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Wie lange dauert der Immobilienverkauf?

Wie lange dauert der Immobilienverkauf? Im Schnitt rechnen Eigentümer in Deutschland mit 6 bis 12 Monaten – je nach Lage, Preis und Vorbereitung.

7 min Lesezeit
Wie lange dauert der Immobilienverkauf?

Der Verkauf einer Immobilie ist für viele Eigentümer ein einschneidender Schritt – sei es aus beruflichen, familiären oder finanziellen Gründen. Eine der häufigsten Fragen lautet daher: Wie lange dauert der Immobilienverkauf eigentlich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, doch in der Praxis lässt sich ein realistischer Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Monaten für den gesamten Prozess von der ersten Planung bis zum Geldeingang auf dem Konto nennen. In diesem Ratgeber wird Schritt für Schritt erklärt, welche Phasen den Verkauf prägen, welche Faktoren die Dauer beeinflussen und wie Eigentümer den Prozess sinnvoll beschleunigen können.

Typische Dauer: Was der Durchschnitt sagt

Viele Studien und Marktbeobachtungen zeigen, dass der Verkauf einer Immobilie in Deutschland im Schnitt zwischen sechs und zwölf Monaten dauert. In einigen Regionen mit besonders hoher Nachfrage kann es deutlich schneller gehen, während ländliche oder weniger gefragte Lagen eher in Richtung der längeren Seite der Spanne tendieren. Wichtig ist, zwischen der Zeit bis zur Kaufzusage und der Zeit bis zum Geldeingang zu unterscheiden: Während der erste Teil stark von Lage, Preis und Vermarktung abhängt, bestimmt die rechtliche und finanzielle Abwicklung die Dauer danach.

Einige Anbieter sprechen auch von einem Bereich von drei bis sechs Monaten – dies gilt meist für gut vorbereitete Verkäufe in attraktiven Lagen oder bei professioneller Begleitung. In der Praxis sollten Eigentümer jedoch eher mit der längeren Spanne von sechs bis zwölf Monaten rechnen, um keine Zeitdruck-Situationen zu riskieren. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie sich diese Zeitspanne auf die einzelnen Phasen verteilt.

  • Im bundesweiten Durchschnitt dauert der Immobilienverkauf etwa 6–12 Monate.
  • In sehr gefragten Lagen kann der Verkauf deutlich schneller gehen.
  • Ländliche oder weniger attraktive Standorte brauchen oft mehr Zeit.
  • Die Abwicklung nach Notartermin dauert in der Regel 3–6 Wochen.
  • Professionelle Vorbereitung kann die Verkaufszeit deutlich verkürzen.

Phase 1: Vorbereitung und Wertermittlung

Bevor eine Immobilie überhaupt in den Markt geht, steht die Vorbereitung. Dazu gehören das Sammeln von Unterlagen wie Grundbuchauszug, Energieausweis, Bauplänen oder Modernisierungsnachweisen sowie die realistische Einschätzung des Marktwerts. Eine fundierte Wertermittlung ist entscheidend, denn ein zu hoher Preis verlängert die Vermarktung, ein zu niedriger Preis kostet Geld. In dieser Phase können bereits erste Entscheidungen getroffen werden, ob privat oder mit Makler verkauft wird.

Die Vorbereitung dauert in der Regel zwei bis vier Wochen, je nach Aufwand und Komplexität der Immobilie. Wer hier gründlich arbeitet, legt den Grundstein für einen zügigen Verkauf. Beispielsweise kann ein aktueller Energieausweis und eine saubere Dokumentation von Sanierungen das Interesse von Käufern erhöhen und Verhandlungen erleichtern.

  • Unterlagen wie Grundbuch, Energieausweis und Baupläne sammeln.
  • Marktwert durch Vergleichswerte oder Gutachten ermitteln.
  • Entscheidung treffen: privat oder mit Makler verkaufen.
  • Kleinere Mängel beseitigen oder offen kommunizieren.
  • Zielgruppe und Verkaufsstrategie definieren.

Phase 2: Vermarktung und Besichtigungen

In der Vermarktungsphase wird die Immobilie sichtbar gemacht – über Immobilienportale, Netzwerke oder klassische Anzeigen. In Ballungsräumen kann es hier relativ schnell gehen, während in ländlichen Regionen mehr Geduld gefragt ist. Typischerweise dauert diese Phase vier bis zwölf Wochen, bis ein passender Käufer gefunden ist. Entscheidend sind ein ansprechendes Exposé, professionelle Fotos und eine klare Beschreibung der Lage und Ausstattung.

Während der Vermarktung werden Besichtigungstermine koordiniert und Interessenten vorqualifiziert. Das bedeutet, dass bereits im Vorfeld geklärt wird, ob ein Interessent finanziell in der Lage ist, die Immobilie zu finanzieren. So lassen sich Zeitverluste durch nicht ernstzunehmende Angebote vermeiden. Eine gezielte Vermarktung an die richtige Zielgruppe kann die Verkaufszeit deutlich verkürzen.

  • Immobilie auf Portalen und Netzwerken inserieren.
  • Professionelle Fotos und ein aussagekräftiges Exposé erstellen.
  • Besichtigungstermine planen und durchführen.
  • Interessenten auf Finanzierungsfähigkeit prüfen.
  • Feedback aus Besichtigungen nutzen, um Preis oder Präsentation anzupassen.

Phase 3: Verhandlung und Kaufzusage

Nach den Besichtigungen beginnt die Auswahl der Käufer. In dieser Phase werden Kaufpreisverhandlungen geführt, Finanzierungsnachweise eingeholt und der passende Käufer ausgewählt. Diese Phase dauert in der Regel ein bis drei Wochen, je nach Komplexität und Zahl der Interessenten. Wichtig ist, dass die Einigung rechtssicher festgehalten wird, damit der Notartermin zeitnah angesetzt werden kann.

Ein Beispiel: Eine Immobilie wird mit einem marktgerechten Preis von 400.000 Euro angeboten. Nach mehreren Besichtigungen gibt ein Käufer ein Angebot von 380.000 Euro ab. Nach Verhandlungen einigt man sich auf 390.000 Euro. Der Käufer legt einen Finanzierungsnachweis vor, und beide Parteien bestätigen die Kaufzusage schriftlich. Damit ist der Weg zum Notartermin frei.

  • Kaufpreisverhandlungen mit Interessenten führen.
  • Finanzierungsnachweise des Käufers prüfen.
  • Passenden Käufer auswählen und Kaufzusage fixieren.
  • Vereinbarungen über Besichtigungen, Mängel oder Sonderwünsche klären.
  • Notartermin zeitnah planen, um den Prozess nicht zu verzögern.

Phase 4: Notartermin und rechtliche Abwicklung

Der Notartermin ist der formelle Höhepunkt des Verkaufsprozesses. Der Notar erstellt den Kaufvertrag, beurkundet die Einigung und sorgt dafür, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Der Termin selbst dauert in der Regel nur einige Stunden, doch die Vorbereitung und Nachbereitung nehmen mehr Zeit in Anspruch. Nach dem Termin beginnt die Phase der Kaufpreisfälligkeit, in der verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Zu den typischen Schritten gehören die Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch, die Löschung einer bestehenden Grundschuld, die Bestätigung der Gemeinde zum Verzicht des Vorkaufsrechts und ggf. die Zustimmung des Verwalters bei Eigentumswohnungen. Erst wenn alle diese Punkte erledigt sind, wird der Kaufpreis fällig und der Käufer kann die Zahlung anweisen.

  • Notartermin vereinbaren und vorbereiten.
  • Kaufvertrag vom Notar erstellen und prüfen lassen.
  • Auflassungsvormerkung im Grundbuch eintragen lassen.
  • Bestehende Grundschulden löschen oder übertragen.
  • Vorkaufsrechte und Zustimmungen einholen.
  • Kaufpreiszahlung nach Erfüllung aller Voraussetzungen anweisen.

Phase 5: Geldeingang und Schlüsselübergabe

Zwischen Notartermin und Geldeingang vergehen in der Regel drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit prüfen Banken und Notare, ob alle Zahlungsvoraussetzungen erfüllt sind. Erst dann erfolgt die Überweisung des Kaufpreises auf das Konto des Verkäufers. Parallel dazu wird die Schlüsselübergabe organisiert, die je nach Vereinbarung zeitnah oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.

Ein Beispiel: Der Notartermin findet am 1. März statt. Bis zum 20. März werden alle Voraussetzungen geprüft und erfüllt. Am 21. März wird der Kaufpreis überwiesen, und am 25. März findet die Schlüsselübergabe statt. Insgesamt dauert die Abwicklung nach Notartermin also etwa vier Wochen. Diese Zeitspanne kann je nach individuellem Fall variieren.

  • Zeit zwischen Notartermin und Geldeingang: 3–6 Wochen.
  • Alle Zahlungsvoraussetzungen prüfen und erfüllen.
  • Kaufpreisüberweisung auf das Konto des Verkäufers.
  • Schlüsselübergabe organisieren und durchführen.
  • Eventuelle Übergabeprotokolle erstellen.
  • Nachverkaufliche Angelegenheiten wie Abmeldung oder Umzug planen.

Faktoren, die die Dauer beeinflussen

Die Dauer eines Immobilienverkaufs hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören die Lage der Immobilie, der Zustand und die Ausstattung, der angesetzte Preis sowie die gewählte Vermarktungsstrategie. Immobilien in gefragten Lagen verkaufen sich in der Regel schneller, während weniger attraktive Standorte mehr Zeit benötigen. Auch die Immobilienart spielt eine Rolle: Einfamilienhäuser in Städten werden oft schneller verkauft als Objekte in ländlichen Regionen.

Weitere Einflussfaktoren sind die Vorbereitung des Verkäufers, die Qualität der Unterlagen und die Professionalität der Vermarktung. Ein gut vorbereiteter Verkauf mit marktgerechtem Preis und professioneller Präsentation kann die Verkaufszeit deutlich verkürzen. Umgekehrt kann ein zu hoher Preis oder mangelnde Dokumentation den Prozess verzögern.

  • Lage der Immobilie (gefragte vs. weniger gefragte Standorte).
  • Zustand und Ausstattung der Immobilie.
  • Angebotener Preis im Vergleich zum Marktwert.
  • Qualität der Unterlagen und Dokumentation.
  • Vermarktungsstrategie und Reichweite der Inserate.
  • Erfahrung und Professionalität des Verkäufers oder Maklers.

Wie man den Verkauf beschleunigen kann

Eigentümer können den Verkauf durch gezielte Maßnahmen beschleunigen. Dazu gehört eine fundierte Wertermittlung, eine saubere Vorbereitung der Unterlagen und eine professionelle Vermarktung. Ein marktgerechter Preis, ansprechende Fotos und ein klar strukturiertes Exposé erhöhen die Chancen auf schnelle Kaufzusagen. Zudem kann die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Makler den Prozess beschleunigen, da dieser über ein Netzwerk von Interessenten verfügt und die Abwicklung professionell begleitet.

Weitere Tipps zur Beschleunigung sind die frühzeitige Klärung von rechtlichen Fragen, die Offenlegung von Mängeln und die Flexibilität bei Besichtigungsterminen. Wer hier proaktiv handelt, kann den Verkauf deutlich zügiger abschließen.

  • Marktgerechten Preis festlegen und regelmäßig anpassen.
  • Unterlagen vollständig und übersichtlich vorbereiten.
  • Professionelle Fotos und Exposé erstellen.
  • Besichtigungstermine flexibel anbieten.
  • Rechtliche Fragen frühzeitig klären.
  • Mit erfahrenem Makler zusammenarbeiten, wenn gewünscht.

Fazit

Der Verkauf einer Immobilie ist ein Prozess, der in der Regel mehrere Monate in Anspruch nimmt. Im Schnitt rechnen Eigentümer in Deutschland mit sechs bis zwölf Monaten von der ersten Planung bis zum Geldeingang auf dem Konto. Die Dauer hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Lage, Zustand, Preis und Vorbereitung. Durch eine fundierte Wertermittlung, eine professionelle Vermarktung und eine sorgfältige Abwicklung können Eigentümer den Prozess jedoch deutlich beschleunigen und einen zügigen Abschluss erreichen. Wer sich frühzeitig informiert und gut vorbereitet, kann den Immobilienverkauf entspannt und erfolgreich gestalten.

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