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KI und Immobilienwirtschaft: Potenziale und Hürden aus Managementsicht

Eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens pom+ zeigt einen ausgeprägten Optimismus-Bias bei Führungskräften der Immobilienwirtschaft bezüglich KI-Automatisierung und Arbeitsplatzsicherheit auf.

KI-generiertKI und Immobilienwirtschaft: Potenziale und Hürden aus Managementsicht – KI-generiertes Symbolbild
KI und Immobilienwirtschaft: Potenziale und Hürden aus Managementsicht. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Die Immobilienwirtschaft sieht einer umfassenden Automatisierungswelle durch Künstliche Intelligenz (KI) entgegen. Eine Erhebung des Beratungsunternehmens pom+ unterstreicht diese Erwartungshaltung, offenbart jedoch zugleich ein Paradoxon bezüglich der persönlichen Arbeitsplatzsicherheit der Führungskräfte. Zwischen dem 14. und 24. Juli 2026 wurden 86 Entscheider aus der Branche befragt, um die Wahrnehmung des KI-Einflusses auf das Real Estate Management zu erfassen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 84 Prozent der involvierten Führungskräfte das Automatisierungspotenzial von KI im Real Estate Management in den kommenden fünf Jahren als hoch oder sehr hoch einschätzen. Insbesondere über die Hälfte (55 Prozent) bewertet dieses Potenzial als „sehr hoch“, weitere 29 Prozent als „hoch“. Lediglich zwei Prozent der Befragten sehen ein geringes oder sehr geringes Potenzial für KI-Automatisierung in diesem Zeitraum.

Automatisierungsschwerpunkte und die Frage des Arbeitsplatzes

Das höchste Automatisierungspotenzial wird erwartungsgemäß in daten- und dokumentenintensiven Tätigkeiten gesehen. Nahezu alle Befragten, konkret 95 Prozent, gehen davon aus, dass Dokumenten- und Vertragsanalysen zu den Aufgaben gehören, die zuerst durch KI automatisiert werden. Die Erstellung von Exposés und Berichten sowie die Rechnungs- und Belegverarbeitung wurden von jeweils 81 Prozent der Befragten als frühe Anwendungsfelder genannt. Auch die Datenanalyse und das Reporting werden von einer vergleichbar hohen Anzahl von Entscheidern als Bereiche mit hohem Automatisierungspotenzial identifiziert.

Trotz dieser hohen Erwartungen an den Automatisierungsschub durch KI sehen zwei von drei Führungskräften ihren eigenen Arbeitsplatz durch diese Entwicklung überhaupt nicht gefährdet. Lediglich ein Prozent erachtet den eigenen Job bereits zum Zeitpunkt der Umfrage als akut bedroht. Weitere drei Prozent erwarten eine Gefährdung innerhalb der kommenden ein bis drei Jahre, während zwölf Prozent einen solchen Einfluss innerhalb von drei bis fünf Jahren prognostizieren. Rebekka Ruppel, CEO von pom+ Deutschland, wies darauf hin, dass viele Führungskräfte die disruptive Kraft der KI für ihr Unternehmen anerkennen, aber die Auswirkungen auf die eigene Position unterschätzen. Sie betonte, dass KI nicht nur routinierte Fleißarbeit ersetzt, sondern auch strategische Führung neu definiert, was eine radikale Neubewertung der eigenen Rolle erfordert.

Hindernisse für den KI-Rollout

Die Umfrage von pom+ zeigt auch auf, dass die Voraussetzungen für einen umfassenden KI-Rollout in vielen Bereichen der Immobilienwirtschaft noch nicht gegeben sind. Ein Drittel der Befragten identifiziert den größten Nachholbedarf im Property Management. Es folgen das Dokumentenmanagement mit 17 Prozent und das Facility Management mit 12 Prozent der Nennungen.

  • Datenqualität und -verfügbarkeit (35 Prozent)
  • Organisation und Mindset, inklusive Offenheit und Change-Bereitschaft (fast ein Viertel der Befragten)
  • Fehlende strukturierte Prozesse
  • Unzureichende Ausrichtung der Organisationsstrukturen auf automatisierte Arbeitsweisen

Die größten Hürden für den erfolgreichen Einsatz von KI liegen demnach weniger in der technologischen Reife, sondern primär in betrieblichen Gegebenheiten. Wie Frau Ruppel ausführte, diskutieren viele Unternehmen zwar über KI-Tools, jedoch sei die eigentliche Herausforderung die Schaffung einer Grundlage aus strukturierten und verfügbaren Daten. Ohne diese könne selbst die fortschrittlichste KI nicht sinnvoll skaliert werden. Die Verschiebung der Herausforderung von der Technologie zur Umsetzung – insbesondere in den Bereichen Daten, Prozesse, Organisation und Mitarbeiterkompetenzen – bildet die zentrale Erkenntnis der Studie.

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