Projektentwicklung··3 min

Beginn des Rückbaus der ehemaligen KWU-Türme in Offenbach am Kaiserlei

In Offenbach am Main hat der Rückbau der ehemaligen KWU-Türme begonnen, um Raum für das neue, autofreie Kaiserviertel mit rund 1.200 Wohnungen und einer umfassenden Infrastruktur zu schaffen.

Beginn des Rückbaus der ehemaligen KWU-Türme in Offenbach am Kaiserlei

Im Kaiserleigebiet in Offenbach am Main wurde der Rückbau der ehemaligen KWU-Türme initiiert. Die seit Langem entkernten Hochhaus-Strukturen, die eine markante Einfallspforte aus Richtung Frankfurt bildeten, werden nun systematisch demontiert. Auf dem betreffenden Areal plant die ABG FRANKFURT HOLDING die Realisierung des Kaiserviertels, eines urbanen Quartiers, welches ohne privaten Durchgangsverkehr konzipiert ist. Dieses Projekt umfasst etwa 1.200 Wohneinheiten, eine Kindertagesstätte, ein Hotel sowie Flächen für gewerbliche Nutzungen.

Am 28. Mai informierten Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING, Frank Junker, sowie Lukas Schirmer, Prokurist und Leiter der Offenbacher Niederlassung der Becker Sanierungstechnik GmbH, die Öffentlichkeit über den Projektfortschritt. Oberbürgermeister Schwenke betonte hierbei die Bedeutung des Rückbaus für das Stadtbild Offenbachs und die positive Entwicklung des Kaiserleis als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Er hob hervor, dass die Türme lange Zeit einen überholten Eindruck der Stadt vermittelten und der Beginn des Rückbaus einen entscheidenden Schritt für die städtische Neuausrichtung darstellt.

Planung und Investition im Kaiserviertel

Frank Junker der ABG FRANKFURT HOLDING erläuterte, dass das Grundstück im November 2025 nach einer intensiven Planungs- und Abstimmungsphase und der Zustimmung der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung erworben wurde. Der pünktliche Start des Rückbaus im Frühjahr sei ein Indiz für die effektive Kooperation aller Beteiligten. Die ABG FRANKFURT HOLDING bringt ihre Expertise aus früheren Projektentwicklungen in Offenbach, wie im Hafenquartier und Senefelder Quartier, in die Gestaltung des Kaiserviertels ein. Das Vorhaben sieht eine Investition von rund 500 Millionen Euro vor. Das zukünftige Quartier am westlichen Stadteingang wird fast 1.200 Mietwohnungen umfassen, darunter geförderte Studentenapartments und öffentlich geförderte Wohnungen für die Stadt Offenbach, die von der GBO mit einer Kaufoption versehen sind. Das Projekt integriert soziale Infrastrukturen sowie hohe Energiestandards und zielt auf bezahlbaren Wohnraum für diverse Bevölkerungsgruppen ab.

Das architektonische Konzept des Kaiserviertels sieht ein aus vier achtgeschossigen Gebäuden bestehendes Ensemble mit Staffelgeschossen, einer zentralen Quartiersmitte und begrünten Innenhöfen vor. Die Bruttogeschossfläche wird ungefähr 122.000 Quadratmeter betragen. Neben den 1.179 Mietwohnungen, von denen ein Teil als Studierendenwohnheim für über 350 Studierende konzipiert ist, entstehen entlang der Strahlenberger Straße über 4.000 Quadratmeter Bürofläche, ein Hotel und ein Parkhaus mit über 350 Autoabstellplätzen. Weitere Stellplätze in Tiefgaragen ergänzen das Angebot auf über 700 Stellplätze. Ein Supermarkt sowie eine Kindertagesstätte sind ebenfalls Teil der Planung. Das autofreie Quartiersinnere wird eine begrünte Mitte aufweisen, die dem Schwammstadtprinzip folgt, um Regenwasser vor Ort zu versickern. Fassaden- und Dachbegrünungen sollen das Mikroklima verbessern, während Dachflächen für Regenwasserretention, Energiegewinnung und gemeinschaftliche Terrassen vorgesehen sind. Die Bezugsfertigkeit der ersten Wohnungen wird für das Jahr 2029 prognostiziert.

Technische Aspekte des Rückbaus

Lukas Schirmer von Becker Sanierungstechnik GmbH beschrieb den Rückbau als ein anspruchsvolles Leuchtturmprojekt, dessen Vorbereitungen abgeschlossen sind. Die letzten Vorbereitungen für die Gerüstmontage laufen, wobei Vordächer bereits entfernt wurden, um eine enge Gerüststellung zu ermöglichen. Drei Turmdrehkräne mit Höhen von 78, 85 und 99 Metern und Auslegern von jeweils 45 Metern sind montiert. Die Gebäudeteile sind derzeit noch 73, 65 und 59 Meter hoch. Der Abbruch gestalte sich technisch anspruchsvoll, da die Gebäude seit 2019 bereits teilentkernt und durch temporäre Stützkonstruktionen gesichert waren. Das angewandte Rückbauverfahren setzt auf hohe Sicherheitsstandards und Emissionsschutz, um Anwohner so wenig wie möglich durch Lärm und Staub zu beeinträchtigen. Vor den Hauptabbrucharbeiten werden alle drei Gebäude vollflächig eingerüstet und mit Staubschutznetzen verkleidet. In den oberen drei Etagen jedes Gebäudes werden zusätzlich Lärmschutzkassetten am Gerüst installiert, die mit dem Fortschritt der Arbeiten sukzessive versetzt werden.

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