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Wie lange dauert der Share-Deal?

Die Dauer eines Share-Deals hängt von vielen Faktoren ab – von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten ist alles möglich. Worauf es ankommt, lesen Sie hier im Ratgeber.

7 min Lesezeit
Wie lange dauert der Share-Deal?

Ein Share-Deal, also der Verkauf von Unternehmensanteilen an einem laufenden Unternehmen, ist in der Regel kein spontaner Akt, sondern ein Prozess, der sorgfältig vorbereitet und strukturiert durchlaufen werden muss. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fragen sich daher: Wie lange dauert ein Share-Deal eigentlich? Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Während einfache Transaktionen mit wenig Komplexität und wenigen Beteiligten in einigen Wochen über die Bühne gehen können, ziehen sich größere Deals mit mehreren Gesellschaftern, komplexer Struktur oder regulatorischen Hürden oft über mehrere Monate hin. In diesem Ratgeber werden die typischen Phasen eines Share-Deals erläutert, die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Dauer beleuchtet und konkrete Beispiele gezeigt, wie sich Zeitpläne in der Praxis gestalten können.

Was ist ein Share-Deal überhaupt?

Ein Share-Deal ist der Verkauf von Anteilen an einer Gesellschaft, also von Geschäftsanteilen oder Aktien. Im Gegensatz zum Asset-Deal, bei dem einzelne Vermögenswerte (z.B. Maschinen, Immobilien, Kundenbestand) verkauft werden, geht beim Share-Deal das gesamte Unternehmen oder ein Teil davon als Ganzes an den Käufer über. Das bedeutet, dass auch bestehende Verträge, Verbindlichkeiten, Arbeitsverhältnisse und Risiken mit übergehen – zumindest soweit sie nicht im Kaufvertrag ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Für den Verkäufer kann ein Share-Deal attraktiv sein, weil er oft steuerlich günstiger sein kann und die Übertragung des Unternehmens als Ganzes relativ sauber vonstattengeht. Für den Käufer bedeutet ein Share-Deal, dass er das Unternehmen in seiner bestehenden Struktur übernimmt, inklusive der laufenden Geschäftstätigkeit. Wichtig ist, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer die rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Folgen eines Share-Deals genau verstehen, bevor sie in den Prozess einsteigen.

  • Ein Share-Deal ist der Verkauf von Unternehmensanteilen (Geschäftsanteile oder Aktien).
  • Im Gegensatz zum Asset-Deal geht das Unternehmen als Ganzes an den Käufer über.
  • Bestehende Verträge, Verbindlichkeiten und Risiken können mit übergehen.
  • Steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen spielen eine zentrale Rolle.
  • Ein Share-Deal eignet sich besonders, wenn der laufende Betrieb unverändert weitergeführt werden soll.

Typische Phasen eines Share-Deals

Ein Share-Deal durchläuft in der Regel mehrere klar definierte Phasen, die sich zeitlich überschneiden können, aber inhaltlich nacheinander ablaufen. Zu Beginn steht meist die Vorbereitung und strategische Klärung, gefolgt von der Suche nach Interessenten oder Käufern. Danach folgen Due Diligence, Verhandlungen, Vertragsentwurf, Vollzug und Nachbereitung. Jede dieser Phasen kann unterschiedlich lang dauern und damit die Gesamtdauer des Deals beeinflussen.

In der Praxis lässt sich der Prozess grob in drei große Blöcke einteilen: Vorbereitung, Verhandlung und Vollzug. In der Vorbereitungsphase werden Unterlagen geordnet, Ziele definiert und ggf. ein Berater (z.B. M&A-Berater, Steuerberater, Rechtsanwalt) eingebunden. In der Verhandlungsphase stehen Due-Diligence-Prüfungen, Angebotsrunden und Vertragsverhandlungen im Mittelpunkt. Im Vollzugsblock erfolgen dann die Unterzeichnung, die Zahlung und die Umsetzung vereinbarter Übergangsmaßnahmen. Jede dieser Phasen kann je nach Komplexität und Beteiligtenzahl mehrere Wochen bis Monate dauern.

  • Strategische Vorbereitung und Zieldefinition.
  • Suche nach Käufern oder Interessenten.
  • Due-Diligence-Prüfungen (rechtlich, steuerlich, wirtschaftlich).
  • Angebotsrunden und Verhandlungen.
  • Vertragsentwurf und -unterzeichnung.
  • Vollzug (Zahlung, Übergabe, Übergangsmanagement).

Faktoren, die die Dauer beeinflussen

Die Frage, wie lange ein Share-Deal dauert, lässt sich nicht pauschal beantworten, weil zahlreiche Faktoren die Dauer beeinflussen. Dazu gehören die Größe und Komplexität des Unternehmens, die Anzahl der Gesellschafter, die Struktur der Gesellschaft (z.B. Holdingstrukturen, Tochtergesellschaften), die Art des Käufers (strategischer Käufer vs. Finanzinvestor) sowie regulatorische Anforderungen wie Fusionskontrollen oder kartellrechtliche Genehmigungen.

Weitere Einflussfaktoren sind die Qualität der vorbereiteten Unterlagen, die Bereitschaft der Beteiligten, Informationen zeitnah bereitzustellen, und die Komplexität der steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Wenn z.B. mehrere Gesellschafter unterschiedliche Interessen verfolgen oder wenn internationale Elemente (Auslandsbeteiligungen, ausländische Käufer) ins Spiel kommen, kann sich der Prozess deutlich verlängern. Auch die Wahl der Berater und deren Erfahrung im M&A-Bereich kann die Dauer erheblich beeinflussen.

  • Größe und Komplexität des Unternehmens.
  • Anzahl und Interessenlage der Gesellschafter.
  • Struktur der Gesellschaft (Holdings, Tochtergesellschaften).
  • Art des Käufers (strategisch vs. Finanzinvestor).
  • Regulatorische Hürden (Fusionskontrolle, Kartellrecht, Ausländerrecht).
  • Qualität der vorbereiteten Unterlagen und Informationsbereitschaft.

Beispielhafte Zeitrahmen in der Praxis

In der Praxis lassen sich grobe Zeitrahmen für Share-Deals skizzieren, die jedoch immer nur als Orientierung dienen sollten. Für einen relativ einfachen Share-Deal mit einem kleinen Unternehmen, wenigen Gesellschaftern und ohne komplexe regulatorische Hürden kann der gesamte Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Vollzug in etwa 3 bis 6 Monaten ablaufen. In diesem Fall sind Due-Diligence-Prüfungen überschaubar, und die Verhandlungen können zügig geführt werden.

Bei mittelständischen Unternehmen mit mehreren Standorten, Tochtergesellschaften oder internationalen Elementen kann sich die Dauer auf 6 bis 12 Monate verlängern. Hier kommen häufig mehrere Due-Diligence-Runden, komplexere Vertragsverhandlungen und ggf. regulatorische Genehmigungen hinzu. Für große, kapitalmarktnahe Transaktionen mit mehreren Beteiligten, komplexen Strukturen und strenger Regulierung können Share-Deals auch 12 bis 18 Monate oder länger dauern. In allen Fällen ist es sinnvoll, einen realistischen Zeitplan zu erstellen und Pufferzeiten für unvorhergesehene Verzögerungen einzuplanen.

  • Einfacher Share-Deal: ca. 3–6 Monate.
  • Mittelständischer Deal mit Struktur: ca. 6–12 Monate.
  • Große, komplexe Transaktionen: 12–18 Monate oder länger.
  • Pufferzeiten für Due-Diligence, Verhandlungen und Genehmigungen einplanen.
  • Zeitplan regelmäßig mit allen Beteiligten abstimmen.
  • Kritische Meilensteine (z.B. Fusionskontrolle) frühzeitig identifizieren.

Die Rolle der Due-Diligence

Die Due-Diligence-Prüfung ist eine der zeitaufwändigsten Phasen eines Share-Deals. Hier prüft der Käufer das Unternehmen in den Bereichen Recht, Steuern, Finanzen, Wirtschaft und ggf. IT, Umwelt oder Personal. Ziel ist es, Risiken zu erkennen, den Unternehmenswert zu bestätigen und die Kaufpreisfindung zu unterstützen. Je umfangreicher die Unterlagen und je komplexer das Unternehmen, desto länger dauert die Due-Diligence.

Ein gut vorbereiteter Verkäufer kann die Dauer der Due-Diligence deutlich verkürzen, indem er Unterlagen strukturiert bereitstellt, offene Fragen frühzeitig klärt und ggf. bereits vorab eine sogenannte Vendor-Due-Diligence durchführen lässt. Diese Vorabprüfung durch den Verkäufer kann das Vertrauen des Käufers stärken und die eigentliche Käufer-Due-Diligence beschleunigen. Typischerweise dauert eine umfassende Due-Diligence mehrere Wochen bis wenige Monate, je nach Umfang und Komplexität.

  • Due-Diligence umfasst rechtliche, steuerliche, finanzielle und wirtschaftliche Prüfungen.
  • Je komplexer das Unternehmen, desto länger die Prüfung.
  • Vendor-Due-Diligence kann den Prozess beschleunigen.
  • Strukturierte Unterlagen und schnelle Reaktionszeiten verkürzen die Dauer.
  • Kritische Risiken frühzeitig offenlegen, um Verhandlungen zu erleichtern.

Verhandlungen und Vertragsabschluss

Nach der Due-Diligence folgen die eigentlichen Verhandlungen über Kaufpreis, Garantien, Haftungsbeschränkungen und Übergangsregelungen. Diese Phase kann je nach Verhandlungsbereitschaft der Parteien und der Komplexität der Transaktion mehrere Wochen bis Monate dauern. Wichtige Themen sind etwa die Festlegung von Earn-out-Klauseln, Minderungsklauseln, Garantien für bestimmte Unternehmenswerte oder Haftungsbeschränkungen für zukünftige Risiken.

Ein gut vorbereiteter Verkäufer kann die Verhandlungen beschleunigen, indem er klare Vorstellungen zu Preis, Struktur und Bedingungen hat und sich frühzeitig mit seinem Berater abstimmt. Gleichzeitig ist es wichtig, realistische Erwartungen zu haben und nicht an einzelnen Punkten unnötig Zeit zu verlieren. Der Vertragsabschluss selbst – also die Unterzeichnung des Kaufvertrags – ist in der Regel ein formeller Akt, der zeitlich nur wenige Tage beansprucht, wenn alle Inhalte bereits verhandelt und redaktionell abgestimmt sind.

  • Verhandlungen über Kaufpreis, Garantien und Haftung können mehrere Wochen dauern.
  • Earn-out-Klauseln und Minderungsklauseln erfordern sorgfältige Ausarbeitung.
  • Klare Vorstellungen und gute Vorbereitung beschleunigen die Verhandlungen.
  • Vertragsentwurf sollte frühzeitig begonnen und kontinuierlich aktualisiert werden.
  • Unterzeichnung des Kaufvertrags ist meist ein kurzer formeller Akt.

Vollzug und Übergangsphase

Der Vollzug eines Share-Deals markiert den Zeitpunkt, zu dem der Käufer rechtlich Eigentümer der Anteile wird und die Zahlung des Kaufpreises erfolgt. In der Praxis kann der Vollzug zeitlich von der Unterzeichnung des Vertrags getrennt sein, etwa wenn bestimmte Bedingungen (z.B. Genehmigungen, Zustimmungen Dritter) noch erfüllt werden müssen. Diese sogenannten Bedingungen präzedenz (conditions precedent) können die Dauer des Deals zusätzlich verlängern.

Nach dem Vollzug folgt häufig eine Übergangsphase, in der der Verkäufer den Käufer bei der Integration unterstützt, Übergangsmanagement übernimmt oder bestimmte Verpflichtungen (z.B. Non-Compete-Klauseln, Beratungsleistungen) erfüllt. Diese Phase ist zwar nicht mehr Teil des eigentlichen Transaktionsprozesses, kann aber für die praktische Umsetzung des Deals entscheidend sein. Eine gut geplante Übergangsphase hilft, Störungen im laufenden Geschäft zu vermeiden und den Wert des Unternehmens zu erhalten.

  • Vollzug kann zeitlich von der Vertragsunterzeichnung getrennt sein.
  • Bedingungen präzedenz (z.B. Genehmigungen) können den Vollzug verzögern.
  • Übergangsphase dient der Integration und Stabilisierung.
  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten im Übergangsmanagement vereinbaren.
  • Kommunikation mit Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten frühzeitig planen.

Fazit

Die Dauer eines Share-Deals ist stark von der jeweiligen Situation abhängig und kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen. Wichtige Einflussfaktoren sind die Größe und Komplexität des Unternehmens, die Anzahl der Beteiligten, die Struktur der Gesellschaft sowie regulatorische Anforderungen. Eine sorgfältige Vorbereitung, strukturierte Unterlagen, frühzeitige Einbindung erfahrener Berater und ein realistischer Zeitplan können die Dauer deutlich verkürzen und den Prozess insgesamt entspannter gestalten. Wer sich bewusst macht, dass ein Share-Deal ein Prozess ist und nicht ein einmaliger Akt, kann besser planen, Risiken minimieren und den Wert des Unternehmens beim Verkauf optimal realisieren.

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