Die Präferenz, in einer als Urlaubsdestination bekannten Region dauerhaft zu leben oder zu investieren, manifestiert sich in einer signifikanten saisonalen Dynamik auf dem deutschen Immobilienmarkt. Eine Untersuchung von ImmoScout24 analysierte hierbei die saisonale Nachfrage nach Miet- und Kaufangeboten in ausgewählten Ferienregionen Deutschlands.
Die Auswertung belegt eine deutliche Korrelation zwischen Reisezeit und dem Interesse an lokalen Immobilien. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, stellte hierzu fest, dass die Ferienzeit auch als Immobilienzeit fungiert, da Personen, die eine Region im Urlaub erfahren, verstärkt über eine Investition oder dauerhafte Ansiedlung nachdenken. Dieser Effekt ist saisonal ausgeprägt, mit einem Fokus auf Nord- und Ostsee im Sommer und süddeutsche Urlaubsregionen im Winter, wodurch sich Urlaubsorte zu potenziellen Wohn- und Investitionsstandorten entwickeln.
Nord- und Ostseeküste: Sommermonate als Höhepunkt der Nachfrage
An den norddeutschen Küstenregionen, darunter Sylt, Norderney und Cuxhaven an der Nordsee sowie Timmendorfer Strand, Binz und Zingst an der Ostsee, zeigt sich im Sommer ein deutlicher Nachfrageanstieg. Die Nachfrage nach Mietobjekten übersteigt in den Sommermonaten den Durchschnitt der drei übrigen Jahreszeiten um rund 11 Prozent. Im Vergleich zum Herbst, welcher die geringste Nachfrage verzeichnet, beträgt der Unterschied etwa 12 Prozent.
Ein vergleichbarer Trend ist auch bei Kaufangeboten entlang der Nord- und Ostseeküste festzustellen. Die Nachfrage liegt hier im Sommer um etwa 11 Prozent über dem kombinierten Durchschnitt von Frühling, Herbst und Winter. Der maximale saisonale Unterschied zwischen Sommer und Winter, der nachfrageschwächsten Jahreszeit für Kaufobjekte an der Küste, erreicht rund 15 Prozent.
Süd- und Mitteldeutschland: Winterliche Spitzenwerte
In süddeutschen Ferienregionen, wie den Bayerischen Alpen, dem Berchtesgadener Land und dem Chiemgau, kehrt sich dieser saisonale Trend um. Hier übertrifft die Nachfrage nach Mietangeboten im Winter das Sommerniveau um rund 11 Prozent. Bei Kaufobjekten ist die Saisonalität in diesen Regionen noch ausgeprägter. Der Unterschied zwischen dem nachfrageschwächsten Herbst und dem Winter beträgt hier etwa 26 Prozent. Die Kaufnachfrage im Winter liegt gegenüber dem Sommer um rund 9 Prozent höher.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in den mitteldeutschen Urlaubsregionen, zu denen der Harz, der Thüringer Wald und das Erzgebirge zählen. Auch dort erreicht die Nachfrage im Winter ihren Höchststand. Für Mietangebote übersteigt sie das Sommerniveau um etwa 11 Prozent. Bei Kaufangeboten beläuft sich der Unterschied zwischen Winter und Sommer auf einen signifikanten Wert von 26 Prozent.














