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Wie lange dauert die BEG-Förderung?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt Sanierungen und Neubauten. Doch wie lange dauert es, bis die Förderung genehmigt und ausgezahlt wird? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Phasen des BEG-Antragsprozesses.

7 min Lesezeit
Wie lange dauert die BEG-Förderung?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, ist ein zentrales Instrument der deutschen Klimapolitik, um den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken und somit die CO2-Emissionen zu reduzieren. Sie unterstützt sowohl energetische Sanierungen im Bestand als auch den energieeffizienten Neubau. Für viele Immobilieneigentümer, die Modernisierungs- oder Bauvorhaben planen, stellt die BEG-Förderung eine attraktive Möglichkeit dar, Kosten zu senken. Allerdings ist der Antragsprozess mit verschiedenen Schritten und Wartezeiten verbunden. Die Frage nach der Dauer der Bearbeitung und Auszahlung ist daher entscheidend für die Zeitplanung und Finanzierung solcher Projekte. Dieser Ratgeber möchte Ihnen eine umfassende Orientierung geben, welche Zeitspannen Sie von der Antragstellung bis zur finalen Auszahlung der Fördermittel einplanen sollten.

Grundlagen der BEG-Förderung: Ein Überblick

Bevor wir uns mit den Zeitabläufen beschäftigen, ist es hilfreich, die Struktur der BEG-Förderung zu verstehen. Die BEG fasst verschiedene Fördermöglichkeiten zusammen, die zuvor in separaten Programmen, etwa von der KfW oder dem BAFA, angeboten wurden. Im Wesentlichen gliedert sich die BEG in mehrere Teilprogramme, die je nach Art des Vorhabens und der Antragstellung unterschiedliche Modalitäten aufweisen. Dies betrifft sowohl die förderfähigen Maßnahmen als auch die Bedingungen für die Antragstellung und die Auszahlung der Mittel. Die Förderungen werden entweder als Zuschüsse oder als zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss gewährt.

  • BEG EM (Einzelmaßnahmen): Für die Sanierung bestehender Gebäude mit einzelnen energetischen Maßnahmen, wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizungsoptimierung.
  • BEG WG (Wohngebäude): Für die Sanierung von Wohngebäuden zu Effizienzhäusern oder den Neubau von Effizienzgebäuden.
  • BEG NWG (Nichtwohngebäude): Entsprechend für Nichtwohngebäude.
  • BEG KFN (Klimafreundlicher Neubau): Unterstützt den Neubau mit hohen Anforderungen an Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen.

Jedes dieser Teilprogramme hat spezifische Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine Förderung zu erhalten. Ein zentraler Punkt ist dabei die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE), der bei der Planung, Antragstellung und Bestätigung der Durchführung unterstützt. Die Wahl des passenden Programms und die sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen sind entscheidend für einen reibungslosen Ablauf.

Die Phasen des BEG-Antragsprozesses

Der Weg von der ersten Idee bis zur Auszahlung der Fördermittel lässt sich grob in mehrere Phasen unterteilen. Diese Phasen sind nicht immer strikt voneinander getrennt und können sich teilweise überlappen, aber sie geben einen guten Rahmen für die Zeitplanung. Das Verständnis dieser Phasen hilft, realistische Erwartungen an die Dauer des gesamten Prozesses zu entwickeln.

  • Phase 1: Orientierung und Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten
  • Phase 2: Antragstellung bei der zuständigen Förderbank oder dem Bundesamt
  • Phase 3: Bearbeitung und Genehmigung des Antrags
  • Phase 4: Durchführung der Maßnahmen
  • Phase 5: Bestätigung der Durchführung und Auszahlung der Fördermittel

Jede dieser Phasen birgt spezifische Zeitfaktoren, die von verschiedenen Einflüssen abhängen, darunter die Komplexität des Vorhabens, die Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen und die aktuelle Auslastung der bearbeitenden Stellen.

Phase 1: Planung und Energieberatung

Die erste und oft unterschätzte Phase ist die Planung und die Energieberatung. Viele BEG-Förderungen setzen die Einbindung eines bei der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes gelisteten Sachverständigen voraus. Dieser Experte hilft nicht nur bei der Identifizierung der passenden Fördermaßnahmen und der Berechnung der Energiebilanz, sondern erstellt auch die für den Antrag notwendigen technischen Projektbeschreibungen (TPB) oder die Bestätigung der Einhaltung technischer Mindestanforderungen (BEM). Die Auswahl eines qualifizierten Energieexperten und die Erstellung eines detaillierten Sanierungsfahrplans können einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, je nach Verfügbarkeit des Experten und Umfang des Vorhabens. Eine gründliche Vorbereitung in dieser Phase minimiert spätere Rückfragen und Verzögerungen.

  • Kontaktaufnahme mit Energieexperten: Einige Tage bis Wochen
  • Energieberatung und Analyse des Gebäudes: 1-3 Wochen
  • Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (ISFP) oder der technischen Projektbeschreibung (TPB): 2-6 Wochen
  • Einholung von Handwerkerangeboten: 2-4 Wochen

Phase 2 & 3: Antragstellung, Bearbeitung und Genehmigung

Ist die Planung abgeschlossen, erfolgt die eigentliche Antragstellung. Die Art der Antragstellung hängt vom spezifischen BEG-Teilprogramm ab. Zuschüsse für Einzelmaßnahmen (BEG EM) werden in der Regel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt. Förderkredite und dazugehörige Tilgungszuschüsse für Effizienzgebäude (BEG WG/NWG) werden über die Hausbank bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. Wichtig ist, den Antrag stets vor Beginn der Baumaßnahmen zu stellen. Als Beginn gilt der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags. Ausnahmen können unter bestimmten Umständen für Planungsleistungen gelten. Bei der Antragstellung müssen alle erforderlichen Unterlagen vollständig und korrekt eingereicht werden.

Die Dauer der Bearbeitung variiert stark. Beim BAFA müssen Sie mit einer Bearbeitungszeit von typischerweise 2 bis 8 Wochen rechnen, bevor Sie einen positiven Zuwendungsbescheid erhalten. In Stoßzeiten oder bei unvollständigen Anträgen kann dies auch länger dauern. Bei der KfW erfolgt die Bearbeitung nach Einreichung durch die Hausbank. Hier sind die Prozesse oft straffer organisiert, können aber ebenfalls einige Wochen in Anspruch nehmen. Die Dauer hängt auch von der Komplexität des Vorhabens und der Kreditprüfung durch die Hausbank ab. Ein positiver Bescheid ist zwingend erforderlich, bevor mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen wird, um die Förderfähigkeit nicht zu verlieren.

  • Vollständige Antragseinreichung (online oder über Hausbank): Wenige Tage
  • Bearbeitung durch BAFA/KfW: Typischerweise 2-8 Wochen
  • Rückfragen und Nachreichung von Unterlagen: Zusätzliche 1-3 Wochen
  • Erteilung des Zuwendungsbescheids/Kreditzusage: Nach erfolgreicher Prüfung

Phase 4: Durchführung der Maßnahmen

Sobald der positive Förderbescheid vorliegt, kann mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden. Dies ist die eigentliche Bau- oder Sanierungsphase. Die Dauer dieser Phase hängt maßgeblich vom Umfang und der Art der durchgeführten Arbeiten ab. Eine einfache Heizungsmodernisierung kann wenige Tage oder Wochen dauern, während eine umfassende Sanierung zum Effizienzhaus mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. In dieser Zeit ist es wichtig, alle Rechnungen und Nachweise sorgfältig zu sammeln, da diese später für den Verwendungsnachweis benötigt werden.

Der begleitende Energieeffizienz-Experte überwacht oftmals auch die korrekte Umsetzung der Maßnahmen und berät bei eventuellen Schwierigkeiten. Eine enge Kommunikation mit den ausführenden Handwerksbetrieben und dem Experten ist hier von Vorteil, um sicherzustellen, dass alle förderrelevanten Anforderungen erfüllt werden.

  • Beginn der Bauarbeiten nach Erhalt des Förderbescheids
  • Dauer der Bauarbeiten: Wenige Wochen bis mehrere Monate, je nach Umfang
  • Regelmäßige Dokumentation und Sammlung von Nachweisen (Rechnungen)
  • Begleitung und Qualitätssicherung durch Energieeffizienz-Experten

Phase 5: Bestätigung der Durchführung und Auszahlung

Nach Abschluss aller förderfähigen Maßnahmen beginnt die finale administrative Phase: die Bestätigung der Durchführung (BfD beim BAFA) oder der Verwendungsnachweis (bei der KfW). Der Energieeffizienz-Experte prüft die korrekte Umsetzung der Maßnahmen und erstellt die notwendigen Bestätigungen, dass alle Förderbedingungen eingehalten wurden. Diese Dokumente werden dann zusammen mit den Rechnungen der Handwerksbetriebe bei der zuständigen Stelle eingereicht.

Die Bearbeitungsdauer für die Auszahlung der Fördermittel kann erneut variieren. Beim BAFA dauert es nach Einreichung der vollständigen Unterlagen in der Regel 2 bis 6 Wochen, bis die Fördermittel auf Ihr Konto überwiesen werden. Bei der KfW erfolgt die Auszahlung des Tilgungszuschusses oft nach Endabrechnung des Darlehens und erfolgreicher Prüfung des Verwendungsnachweises, auch hier sind einige Wochen Wartezeit üblich. Verzögerungen können entstehen, wenn Unterlagen unvollständig sind oder Rückfragen zur Durchführung der Maßnahmen entstehen.

  • Erstellung der Bestätigung nach Durchführung (BfD) durch EEE: 1-2 Wochen
  • Einreichung der BfD und Rechnungen bei BAFA/KfW: Wenige Tage
  • Bearbeitung und Prüfung der Unterlagen: 2-8 Wochen
  • Auszahlung der Fördermittel: Nach erfolgreicher Prüfung der Dokumente

Faktoren, die die Dauer beeinflussen

Die genannten Zeitspannen sind Richtwerte und können durch verschiedene Faktoren erheblich beeinflusst werden. Eine realistische Zeitplanung berücksichtigt diese Variabilität.

  • Vollständigkeit der Antragsunterlagen: Unvollständige oder fehlerhafte Anträge führen zu Rückfragen und deutlichen Verzögerungen.
  • Auslastung der Förderbanken und des Bundesamtes: In Spitzenzeiten können Bearbeitungszeiten ansteigen.
  • Komplexität des Vorhabens: Ein komplexes Effizienzhaus-Projekt erfordert mehr Planungs- und Prüfaufwand als eine Einzelmaßnahme.
  • Verfügbarkeit des Energieeffizienz-Experten: Die Termine und Bearbeitungszeiten des Experten können den Zeitplan beeinflussen.
  • Kommunikation: Eine proaktive und transparente Kommunikation mit allen Beteiligten kann Prozesse beschleunigen.

Es ist ratsam, einen Puffer für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen. Eine gute Planung und Kommunikation sind die besten Mittel, um den Prozess so effizient wie möglich zu gestalten.

Fazit

Die Dauer des gesamten BEG-Förderprozesses von der ersten Idee bis zur finalen Auszahlung der Mittel kann von einigen Monaten bis zu über einem Jahr reichen. Obwohl die einzelnen Schritte und deren Bearbeitungszeiten variieren, lässt sich festhalten, dass eine frühzeitige und sorgfältige Planung, die Einbindung eines erfahrenen Energieeffizienz-Experten und die gewissenhafte Zusammenstellung aller Unterlagen die wichtigsten Faktoren für einen reibungslosen und zügigen Ablauf darstellen. Es ist empfehlenswert, sich als Antragsteller aktiv über den Status seines Antrages zu informieren und bei Rückfragen schnellstmöglich zu reagieren. Mit Geduld und einer strukturierten Herangehensweise können Sie die BEG-Förderung erfolgreich für Ihr Bau- oder Sanierungsvorhaben nutzen.

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