In den 40 führenden Universitätsstädten Deutschlands besteht derzeit ein ungedeckter Bedarf von über 129.000 studentischen Wohneinheiten. Dieses Ergebnis geht aus einer aktuellen Marktanalyse der IHT Planungsgesellschaft hervor, die im Auftrag der Mitglieder des Bundesverbands Micro-Living erstellt wurde. Die Untersuchung belegt eine anhaltende strukturelle Unterversorgung im Segment des studentischen Wohnens in nahezu allen Hochschulstädten.
Der höchste ungedeckte Bedarf konzentriert sich dabei auf die Metropolen Berlin, München, Hamburg und Köln, wie Jan-D. Müller-Seidler, Geschäftsführer der IHT und stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Micro-Living, präzisiert. Allein für Berlin weist die Analyse einen Gesamtbedarf von etwa 32.000 Apartments aus, von denen nach den vorliegenden Berechnungen mehr als 14.000 Einheiten aktuell noch fehlen.
Analyseumfang und Erkenntnisse
Die Studie berücksichtigt neben dem Gesamtbedarf an studentischem Wohnraum pro Stadt auch die bereits vorhandene Anzahl an Apartments. Diese Methodik ermöglicht es, den spezifischen, noch ungedeckten Bedarf an jedem Standort exakt zu quantifizieren und somit bestehende Potenziale für Entwickler und Investoren aufzuzeigen. Darüber hinaus analysiert die IHT Planungsgesellschaft den Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung, das lokale Mietniveau sowie die Kaufkraft in den jeweiligen Untersuchungsregionen. Diese umfassenden Informationen dienen als Entscheidungsgrundlage für Unternehmen der Branche.
Die Ergebnisse der Analyse unterstreichen, dass in praktisch allen deutschen Hochschulstädten ein dauerhafter Nachfrageüberhang existiert, der für Studierende oft eine langwierige Wohnungssuche zur Folge hat. Der Bundesverband Micro-Living (BML) sieht hier einen dringenden Handlungsbedarf auf politischer Ebene.
Politische Rahmenbedingungen und Marktausblick
Müller-Seidler weist darauf hin, dass die von der Justizministerin vorangetriebene Mietrechtsnovelle bei Investoren eine erhebliche Verunsicherung hervorruft. Dies könnte perspektivisch dazu führen, dass sogar weniger neue Apartments entstehen, was die bereits angespannte Situation weiter verschärfen würde. Der BML fordert daher ein Umdenken in der Politik, um im Wettbewerb um qualifizierte Studierende und internationale Fachkräfte nicht an Attraktivität zu verlieren.
Die vollständigen Ergebnisse der Analyse werden derzeit finalisiert und ab Herbst dieses Jahres den Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands zur Verfügung gestellt. Interessierte Parteien haben zudem die Möglichkeit, die Studie gegen eine Gebühr zu beziehen. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Zahlen ist vorgesehen, um die Marktentwicklung und das Potenzial dieser Anlageklasse langfristig transparent abzubilden.













