M&G Real Estate, Teil des Private-Markets-Geschäfts von M&G, welches ein Volumen von 93 Milliarden Euro umfasst, hat zwei Serviced-Apartment-Immobilien in Berlin und Bielefeld erworben. Die Transaktion, die im Rahmen eines Forward Purchase erfolgte, ist für den M&G European Property Fund mit einem Volumen von 5,2 Milliarden Euro bestimmt und beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von 73,5 Millionen Euro. Diese Akquisitionen markieren den erstmaligen Einstieg des Fonds in das Segment der Serviced Apartments in Europa.
Die Entwicklung der Objekte erfolgte durch Livory, einem deutschen Immobilienentwickler mit Spezialisierung auf Build-to-Rent-Immobilien und Serviced Apartments. Das Serviced-Apartment-Segment verzeichnete seit der Pandemie eine gesteigerte Nachfrage. Gründe hierfür sind veränderte Reisegewohnheiten sowie der Bedarf an flexiblen Unterkunftslösungen in einem mobilen Arbeitsumfeld. Das Segment adressiert eine breite Nutzergruppe, darunter Geschäftsreisende, Projektmitarbeiter, Relocation-Kunden, Berufspendler sowie Touristen.
Nachfragesituation und Asset-Klasse
Angesichts des begrenzten Angebots in vielen Märkten profitiert der Sektor von soliden langfristigen Fundamentaldaten. Serviced Apartments positionieren sich an der Schnittstelle der Asset-Klassen Wohnen und Hospitality, wodurch Investoren Zugang zu zwei strukturell attraktiven Immobiliensegmenten erhalten. Langfristige Mietverträge mit etablierten Betreibern ermöglichen inflationsgebundene Erträge, defensive Anlagemerkmale und eine Diversifizierung der Cashflows im Portfolio. Beide Immobilien werden über einen Zeitraum von 20 Jahren an smartments vermietet, ein Schwesterunternehmen von Livory und etablierter Betreiber von Serviced Apartments in Deutschland.
Die Berliner Immobilie im Stadtteil Prenzlauer Berg umfasst 183 voll möblierte Apartments. Die Revitalisierung wurde im April abgeschlossen und beinhaltete die Installation von außenliegendem Sonnenschutz, Wärmepumpen, die Modernisierung des Kühlsystems sowie die Neugestaltung von Apartments und der Lobby. Das Objekt erzielt ein EPC-A-Rating und strebt eine BREEAM-In-Use-Zertifizierung in der Kategorie „Very Good“ an.
Das Objekt in Bielefeld ist ein Neubau mit 221 voll möblierten Apartments und einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. Die Inbetriebnahme erfolgte im Februar 2026. Es befindet sich direkt am Hauptbahnhof und ist fußläufig von der Altstadt und der Einkaufsstraße erreichbar. Das Gebäude wurde nach einem hohen Energieeffizienzstandard errichtet, verzichtet vollständig auf fossile Energieträger und wird über ein Fernwärmenetz mit Wärme versorgt. Eine DGNB-Gold-Zertifizierung sowie ein EPC-A-Rating werden angestrebt.
Strategische Einordnung und Marktaussichten
Simon Ellis, Fondsmanager des M&G European Property Fund bei M&G Real Estate, äußerte, dass diese Transaktion den ersten Schritt des Fonds in das Segment der Serviced Apartments darstellt. Er betonte die Dynamik dieses Marktes in Europa, insbesondere in Deutschland, bedingt durch ein Nachholpotenzial, eine robuste operative Performance und ein steigendes Interesse institutioneller Investoren. Er wies auch auf das strukturell begrenzte Angebot hin. Für Investoren biete sich die Möglichkeit, frühzeitig an einem vergleichsweise kleinen, aber stark wachsenden Marktsegment an der Schnittstelle von Wohnen und Hospitality in Europas Städten zu partizipieren. Berlin und Bielefeld verfügen über Fundamentaldaten mit Angebotsengpässen, positiver Mietentwicklung und hohen Auslastungsquoten, was gute Voraussetzungen für langfristiges Wachstum im Segment schafft.
Simon Behr, Managing Director bei Livory, bestätigte die hohe Nachfrage institutioneller Investoren nach modernen Serviced-Apartment-Konzepten in Deutschland. Er hob die Expertise von Livory in der Entwicklung hochwertiger Immobilien mit ESG-Standards und attraktiven Standorten als wesentlichen Erfolgsfaktor der Transaktion hervor, die eine solide Basis für die langfristige Performance der Objekte bilde.




