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Wie lange dauert der Teilverkauf?

Der Teilverkauf einer Immobilie ist eine attraktive Option, um Liquidität zu schaffen, aber wie lange nimmt dieser Prozess in Anspruch? Erfahren Sie hier die einzelnen Phasen und Zeitfaktoren.

7 min Lesezeit
Wie lange dauert der Teilverkauf?

Der Teilverkauf einer Immobilie hat sich als eine flexible Lösung etabliert, um aus dem in Wohneigentum gebundenen Vermögen Liquidität zu schöpfen, ohne die Kontrolle über das Objekt vollständig abgeben zu müssen. Gerade für Immobilieneigentümer, die im Alter ihre Rente aufbessern, größere Anschaffungen tätigen oder Investitionen finanzieren möchten, stellt dies eine interessante Alternative zu traditionellen Darlehen oder dem Gesamtverkauf dar. Doch wie lange dauert ein solcher Prozess tatsächlich, von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung? Die Dauer des Teilverkaufs ist ein entscheidender Faktor für viele Interessenten. Sie hängt von verschiedenen Aspekten ab, die wir im Folgenden detailliert beleuchten werden. Wir analysieren die einzelnen Schritte, die in den Gesamtprozess involviert sind, und geben Ihnen eine realistische Einschätzung der hierfür benötigten Zeitabschnitte.

Was ist ein Teilverkauf und wie funktioniert er?

Bevor wir uns mit der Dauer befassen, ist es wichtig, die Grundlagen des Teilverkaufs zu verstehen. Beim Teilverkauf veräußern Immobilieneigentümer einen Anteil ihres Eigenheims – meist zwischen 10 % und 50 % – an einen Teilverkauf-Anbieter. Die Eigentümer bleiben weiterhin im Grundbuch eingetragen und behalten das Nießbrauchsrecht an der gesamten Immobilie. Das bedeutet, sie können weiterhin in ihrem Zuhause wohnen bleiben oder es vermieten und die Mieteinnahmen behalten. Für den verkauften Anteil erhalten sie den entsprechenden Kaufpreis und zahlen im Gegenzug ein monatliches Nutzungsentgelt an den Teilverkauf-Anbieter für dessen Anteil. Häufig wird das Nießbrauchsrecht notariell im Grundbuch eingetragen, was den Eigentümern ein hohes Maß an Absicherung bietet.

Der Teilverkauf ist somit eine Form der Immobilienverrentung, die es Eigentümern ermöglicht, stilles Vermögen zu aktivieren, ohne umziehen zu müssen. Die Aktivierung von Kapital kann für verschiedene Zwecke genutzt werden, beispielsweise für altersgerechte Umbauten, zur Finanzierung der Pflege, zur Unterstützung der Familie oder einfach zur Steigerung der Lebensqualität. Der Teilverkauf hat sich als eine moderne und flexible Lösung erwiesen, die den traditionellen Immobilienverkauf um eine wichtige Facette ergänzt.

Die Phasen des Teilverkaufs: Ein Überblick

Der Teilverkauf einer Immobilie lässt sich in mehrere Hauptphasen unterteilen, die jeweils unterschiedliche Zeitspannen in Anspruch nehmen. Eine transparente Darstellung dieser Phasen hilft, den Gesamtprozess besser zu verstehen und realistische Erwartungen an die Dauer zu entwickeln. Grundsätzlich können wir den Prozess in drei große Abschnitte gliedern: die Informations- und Angebotsphase, die Prüfungs- und Vertragsphase sowie die Abwicklungs- und Auszahlungsphase.

  • Erstkontakt und Informationsaustausch
  • Immobilienbewertung und Angebotserstellung
  • Prüfung der Unterlagen und interne Freigabe
  • Notartermin und Vertragsunterzeichnung
  • Grundbucheintragung und Auszahlung

Phase 1: Informationsbeschaffung und Angebotserstellung (ca. 1–3 Wochen)

Diese erste Phase beginnt mit der Kontaktaufnahme des Immobilieneigentümers mit einem Teilverkauf-Anbieter. Hierbei geht es zunächst darum, grundlegende Informationen über die Immobilie und die finanziellen Bedürfnisse des Interessenten zu sammeln. Der Anbieter führt eine erste Einschätzung durch, ob die Immobilie für einen Teilverkauf geeignet ist und ob die Vorstellungen des Eigentümers mit den Konditionen des Anbieters übereinstimmen. In dieser Phase werden oft erste Eckdaten der Immobilie abgefragt, wie Lage, Baujahr, Wohnfläche und Grundstücksgröße.

Der nächste Schritt ist die Beauftragung eines unabhängigen Immobiliensachverständigen zur Erstellung eines Beleihungswertgutachtens. Dieses Gutachten ist entscheidend für die Wertermittlung der Immobilie und damit für die Höhe des möglichen Teilkaufpreises. Die Erstellung eines solchen Gutachtens kann je nach Komplexität der Immobilie und Auslastung der Sachverständigen einige Tage bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Basierend auf diesem Gutachten erstellt der Teilverkauf-Anbieter ein verbindliches Angebot. Die Dauer dieser Phase hängt stark von der Schnelligkeit der Datenbereitstellung durch den Eigentümer und der Verfügbarkeit des Gutachters ab.

  • Erster Kontakt und Datenaustausch: 1–3 Werktage
  • Immobilienbewertung durch unabhängigen Sachverständigen: 1–2 Wochen
  • Erstellung und Übermittlung des Angebots durch den Anbieter: 2–5 Werktage nach Gutachtenerhalt

Phase 2: Prüfung, Freigabe und Vertragsgestaltung (ca. 2–4 Wochen)

Nachdem der Eigentümer das Angebot des Teilverkauf-Anbieters akzeptiert hat, beginnt die zweite Phase. Diese ist geprägt von der detaillierten Prüfung aller relevanter Unterlagen und der Ausarbeitung des notariellen Vertragsentwurfs. Der Teilverkauf-Anbieter benötigt hierfür eine Reihe an Dokumenten, darunter Grundbuchauszüge, Baupläne, Wohnflächenberechnung, Energieausweis, Mietverträge (falls vorhanden), Nachweise über Modernisierungen und Reparaturen, sowie weitere Objektunterlagen. Die Zusammenstellung dieser Unterlagen kann seitens des Eigentümers unterschiedlich lange dauern, je nachdem, wie gut diese organisiert sind und wie schnell sie beschafft werden können (z.B. von Ämtern).

Sobald alle Unterlagen vollständig vorliegen und geprüft wurden, erfolgt die interne Freigabe durch den Teilverkauf-Anbieter. Anschließend wird ein Entwurf des Kaufvertrages und der Nießbrauchsbestellung vorbereitet und an den vereinbarten Notar übermittelt. Der Notar prüft diesen Entwurf und bereitet ihn für den Termin zur notariellen Beurkundung vor. Auch hier kann es zu Wartezeiten kommen, je nach Auslastung des Notariats. Die Vereinbarung eines Termins kann wiederum einige Tage bis zu einer Woche beanspruchen. In dieser Phase ist eine gute Kommunikation zwischen Eigentümer, Anbieter und Notar entscheidend, um Verzögerungen zu minimieren.

  • Zusammenstellung und Einreichung der Objektunterlagen: 1–2 Wochen (abhängig vom Eigentümer)
  • Interne Prüfung und Freigabe durch den Anbieter: 3–7 Werktage
  • Erstellung des Vertragsentwurfs und Notarkontakt: 3–7 Werktage
  • Terminvereinbarung mit dem Notar: 2–5 Werktage

Phase 3: Notartermin, Grundbucheintragung und Auszahlung (ca. 4–8 Wochen)

Die dritte und letzte Phase beginnt mit dem Notartermin, bei dem der Kaufvertrag und die Bestellung des Nießbrauchsrechts von allen Parteien unterzeichnet und notariell beurkundet werden. Dieser Termin selbst nimmt in der Regel etwa 1 bis 2 Stunden in Anspruch. Mit der Unterzeichnung ist der rechtliche Akt vollzogen. Allerdings ist der Teilverkauf erst nach der Grundbucheintragung vollständig wirksam und der Kaufpreis kann ausgezahlt werden.

Nach dem Notartermin veranlasst der Notar die Eintragung der Auflassungsvormerkung und des Nießbrauchsrechts im Grundbuch. Die Bearbeitungszeit durch das Grundbuchamt kann regional stark variieren und liegt meist zwischen 3 und 6 Wochen, in Einzelfällen auch länger. Erst wenn alle notwendigen Eintragungen erfolgt sind und die Fälligkeitsvoraussetzungen im Vertrag erfüllt sind, kann die Auszahlung des Kaufpreises an den Eigentümer erfolgen. In den meisten Fällen wird die Auszahlung innerhalb weniger Werktage nach vollständiger Grundbucheintragung und Vorliegen aller erforderlichen Dokumente realisiert. Die gesamte Dauer dieser Phase ist somit stark von der Bearbeitungszeit des jeweiligen Grundbuchamtes abhängig.

  • Notartermin und Beurkundung: 1 Tag
  • Bearbeitung durch das Grundbuchamt (Eintragungen): 3–6 Wochen
  • Auszahlung des Kaufpreises: 2–5 Werktage nach Grundbucheintragung

Faktoren, die die Dauer beeinflussen

Die genannten Zeitspannen sind Schätzwerte, die in der Praxis variieren können. Mehrere Faktoren können den Teilverkaufsprozess beschleunigen oder verlangsamen. Ein entscheidender Faktor ist die Vollständigkeit und Qualität der vom Eigentümer bereitgestellten Unterlagen. Je schneller und sorgfältiger diese geliefert werden, desto reibungsloser und zügiger kann der Prozess ablaufen. Fehlende oder fehlerhafte Dokumente führen unweigerlich zu Rückfragen und Verzögerungen. Auch die Erreichbarkeit und Kooperationsbereitschaft des Eigentümers sowie die Reaktionszeiten auf Rückfragen des Anbieters oder Notars spielen eine Rolle.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Wahl des Sachverständigen für die Immobilienbewertung. Während einige Gutachter kurzfristig Termine vergeben können, haben andere längere Wartezeiten. Auch die Komplexität der Immobilie selbst kann die Dauer der Begutachtung beeinflussen. Eine Immobilie mit vielen Besonderheiten oder Sanierungsbedarf erfordert oft einen höheren Prüfaufwand. Schließlich ist die Auslastung der beteiligten Behörden, insbesondere des Grundbuchamtes, nicht zu unterschätzen. Hier haben alle Parteien nur begrenzt Einfluss, weshalb es ratsam ist, diese potenziellen Wartezeiten von vornherein einzuplanen.

  • Vollständigkeit der Unterlagen des Eigentümers
  • Komplexität und Zustand der Immobilie
  • Auslastung des Notars und des Grundbuchamtes
  • Reaktionszeiten aller beteiligten Parteien
  • Spezifische Anforderungen des Teilverkauf-Anbieters

Gesamtdauer und Praxistipps zur Beschleunigung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der gesamte Teilverkaufsprozess von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung in der Regel zwischen 8 und 15 Wochen in Anspruch nimmt. In seltenen Fällen können besonders einfach gelagerte Fälle auch etwas schneller abgewickelt werden, während komplexere Situationen oder unerwartete Komplikationen (z.B. fehlende Baugenehmigungen, ungeklärte Lasten im Grundbuch) den Prozess auch über diesen Zeitraum hinaus verlängern können. Eine realistische Erwartungshaltung ist daher wichtig.

Um den Prozess bestmöglich zu beschleunigen, empfiehlt es sich, proaktiv vorzugehen. Sammeln Sie alle relevanten Objektunterlagen bereits vor dem ersten Kontakt mit einem Anbieter. Bereiten Sie sich auf Fragen zur Immobilie und Ihren finanziellen Zielen vor. Seien Sie bei Anfragen des Anbieters, Gutachters oder Notars schnell und präzise in Ihrer Antwort. Eine offene und transparente Kommunikation ist der Schlüssel zu einem effizienten Ablauf. Klären Sie frühzeitig, welche Gutachter beauftragt werden und welche Zeitrahmen diese haben. Auch die Wahl eines spezialisierten Notars, der Erfahrung mit Teilverkäufen hat, kann den Prozess positiv beeinflussen.

  • Alle Objektunterlagen vorbereiten vor Erstkontakt
  • Schnelle und präzise Beantwortung von Rückfragen
  • Regelmäßige Kommunikation mit dem Anbieter
  • Bereitschaft zur schnellen Terminvereinbarung (Notar, Gutachter)
  • Ggf. Klärung von Ungereimtheiten im Vorfeld (z.B. im Grundbuch)

Fazit

Der Teilverkauf einer Immobilie ist ein sorgfältig strukturierter Prozess, der aus mehreren interdependenten Phasen besteht. Obwohl er in der Regel einige Wochen in Anspruch nimmt, bietet er eine attraktive Möglichkeit, gebundenes Vermögen zu aktivieren und gleichzeitig im vertrauten Zuhause wohnen bleiben zu können. Die Gesamtdauer von etwa 8 bis 15 Wochen ist dabei ein realistischer Rahmen. Durch aktive Mitwirkung und gute Vorbereitung können Eigentümer maßgeblich dazu beitragen, den Ablauf zu optimieren und Wartezeiten zu verkürzen. Eine offene Kommunikation mit allen Beteiligten und das frühzeitige Bereitstellen von Unterlagen sind hierbei von entscheidender Bedeutung, um den Weg zur finanziellen Flexibilität so effizient wie möglich zu gestalten.

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