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Wie schwierig ist die Wohnungssuche in Bremen?

Die Wohnungssuche in Bremen ist wegen hoher Nachfrage, begrenztem Angebot und steigenden Mieten äußerst schwierig – vor allem für Studierende, Geringverdiener und wohnungslose Menschen.

6 min Lesezeit
Wie schwierig ist die Wohnungssuche in Bremen?

Die Wohnungssuche in Bremen gilt vielen als echte Herausforderung. Trotz vielfältiger Wohnlagen – von der Innenstadt über die Weserufer bis hin zu ruhigen Außenbezirken – stoßen viele Interessierte auf knappes Angebot, hohe Konkurrenz und steigende Mieten. Besonders für Studierende, Berufseinsteiger, Geringverdiener und Menschen mit komplexen Lebenslagen ist es oft schwer, überhaupt eine passende Wohnung zu finden. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, warum die Lage in Bremen so angespannt ist, welche Gruppen besonders betroffen sind und wie sich die Chancen auf dem Wohnungsmarkt realistisch verbessern lassen.

Lage des Wohnungsmarktes in Bremen

In Bremen herrscht ein deutliches Missverhältnis zwischen Wohnraumangebot und -nachfrage. Die Stadt wächst, die Zahl der Haushalte steigt, gleichzeitig werden aber nicht genügend neue Wohnungen gebaut. Laut aktueller Wohnraumbedarfsprognosen werden in den kommenden Jahren mehr Wohnungen benötigt, als derzeit genehmigt und gebaut werden. Das führt dazu, dass bestehende Wohnungen sehr begehrt sind und sich viele Interessenten auf wenige Angebote bewerben.

Besonders knapp ist der Markt bei kleineren Wohnungen, also Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Diese sind gefragt bei Studierenden, Alleinlebenden und Berufseinsteigern, die oft ein begrenztes Budget haben. Gleichzeitig sind diese Wohnungen in der Regel schnell vergeben, oft schon nach wenigen Stunden oder Tagen nach Veröffentlichung der Anzeige. Wer nicht sehr flexibel ist oder sich erst später auf die Suche macht, läuft Gefahr, lange Zeit ohne passende Wohnung zu bleiben.

Wichtige Faktoren, die die Lage in Bremen prägen, sind:

  • die begrenzte Zahl neuer Baugenehmigungen im Vergleich zum prognostizierten Bedarf,
  • die hohe Nachfrage nach Wohnraum in attraktiven Lagen wie Innenstadt, Weserufer oder Nähe zu Hochschulen,
  • die steigenden Mieten, die viele Haushalte an ihre finanziellen Grenzen bringen,
  • die besondere Schwierigkeit für wohnungslose Menschen und Menschen mit negativen Schufa-Einträgen, überhaupt eine Wohnung zu bekommen.

Mieten und Kosten: Was ist realistisch?

Die Mieten in Bremen liegen im bundesdeutschen Vergleich im oberen Mittelfeld, sind aber deutlich niedriger als in Metropolen wie München oder Frankfurt. Dennoch steigen die Preise kontinuierlich, vor allem in gefragten Stadtteilen. Für eine kleine Wohnung in der Innenstadt oder in der Nähe der Universität kann leicht ein höherer Quadratmeterpreis anfallen als in Außenbezirken.

Ein Beispiel: Für eine 40-Quadratmeter-Wohnung in einem attraktiven Stadtteil kann der Kaltmietpreis je nach Zustand und Ausstattung im Bereich von etwa 8 bis 12 Euro pro Quadratmeter liegen. Das ergibt bei 40 Quadratmetern eine Kaltmiete von etwa 320 bis 480 Euro pro Monat. Hinzu kommen Nebenkosten wie Heizung, Wasser, Müllabfuhr und Hausmeisterdienst, die je nach Alter und Ausstattung des Gebäudes variieren können. In einem älteren Haus mit schlechter Dämmung können die Heizkosten deutlich höher ausfallen als in einem modernen Neubau.

Wichtige Punkte bei der Kalkulation der Wohnkosten:

  • Kaltmiete (Miete ohne Nebenkosten) im Verhältnis zur Wohnfläche und Lage prüfen,
  • Nebenkostenpauschale oder Vorauszahlung realistisch einschätzen, idealerweise anhand von Erfahrungswerten aus dem Stadtteil,
  • eventuelle Modernisierungskosten oder Mieterhöhungen in den nächsten Jahren bedenken,
  • Gesamtbudget festlegen, sodass Miete plus Nebenkosten nicht mehr als etwa ein Drittel des monatlichen Nettoeinkommens ausmachen.

Konkurrenz und Bewerbung: Wie viele Bewerber gibt es?

Auf dem Wohnungsmarkt in Bremen ist die Konkurrenz sehr hoch. Es ist nicht ungewöhnlich, dass auf eine kleine Wohnung in einem attraktiven Stadtteil mehrere Dutzend Interessenten reagieren. Besonders bei neu sanierten oder modernen Wohnungen in zentraler Lage kann die Zahl der Bewerber noch deutlich höher liegen.

Vermieter orientieren sich oft an Kriterien wie Einkommen, Schufa-Auskunft, bisheriger Wohnsituation und persönlichen Eindruck. Wer ein regelmäßiges Einkommen, eine gute Schufa und eine saubere Mietgeschichte vorweisen kann, hat in der Regel bessere Chancen. Menschen ohne feste Anstellung, mit negativen Schufa-Einträgen oder ohne deutsche Mietgeschichte stehen oft am Ende der Bewerberliste oder werden gar nicht erst berücksichtigt.

Um die Chancen zu verbessern, empfiehlt sich:

  • eine vollständige und saubere Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, Einkommensnachweisen und Referenzen aus früheren Mietverhältnissen,
  • schnelle Reaktion auf neue Angebote, idealerweise innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung,
  • persönliche Kontakte nutzen, etwa über Bekannte, Nachbarn oder lokale Netzwerke,
  • Bereitschaft, auch Wohnungen in weniger zentralen oder weniger bekannten Stadtteilen zu prüfen.

Wohnungslose Menschen und besondere Gruppen

Für wohnungslose Menschen ist die Wohnungssuche in Bremen besonders schwierig. Viele von ihnen haben komplexe Problemlagen, etwa gesundheitliche Einschränkungen, psychische Belastungen oder finanzielle Schwierigkeiten. Gleichzeitig stoßen sie auf Ablehnung, weil sie oft keine positive Schufa-Auskunft vorweisen können oder aufgrund ihres Stigmas als wohnungslos von Vermietern abgelehnt werden.

In Bremen gibt es spezielle Hilfsangebote und Modellprojekte, die darauf abzielen, wohnungslosen Menschen mit komplexen Problemlagen eine Wohnung zu vermitteln und sie dabei zu begleiten. Diese Programme arbeiten nach dem sogenannten Housing-First-Ansatz: Zuerst wird eine Wohnung vermittelt, dann folgen wohnbegleitende Hilfen. Das Ziel ist, Menschen stabil in eine eigene Wohnung zu bringen, statt sie zunächst in mehreren Hilfesystemen hin und her zu schicken.

Wichtige Aspekte für wohnungslose Menschen und andere besonders betroffene Gruppen:

  • Nutzung von Beratungsstellen und Wohnungslosenhilfen, die bei der Wohnungssuche und bei Gesprächen mit Vermietern unterstützen,
  • Möglichkeit, auf spezielle Programme wie Housing First zurückzugreifen, wenn sie passen,
  • Aufbau von Schritt-für-Schritt-Stabilität, etwa durch regelmäßige Einkünfte, positive Schufa-Einträge und saubere Mietgeschichte,
  • Zusammenarbeit mit Sozialdiensten, die bei der Finanzierung von Kautionen oder bei der Vermittlung von Wohnraum helfen können.

Stadtteile und Lagen: Wo ist es am schwierigsten?

Die Schwierigkeit der Wohnungssuche variiert je nach Stadtteil. In der Innenstadt, in den Weserufer-Lagen und in der Nähe von Hochschulen ist die Nachfrage besonders hoch. Hier sind Wohnungen oft teurer und werden schneller vergeben. Gleichzeitig sind diese Lagen für viele Menschen attraktiv, weil sie kurze Wege zu Arbeit, Studium oder Freizeitangeboten bieten.

In Außenbezirken oder weniger bekannten Stadtteilen kann es etwas leichter sein, eine Wohnung zu finden. Allerdings müssen hier oft längere Wege in Kauf genommen werden, etwa mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Menschen ohne eigenes Fahrzeug kann das ein entscheidender Faktor sein. Wichtig ist daher, ein Gleichgewicht zwischen Lage, Preis und Erreichbarkeit zu finden.

Beim Vergleich von Stadtteilen hilft es:

  • die Mietpreise und die durchschnittliche Wohnungsgröße in verschiedenen Stadtteilen zu vergleichen,
  • die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel zu prüfen, etwa Bus- und Bahnverbindungen,
  • die Infrastruktur zu berücksichtigen, also Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Ärzte und Freizeitangebote,
  • die eigene Lebenssituation zu reflektieren: Wie wichtig sind kurze Wege zur Arbeit oder zum Studium? Wie wichtig ist Ruhe und Grün?

Praktische Tipps für die Wohnungssuche in Bremen

Um die Chancen auf dem Wohnungsmarkt in Bremen zu verbessern, lohnt es sich, systematisch vorzugehen. Eine gut vorbereitete Bewerbung, eine klare Vorstellung von Budget und Wünschen sowie die Bereitschaft, flexibel zu sein, können den Unterschied ausmachen.

Einige konkrete Schritte:

  • Budget festlegen und realistisch bleiben: Miete plus Nebenkosten sollten nicht mehr als etwa ein Drittel des Nettoeinkommens betragen.
  • Suchprofile in Online-Portalen anlegen und regelmäßig prüfen, idealerweise täglich.
  • Bewerbungsmappe immer aktuell halten, mit Lebenslauf, Einkommensnachweisen und Referenzen.
  • Kontakte nutzen: Bekannte, Nachbarn, Arbeitskollegen oder Studierende können Hinweise auf freie Wohnungen geben.
  • Bereitschaft zeigen, Wohnungen in weniger zentralen oder weniger bekannten Stadtteilen zu besichtigen.
  • Bei Interesse an einer Wohnung schnell reagieren und sich persönlich vorstellen, wenn möglich.

Fazit

Die Wohnungssuche in Bremen ist wegen hoher Nachfrage, begrenztem Angebot und steigenden Mieten insgesamt schwierig. Besonders betroffen sind Studierende, Geringverdiener, wohnungslose Menschen und Menschen mit negativen Schufa-Einträgen. Wer sich frühzeitig und systematisch auf die Suche macht, sein Budget klar im Blick hat und bereit ist, flexibel zu sein, kann seine Chancen jedoch deutlich verbessern. Wichtig ist, nicht nur auf Online-Angebote zu setzen, sondern auch persönliche Kontakte und lokale Hilfsangebote zu nutzen, um eine passende Wohnung in Bremen zu finden.

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