Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der deutsche Hotelinvestmentmarkt ein Investitionsvolumen von 720,9 Millionen Euro. Dieses Ergebnis liegt 23,8 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre bewegt sich der Markt jedoch weiterhin auf einem soliden Niveau. Eine wesentliche Ursache für das niedrigere Transaktionsvolumen ist das bisherige Ausbleiben großvolumiger Abschlüsse. Trotz dieses Aspekts bleibt die Marktaktivität robust, was sich in einer größeren Anzahl von Transaktionen gegenüber dem Vorjahr manifestiert. Das Investoreninteresse konzentriert sich aktuell primär auf kleinere Transaktionen und Standorte, die jenseits der etablierten Investmentzentren liegen.
Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten führten zu einer leichten Anpassung der Bruttospitzenrendite, welche im zweiten Quartal um 0,15 Prozentpunkte auf 5,25 Prozent anstieg. Diese Daten entstammen einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE. Hotels werden zunehmend als strategische und langfristige Anlageklasse wahrgenommen, die fundierte Stabilität mit Potenzialen zur Wertsteigerung verbindet. Geopolitische Unsicherheiten führten jedoch zu einer Verzögerung bei einzelnen Prozessen und einer temporär zurückhaltenderen Initiierung neuer Transaktionen, wie Helena Rickmers, Head of Hotel Investment bei CBRE in Deutschland, erläuterte.
Fokus auf Wertschöpfung und aktive Käufergruppen
Die Einschätzung zum Hotelinvestmentmarkt wird durch die CBRE European Hotel Investor Intentions Survey 2026 unterstrichen. Demnach beabsichtigt die Mehrheit der befragten Investoren, ihre Allokation im Hotelsektor entweder beizubehalten oder zu erweitern. Das Marktgeschehen wird dabei von Investoren dominiert, die durch Repositionierungen und aktives Asset Management zusätzliche Wertschöpfung anstreben. Konsequenterweise wechselte der Großteil der Hotels betreiberfrei den Eigentümer, was Käufern umfassende Flexibilität zur Ausschöpfung des vorhandenen Wertsteigerungspotenzials bietet. Investoren agieren weiterhin selektiv und diszipliniert. Außerhalb des Prime-Segments resultiert dies in einer stärkeren Rendite-Differenzierung, abhängig von Lage, Objektqualität und Risikoprofil.
Zu den aktivsten Käufergruppen im ersten Halbjahr zählten Asset- und Fondsmanager, insbesondere aus dem angelsächsischen Raum, sowie Immobiliengesellschaften und Privatinvestoren. Eigenbetreiber nutzten das Marktgeschehen für gezielte kleinere Zukäufe zur Erweiterung ihrer Bestandsportfolios.
Positive Fundamentaldaten und Ausblick
Die operativen Fundamentaldaten des deutschen Hotelmarktes entwickeln sich weiterhin positiv. Im Jahr 2025 wurde mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen ein neuer Höchststand erreicht. Dieser moderate Aufwärtstrend setzte sich zu Beginn des Jahres 2026 fort. Die stabile Entwicklung im Beherbergungsmarkt bildet somit eine wichtige Grundlage für das anhaltende Interesse an Hotelinvestments. Frau Rickmers prognostizierte, dass sich das Transaktionsgeschehen, insbesondere im großvolumigen Segment, wieder verstärken dürfte, sobald sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiter stabilisiert und Unsicherheiten abnehmen. Die hohe Anzahl laufender Ankaufsprüfungen signalisiert, dass viele Investoren aktiv nach geeigneten Opportunitäten suchen.




