In Meppen wurde ein neuer Unternehmenssitz für die MFB Bauunternehmen GmbH & Co. KG fertiggestellt, der von dem Düsseldorfer Büro bkp, einem Unternehmen für Architektur, Innenarchitektur und Consulting, entworfen wurde. Der Campus, der am Waldrand in die Natur integriert ist, umfasst ein Hauptgebäude sowie drei Tiny Houses und bietet auf rund 2.300 m² Flächen für Verwaltung, operative Baustellenabläufe und die Unternehmenskultur. Die MFB Bauunternehmen GmbH & Co. KG ist ein regional agierendes Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern, das in den Bereichen Hoch-, Tief- und Ingenieurbau im norddeutschen Raum tätig ist. Die Fertigstellung und der Bezug des neuen Standorts erfolgte im Februar 2026.
Partizipativer Ansatz und architektonische Umsetzung
Das Projekt entstand aus dem Wunsch der MFB nach einem Gebäudekomplex, der über die Funktion eines herkömmlichen Verwaltungsgebäudes hinausgeht und alle Mitarbeiter, von der Büroebene bis zur Baustelle, an einem Ort zusammenführt. Dieser Anspruch führte zu einem partizipativen Planungsprozess, in dem durch Workshops und Strategiegespräche Anforderungen aus sämtlichen Unternehmensbereichen in die räumliche Konzeption einflossen. Ein zentrales Ergebnis dieses Prozesses war das Ziel, einen Begegnungsort zu schaffen. Der Zugang zum Campus ist architektonisch so gestaltet, dass eine freistehende Ortbetonwand mit eingeprägtem Logo den Blick auf die Tiny Houses und den angrenzenden Wald lenkt und den Weg ins Gebäude als integralen Bestandteil des Gesamtkonzepts definiert.
Die Architektur des Hauptgebäudes spiegelt das Kerngeschäft von MFB wider. Materialien wie Sichtbeton, Signalfarben und Bodenmarkierungen greifen gestalterisch die Ästhetik der Baustellenwelt auf. Im Obergeschoss sind die Multi-Space-Flächen in einen kommunikativen Bereich für Austausch und Projektarbeit sowie einen ruhigen Bereich für konzentriertes Arbeiten unterteilt. Besprechungsräume, Fokus- und Telefonzellen ergänzen diese differenzierte Arbeitslandschaft, die sowohl Zusammenarbeit als auch Rückzug ermöglicht. Im Foyer befindet sich eine großformatige Mitarbeiterwand, die mittels Fotos über 100 Teammitglieder visualisiert und somit Identifikation sowie Zugehörigkeit zum neuen Standort fördern soll. Das zweigeschossige Entrée mit Galerie und Brücke dient als Verteiler, Treffpunkt und Empfangsbereich. Ein großzügiger Mitarbeiterbereich mit Küche und Aufenthaltszonen öffnet sich zur Terrasse, wodurch Naturbezug und Aufenthaltsqualität in den Arbeitsalltag integriert werden.
Erweiterung durch Tiny Houses und Materialstrategie
Drei Tiny Houses am Waldrand erweitern das Raumangebot. Jedes dieser Häuser erfüllt eine spezifische Funktion: Rückzug für Einzelarbeit, Besprechungen für kleine Teams und ein Gemeinschaftshaus mit Lounge- und Aktivflächen für bis zu zwölf Personen. Diese Tiny Houses sind ganzjährig nutzbar und setzen durch ihre Holzfassaden einen Kontrast zur Betonstruktur des Hauptgebäudes, was den naturnahen Charakter des Campus unterstreicht.
Der architektonische Entwurf von bkp gliedert das Hauptgebäude in drei Kuben: einen geschlossenen Technikkörper mit Betonoberfläche, ein strukturiertes Erdgeschoss mit Öffnungen und ein Obergeschoss mit Betonskelett und horizontaler Holzverkleidung. Die MFB Bauunternehmen GmbH & Co. KG realisierte den Rohbau in Eigenleistung, inklusive der verschiedenen Betonstrukturen. Die Materialauswahl, bestehend aus Beton, Holz, Aluminium und Glas, wurde unter dem Aspekt der Robustheit und Langlebigkeit getroffen, um wartungsarme Fassaden und eine hohe Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Akustisch wirksame Holzlamellen-Decken und abgestimmte Bodenbeläge tragen zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei. Marie Seliger, Head of Consulting and Transformation bei bkp, äußerte, der Planungsprozess habe früh gezeigt, dass MFB einen Ort wünschte, der die Arbeitsweise sichtbar mache, woraus ein Campus entstanden sei, der Identität, Funktion und Naturverbundenheit vereine. Peter Herbers, Geschäftsführer der MFB Bauunternehmen GmbH & Co. KG, ergänzte, in Kooperation mit bkp sei die Unternehmenskultur räumlich erlebbar gemacht worden – robust, regional und zukunftsfähig für alle Teams.




