Marktanalyse··3 min

Widerstandsfähigkeit der weltweiten Aktienmärkte trotz anhaltendem Nahostkonflikt

Die globalen Aktienmärkte zeigen sich trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus widerstandsfähig, wobei neue Allzeithochs verzeichnet wurden.

Widerstandsfähigkeit der weltweiten Aktienmärkte trotz anhaltendem Nahostkonflikt

Im Angesicht des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten und der daraus resultierenden Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus verzeichnen die globalen Aktienmärkte eine unerwartete Stabilität. Indizes wie der S&P 500 sowie verschiedene asiatische Indizes konnten in den vergangenen Wochen sogar mehrfach neue Höchststände erzielen. Diese Entwicklung erscheint angesichts der fortgesetzten Blockade der wichtigen Seestraße, die trotz diplomatischer Bemühungen bislang nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte, bemerkenswert.

Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, äußert sich zu dieser Entwicklung und identifiziert primär drei Gründe für die aktuelle Marktkonstellation. Gleichzeitig warnt er jedoch vor einer Überschätzung dieser scheinbaren Stärke. Eine ausgewogene Strategie, die sowohl das Wachstumspotenzial der Aktienmärkte als auch die stabilitätsorientierten Eigenschaften der Anleihenmärkte berücksichtigt, wird von ihm als essenziell erachtet.

Faktoren der Marktstabilität

Ein wesentlicher Faktor für die beobachtete Ruhe an den Börsen liegt, laut Galler, in einem verstärkten Gewöhnungseffekt der Investoren gegenüber geopolitischen Unsicherheiten. Historische Ereignisse, wie Ankündigungen umfangreicher Strafzölle oder politische Ambitionen, führten nicht zu einer nachhaltig negativen Wertentwicklung. Vielmehr wurden temporäre Marktschwächen in solchen Phasen oft für Nachkäufe genutzt.

Des Weiteren wird festgestellt, dass die Märkte den antizipierten Inflationsdruck stärker in ihre Bewertungen integriert haben als potenzielle Wachstumsrisiken. Zyklische Sektoren wie Industrie und Grundstoffe zeigten eine robuste Performance im Vergleich zu defensiveren Sektoren. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung von Rohstoffen wie Kupfer und Währungspaaren wider, die sich in Risikozeiten oft anders verhalten. Klassische sichere Häfen wie Gold, der Schweizer Franken, der Yen und Staatsanleihen entwickelten sich hingegen weniger stark als historisch erwartet werden konnte.

  • Geopolitischer Gewöhnungseffekt der Anleger an Krisenlagen.
  • Stärkere Einpreisung von Inflationsdruck gegenüber Wachstumssorgen.
  • Positive wirtschaftliche Dynamik und signifikante Gewinnerwartungen im Energiesektor.

Die Erwartung, dass eine nur moderate Wachstumsabschwächung eintreten wird, wird durch die Annahme gestützt, die Straße von Hormus werde in Kürze wieder geöffnet. In diesem Szenario könnten die globalen Ölreserven den Ausfall von 14 Prozent der Öllieferungen abfedern. Zudem wird von den Märkten registriert, dass zusätzliche staatliche Ausgaben in Verteidigung und zur Begrenzung von Treibstoffkosten die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen. Unabhängig von den direkten Energiefragen setzen sich gleichzeitig Investitionsbooms in Infrastruktur und Künstliche Intelligenz fort, was zusätzliche positive Wachstumsimpulse verspricht.

Als dritten Aspekt führt Galler die generell positive wirtschaftliche Entwicklung vor Ausbruch der Krise an. In diversen Aktienmärkten wurden die Gewinnerwartungen nach oben korrigiert. Eine moderate Inflationszunahme kann sich prinzipiell positiv auf Aktien auswirken, da Unternehmensumsätze nominal ausgewiesen werden. Seit Beginn des Konflikts wurden die Gewinnerwartungen für Unternehmen für das Jahr 2026 weiter angehoben. Insbesondere im Energiesektor wird aufgrund steigender Ölpreise ein deutlicher Gewinnsprung von über 40 Prozentpunkten erwartet, vergleichbar mit dem Wachstum von Technologieunternehmen in den USA und Asien.

Trotz dieser Entwicklungen bleibt Galler bei seiner Mahnung zur Vorsicht. Die aktuelle Stärke der Aktienmärkte könnte trügerisch sein, insbesondere falls eine Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht zeitnah gelingt. Er verweist auf den täglichen Abbau der globalen Öl- und Treibstoffreserven. Eine ausbleibende Normalisierung des Schiffsverkehrs innerhalb der nächsten Wochen könnte im Spätsommer zu erheblichen Engpässen bei Treibstoffen, chemischen Produkten, Düngemitteln und Helium führen. Dies hätte weitreichende Auswirkungen auf die Kunststoffproduktion, die Landwirtschaft und die Halbleiterfertigung. Ungeachtet rationaler Argumente für eine zügige Öffnung des Seewegs sollte das verbleibende Risiko einer globalen Energiekrise nicht ignoriert werden.

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