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Wie schwierig ist die Wohnungssuche in Bern?

Die Wohnungssuche in Bern gilt als herausfordernd. Dieser Ratgeber beleuchtet die aktuelle Marktlage, gibt wertvolle Tipps und erklärt die Besonderheiten des Berner Wohnungsmarktes.

6 min Lesezeit
Wie schwierig ist die Wohnungssuche in Bern?

Bern, die Hauptstadt der Schweiz, ist nicht nur für ihre hohe Lebensqualität bekannt, sondern auch für einen äusserst angespannten Mietwohnungsmarkt. Viele Menschen zieht es in die charmante Stadt an der Aare, sei es aus beruflichen Gründen, zum Studium oder auf der Suche nach einem attraktiven Lebensumfeld. Doch die Kehrseite dieser Beliebtheit ist ein Mangel an verfügbarem Wohnraum, der die Wohnungssuche zu einer Geduldsprobe machen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten der Wohnungssuche in Bern, erklärt die Besonderheiten des lokalen Marktes und gibt Ihnen praktische Ratschläge an die Hand, um Ihre Chancen auf eine passende Wohnung zu erhöhen.

Der Berner Wohnungsmarkt: Ein Überblick

Der Wohnungsmarkt in Bern ist durch eine niedrige Leerstandsquote gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass nur sehr wenige Wohnungen unbewohnt und zur Neuvermietung verfügbar sind. Diese Situation hat mehrere Ursachen, darunter das begrenzte Bauland im Stadtgebiet, die Attraktivität der Stadt für Zuzügler sowie die hohe Nachfrage nach zentral gelegenem Wohnraum. Entsprechend gross ist der Wettbewerb um freie Wohnungen, was sich in der Anzahl der Bewerbungen pro Objekt und mitunter auch in den Mietpreisen widerspiegelt.

Die Besonderheit des Schweizer Mietrechts, insbesondere der Kündigungsschutz und die Möglichkeit der Anfechtung von Anfangsmieten, trägt ebenfalls dazu bei, dass einmal gefundene Wohnungen oft lange bewohnt werden und seltener auf den Markt kommen. Dies verstärkt den Suchdruck zusätzlich für Neumieter.

Frühzeitige Planung und realistische Erwartungen

Angesichts der Situation auf dem Berner Wohnungsmarkt ist es entscheidend, die Wohnungssuche frühzeitig zu beginnen und realistische Erwartungen zu haben. Eine spontane Suche führt selten zum Erfolg. Es empfiehlt sich, die Planung weit im Voraus zu starten, insbesondere wenn ein Umzug zu einem bestimmten Datum erfolgen soll.

  • Beginnen Sie die Suche idealerweise drei bis sechs Monate vor dem gewünschten Einzugstermin.
  • Seien Sie sich bewusst, dass die «perfekte» Wohnung selten auf Anhieb zu finden ist.
  • Definieren Sie Ihre Prioritäten klar: Lage, Preis, Grösse, Ausstattung.
  • Berücksichtigen Sie auch Wohnungen in angrenzenden Gemeinden, die oft eine gute Anbindung an Bern bieten.

Die Suche beginnt: Kanäle und Strategien

Die herkömmlichen Suchkanäle sind nach wie vor wichtig, aber auf einem angespannten Markt braucht es oft zusätzliche Strategien, um erfolgreich zu sein. Die meisten Wohnungen werden über Online-Portale annonciert, einige jedoch auch direkt von Verwaltungen oder über Mundpropaganda vermittelt.

  • Online-Portale: Nutzen Sie grosse Immobilienplattformen wie immer, aber auch kleinere lokale Portale. Richten Sie Suchabos ein, um sofort über neue Angebote informiert zu werden.
  • Immobilienverwaltungen: Viele Immobilien werden direkt von grossen Verwaltungen angeboten. Es lohnt sich, deren Websites regelmässig zu prüfen und sich bei mehreren Verwaltungen direkt zu registrieren.
  • Soziale Medien und Netzwerke: Gruppen und Foren, insbesondere auf Plattformen wie Facebook, können ebenfalls nützliche Quellen sein. Oft werden hier Wohnungen «unter der Hand» angeboten.
  • Aushänge und Empfehlungen: Achten Sie auf Aushänge in Supermärkten, Universitäten oder Schwarzen Brettern. Fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis, ob jemand von einer freiwerdenden Wohnung weiss.

Ihre Bewerbungsunterlagen: Der erste Eindruck zählt

Aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbern pro Wohnung ist ein überzeugendes Bewerbungsdossier unerlässlich. Dieses sollte vollständig, übersichtlich und fehlerfrei sein. Es ist Ihre Visitenkarte und oft die einzige Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben, bevor Sie persönlich in Kontakt treten können.

  • Bewerbungsschreiben: Ein kurzes, prägnantes Anschreiben, das Ihre Motivation und Eignung darlegt.
  • Betreibungsauszug: Ein aktueller Auszug aus dem Betreibungsregister, der Ihre Zahlungsfähigkeit bestätigt. Dieser darf nicht älter als drei Monate sein.
  • Einkommensnachweise: Die letzten drei Lohnabrechnungen oder ein Arbeitsvertrag als Beleg für ein regelmässiges Einkommen. Die Faustregel besagt, dass die Miete nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen sollte.
  • Kopie des Ausweises: Eine gut lesbare Kopie der Identitätskarte oder des Passes.
  • Referenzen: Optional, aber hilfreich können Referenzen des vorherigen Vermieters oder Arbeitgebers sein.

Achten Sie darauf, dass alle Dokumente als saubere Scans oder Kopien vorliegen und in einer logischen Reihenfolge angeordnet sind. Eine digitale Version des Dossiers, die Sie schnell per E-Mail versenden können, ist ebenfalls von Vorteil.

Besichtigungen: Seien Sie vorbereitet und pünktlich

Wenn Sie zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen werden, ist dies bereits ein erster Erfolg. Hier gilt es, einen guten Eindruck zu hinterlassen und sich aktiv mit der Wohnung auseinanderzusetzen. Pünktlichkeit ist selbstverständlich und signalisiert Respekt vor der Zeit des Vermieters oder der Verwaltung.

  • Pünktlichkeit: Erscheinen Sie lieber ein paar Minuten zu früh.
  • Vorbereitung: Machen Sie sich Notizen zur Wohnung und überlegen Sie sich Fragen, die Sie stellen möchten (z.B. zu Nebenkosten, Kündigungsfristen, Nachbarn).
  • Aufmerksamkeit: Zeigen Sie echtes Interesse an der Wohnung und der Umgebung.
  • Professionelles Auftreten: Kleiden Sie sich ordentlich und höflich.
  • Direkte Übergabe des Dossiers: Wenn möglich, übergeben Sie Ihr vollständiges Bewerbungsdossier direkt vor Ort. Dies zeigt Ihr Engagement.

Nach der Besichtigung kann ein kurzes Dankesschreiben oder eine E-Mail den positiven Eindruck verstärken.

Die Rolle der Kaution und des Mietzinses

In der Schweiz ist es üblich, dass Mieter eine Mietkaution hinterlegen müssen. Diese Kaution dient dem Vermieter als Sicherheit für allfällige Schäden an der Mietwohnung oder ausstehende Mietzinszahlungen und darf in der Regel nicht mehr als drei Monatsmieten betragen. Die Kaution muss auf einem separaten Mietzinskautionskonto bei einer Bank hinterlegt werden, welches auf den Namen des Mieters lautet. Der Mieter erhält die Verzinsung und das Geld nach Auszug zurück, sofern keine Ansprüche des Vermieters bestehen.

Der Mietzins setzt sich in der Regel aus dem Nettomietzins und den Nebenkosten zusammen. Die Nebenkosten decken Ausgaben wie Heizung, Warmwasser, Kehrichtabfuhr oder der allgemeine Strom für das Treppenhaus ab. Es ist wichtig, die genaue Zusammensetzung der Nebenkosten zu verstehen und idealerweise eine Nebenkostenabrechnung der Vormieter einzusehen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Die Mietpreise in Bern variieren stark je nach Lage, Grösse und Ausstattung der Wohnung, liegen aber generell im oberen Segment des Schweizer Marktes.

Wohngemeinschaften (WGs) und Zwischenmieten als Alternativen

Gerade für Studierende, junge Berufstätige oder Personen, die nur für eine Übergangszeit in Bern sind, können Wohngemeinschaften oder Zwischenmieten eine realistische Alternative zur klassischen Einzelwohnung sein. Sie bieten oft eine schnellere Verfügbarkeit und sind in der Regel kostengünstiger.

  • Wohngemeinschaften (WGs): Eine gute Möglichkeit, schnell und unkompliziert eine Bleibe zu finden. Plattformen wie sind hierfür eine gute Anlaufstelle.
  • Zwischenmieten: Wenn Sie nur für einen begrenzten Zeitraum eine Bleibe suchen, können Sie von Personen, die zum Beispiel für einen Auslandaufenthalt sind, deren Wohnung für einige Monate mieten. Achten Sie hier auf einen klaren Untermietvertrag.
  • Möblierte Wohnungen: Einige Anbieter spezialisieren sich auf möblierte Wohnungen für kürzere Aufenthalte, was eine schnelle Lösung sein kann, aber meist teurer ist.

Umzug und Anmeldung: Was danach kommt

Sobald Sie eine Zusage für eine Wohnung erhalten haben, ist der administrative Teil noch nicht ganz abgeschlossen. Ein Umzug in der Schweiz, insbesondere in eine neue Gemeinde, erfordert einige administrative Schritte.

  • Mietvertrag sorgfältig prüfen: Lesen Sie alle Klauseln genau durch, bevor Sie unterschreiben. Achten Sie auf Kündigungsfristen, Mietzinsanpassungen und Nebenkostenregelungen.
  • Wohnungsübergabe: Nehmen Sie die Wohnung bei der Übergabe genau in Augenschein und erstellen Sie gemeinsam mit dem Vermieter ein detailliertes Übergabeprotokoll. Halten Sie alle Mängel schriftlich fest und machen Sie Fotos.
  • Anmeldung bei der Gemeinde: Melden Sie sich innerhalb von 14 Tagen nach dem Umzug bei der Einwohnerkontrolle Ihrer neuen Wohngemeinde an.
  • Ummeldung von Dienstleistungen: Denken Sie an die Ummeldung Ihrer Adresse bei Post, Bank, Versicherungen, Internet- und Telefonanbieter.

Fazit

Die Wohnungssuche in Bern ist zweifellos eine Herausforderung, aber mit der richtigen Strategie, Geduld und Hartnäckigkeit lässt sich eine passende Bleibe finden. Eine frühzeitige Planung, ein überzeugendes Bewerbungsdossier und ein aktives Vorgehen auf verschiedenen Suchkanäälen sind dabei die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Bleiben Sie flexibel in Ihren Ansprüchen und ziehen Sie auch Alternativen wie WG-Zimmer oder Zwischenmieten in Betracht. Bern ist eine attraktive Stadt, und mit einer gründlichen Vorbereitung wird es Ihnen gelingen, bald Ihr neues Zuhause dort zu finden.

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