten privaten Daten mit großen Technologieunternehmen geteilt würden.
Fokus auf Datenschutz und lokale Datenverarbeitung
Das Ziel sei es gewesen, ein datenschutzorientiertes Smart-Home-System zu entwickeln. Dies resoniere besonders in der aktuellen KI-Welt mit ihren Herausforderungen in Bezug auf abgeleitete Daten und Datenlecks. Die Hardware des Systems wird außerhalb der USA gefertigt, während die Software in Arizona entwickelt wird. Die Kosten für ein „normales Einfamilienhaus“ liegen zwischen 2.500 und 3.500 US-Dollar. Haldeman führte weiter aus, dass es sich nicht um die günstigste Lösung handeln werde, da das Unternehmen keine Daten verkaufe und keine laufenden Abonnements verlange. One Raven versuche nicht mit den großen Technologieunternehmen zu konkurrieren oder Produkte für einen geringen Preis anzubieten, bei denen das Geschäftsmodell nicht transparent sei.
Das One Raven-System kombiniert seinen Server mit Smart Devices, die funktionieren, ohne die Daten eines Hauses in die Cloud zu senden. Hausbesitzer können jedes Heim mit den gewünschten Geräten konfigurieren, darunter Thermostate, Schlösser, Leckagedetektoren und Sicherheitssensoren. Jedes System wird, so das Unternehmen, vorab gekoppelt und werkseitig konfiguriert geliefert. Haldeman ergänzte, dass Phase 2 der Systementwicklung von One Raven Videokomponenten und Türklingelkameras umfassen werde.
Wettbewerb und Marktpotenzial
One Raven beschäftigt über 15 Vollzeitmitarbeiter und nutzt die Seed-Finanzierung, um weitere Mitarbeiter in den Bereichen Hardware-Engineering, Software, Feldimplementierung und Go-to-Market-Rollen in Phoenix einzustellen. Die ersten Partnerschaften mit Hausbauern sollen im dritten Quartal bekannt gegeben werden. Trotz der Fokussierung auf Datenschutz konkurriert One Raven letztendlich mit etablierten Smart-Home-Akteuren wie Amazon, Google und ADP im Sicherheitsbereich, so Haldeman.
Brendan Wallace, Gründer, CEO und CIO von Fifth Wall, zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der Investition seines Unternehmens. Er nannte zwei Hauptgründe: Die vorherige Zusammenarbeit mit Lucas und Sarah bei SmartRent und deren Fähigkeit, ein dominantes Unternehmen aufzubauen. Zum anderen sei die Frage des Datenschutzes sehr real. Wallace zitierte eine bekannte Aussage: Wenn man nicht für ein Produkt bezahle, sei man selbst das Produkt. Dies gelte auch für Preisnachlässe. Man zahle immer etwas, oft in Form von Preisgabe der Privatsphäre. Er glaube, es gäbe einen einzigartigen Moment, in dem die Konvergenz des Wunsches nach einem intelligenten Zuhause und dem Bedürfnis nach Privatsphäre eine umfassende Lösung entstehen lasse.




