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Sachstand und Irrtümer zur Situation von Ferienwohnungen in Berlin

Die ApartmentAllianz Berlin adressiert gängige Irrtümer bezüglich Ferienwohnungen in der Hauptstadt, um eine versachlichte Diskussion zu ermöglichen.

Sachstand und Irrtümer zur Situation von Ferienwohnungen in Berlin

Die Debatte um Ferienwohnungen in Berlin ist seit geraumer Zeit von intensiven Diskussionen geprägt. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und umfassen das begrenzte Angebot an bezahlbarem Wohnraum, die Sichtbarkeit einzelner Vermietungsplattformen sowie veränderte Ansprüche der Stadtbewohner. Diese Faktoren haben zu einer politischen und gesellschaftlichen Sensibilisierung geführt, die nach Ansicht von Interessenvertretern zuweilen von Fehleinschätzungen geprägt ist.

Stephan la Barré, stellvertretender Vorsitzender der ApartmentAllianz Berlin, hebt hervor, dass die zunehmende Sensibilisierung gegenüber Freizeitlärm auch feiernde Touristen in Szenebezirken betrifft. In Verbindung mit der Wohnraumverknappung führe dies zu Verteilungskämpfen, die Intoleranzen und Fehlwahrnehmungen Vorschub leisteten. Romana Wolfram, Vorsitzende der ApartmentAllianz Berlin, ergänzt, dass die Diskussion um Ferienwohnungen in Berlin von langlebigen und falschen Irrtümern geprägt sei, welche einer sachlichen Richtigstellung bedürfen.

Zentrale Irrtümer und deren Richtigstellung

Einer der prominentesten Irrtümer betrifft die Anzahl der Ferienwohnungen in Berlin. Eine präzise Definition ist hier entscheidend: Eine Ferienwohnung ist eine abgeschlossene Einheit, die weniger als 90 Tage am Stück vermietet wird. Einzelne Zimmer oder die temporäre Vermietung der Hauptwohnung während eines Urlaubs, welche den Wohnungsmarkt nicht beeinflussen, sind im Kontext dieser Diskussion irrelevant. Ebenso relevant sind Angebote auf Gewerbeflächen. Die Annahme zehntausender Ferienwohnungen wird durch aktuelle Daten widerlegt. Eine Auswertung von Inside Airbnb zum Stichtag 23. September 2025 detektierte 6.089 Ferienwohnungen. Ähnliche Zahlen lieferte AirDNA mit 5.043 ganzen Wohnungen und der Deutsche Ferienhausverband mit 6.356 privaten Ferienunterkünften.

Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum behauptet, die Mehrheit der Berliner Ferienwohnungen sei illegal. Von den rund 6.000 registrierten Wohnungen weisen jedoch lediglich etwa 0,5 Prozent keine Lizenzangaben wie eine Registriernummer auf. Dies bedeutet, dass 99,5 Prozent der angebotenen Ferienwohnungen bei den zuständigen Bezirken angemeldet und somit legal betrieben werden. Belege für tausende illegale Ferienwohnungen existieren demzufolge nicht. Die Behauptung, Ferienwohnungen könnten ohne Weiteres in normale Wohnungen umgewandelt und an Berliner vermietet werden, wird ebenfalls als nicht zutreffend eingestuft.

Die Wahrnehmung, Ferienwohnungen schadeten den Kiezen, wird auf die touristischen Boomjahre vor 2019 zurückgeführt. Während größere Boarding Houses oder Hotelkonzentrationen in einigen Fällen zu einer Homogenisierung von Einzelhandel und Gastronomie führen können, richtet sich das Gros der Berliner Ferienwohnungen an Individualreisende, die ein dezidiertes Interesse an den kulturellen und gastronomischen Angeboten Berlins haben. Der aktuelle Rückgang des Tourismus wirkt sich insbesondere auf diese anspruchsvolle Besuchergruppe aus, was sich in leeren Bars, Kneipen und Restaurants sowie rückläufigen Kundenzahlen im Spezialhandel niederschlägt und die Clubszene belastet.

Wirtschaftlicher Beitrag von Ferienwohnungen

Ferienwohnungen stellen einen signifikanten Wirtschaftsfaktor für Berlin dar. Sie tragen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Im Jahr 2025 generierten die Anbieter von Ferienwohnungen einen Umsatz von 141 Millionen Euro. Der Deutsche Ferienhausverband e.V. beziffert die direkte und indirekte Wertschöpfung in diesem Sektor auf 438 Millionen Euro. Im Bereich des Tourismus, der durch Ferienwohnungen adressiert wird, sind 6.373 Personen direkt oder indirekt beschäftigt. Diese entrichteten Lohnsteuern in Höhe von 51 Millionen Euro. Das vom Ferienhausverband ermittelte Mehrwertsteueraufkommen liegt bei 72 Millionen Euro. Zudem wird eine City Tax von 7,5 Prozent auf den Übernachtungspreis erhoben, was den kommunalen Einnahmen zugutekommt.

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